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13.08.2014

08:30 Uhr

Pharmakonzern

Merck profitiert von Zukäufen

Merck hält nach seinen Zukäufen am eingeschlagenen Sparkurs fest. Der Pharma- und Chemiekonzern aus Darmstadt reitet nach einer Verschlankung und Effizienzsteigerung derzeit auf einer Welle des Erfolges.

Das Gelände des Pharma- und Chemiekonzerns Merck in Darmstadt: Das Unternehmen setzt seinen Sparkurs weiter fort. dpa

Das Gelände des Pharma- und Chemiekonzerns Merck in Darmstadt: Das Unternehmen setzt seinen Sparkurs weiter fort.

FrankfurtDer Sparkurs und der Kauf der Chemiefirma AZ Electronic Materials machen sich für Merck KGaA bezahlt. Der Darmstädter Pharma- und Spezialchemiekonzern erhöhte im zweiten Quartal seinen bereinigten operativen Gewinn (Ebitda) um 2,3 Prozent auf 846 Millionen Euro, wie Merck am Mittwoch mitteilte. Analysten hatten nur 834 Millionen Euro erwartet. Merck setzte von April bis Juni 2,8 Milliarden Euro um - ein Plus von 1,9 Prozent. „Vor allem in den Emerging Markets konnten wir für alle Sparten gute Geschäfte verzeichnen“, sagte Konzernchef Karl-Ludwig Kley. Der Konzerngewinn nahm jedoch unter anderem wegen gesunkener Lizenzeinnahmen im Pharmageschäft um vier Prozent auf 303,3 Millionen Euro ab. Kley bestätigte die Ziele für das Gesamtjahr.

Die Übernahme der Chemiefirma AZ Electronic Materials habe bereits im zweiten Quartal zum operativen Gewinn beigetragen, sagte Kley. Die Darmstädter hatten die britische Firma, die unter anderem Komponenten für das iPad von Apple liefert, für rund zwei Milliarden Euro übernommen. Merck erhofft sich mit AZ noch mehr Chemiegeschäft mit asiatischen Elektronikriesen wie Samsung oder Sony. Im zweiten Quartal nahm der bereinigte operative Gewinn des Chemiebereichs Performance Materials um 8,3 Prozent auf 226 Millionen Euro zu.

In der Sorgensparte Merck Serono sank dagegen der bereinigte operative Gewinn im zweiten Quartal um 4,8 Prozent auf 452 Millionen Euro. Vor allem schrumpfende Einnahmen aus der Vergabe von Lizenzen und sinkende Provisionen waren dafür verantwortlich. Die Umsätze mit dem Multiple-Sklerose-Mittel Rebif sanken um sieben Prozent - die Markteinführung neuer Konkurrenzmittel nagt an dem Geschäft.

In der Arzneiforschung musste Merck zuletzt mehrere Rückschläge verkraften, dem Konzern fehlt daher der Nachschub an neuen Medikamenten. Kley hatte deshalb einen Konzernumbau eingeleitet, der vor allem das Arzneimittelgeschäft traf und auch Standortschließungen und Stellenabbau zur Folge hatte. Er schließt auch Übernahmen für die Pharmasparte nicht aus, um neue Medikamente ins Haus zu holen. Die Pharmasparte soll so wieder schlagkräftiger und die Entwicklung neuer Medikamente beschleunigt werden. Mit dem Sparprogramm sollen insgesamt ab 2018 jährlich 385 Millionen Euro eingespart werden.

Für das Gesamtjahr 2014 erwartet Kley wie bisher einen Anstieg des bereinigten Ebitda auf 3,3 bis 3,4 (2013: 3,25) Milliarden Euro. Der Konzernumsatz soll 2014 auf 10,9 bis 11,1 (10,7) Milliarden Euro zulegen.

Von

rtr

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