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22.10.2013

08:37 Uhr

Pharmakonzern

Novartis hebt Prognose an

Gute Zeiten für Novartis: Die Konkurrenz ist nicht so stark wie befürchtet, Umsatz- und Gewinnzahlen stimmen optimistisch. Dabei verdiente Novartis im dritten Quartal weniger und nährt Spekulationen um Spartenverkäufen.

Trotz Gewinnrückgang im dritten Quartal ist Novartis optimistisch. Reuters

Trotz Gewinnrückgang im dritten Quartal ist Novartis optimistisch.

ZürichDer Schweizer Pharmakonzern Novartis hat seine Jahresprognose erhöht. Die Konkurrenz durch Nachahmerprodukte für den Top-Umsatzbringer Diovan sei weniger stark als befürchtet und neue Medikamente verkauften sich gut, begründete der Basler Arzneimittelhersteller am Dienstag seine optimistischere Einschätzung. Novartis rechnet unter Ausschluss von Wechselkurseinflüssen nun mit einem Anstieg des Umsatzes um einen niedrigen bis mittleren einstelligen Prozentbetrag statt nur um einen niedrigen einstelligen Prozentbetrag. Der um Sonderfaktoren bereinigte operative Gewinn dürfte den Vorjahreswert erreichen oder übertreffen und nicht wie bisher veranschlagt um einen niedrigen einstelligen Prozentbetrag zurückgehen.

Im dritten Quartal verdiente Novartis allerdings weniger. Unter dem Strich standen im Zeitraum Juli bis September 2,26 Milliarden Dollar Gewinn. Das sind sechs Prozent weniger als vor einem Jahr. Der Konzern verfehlte damit die Erwartungen der Analysten. Diese hatten im Schnitt 2,69 Milliarden Dollar prognostiziert.

Die Überprüfung des Geschäftsportfolios ist derweil noch nicht abgeschlossen. Wesentlich sei, dass eine Sparte eine globale Reichweite und eine kritische Größe habe, erklärte Konzernchef Joseph Jimenez am Dienstag. „Es gibt drei Geschäftsbereiche, die das erfüllen - das Pharma-Geschäft, Alcon und das Generika-Geschäft.” Diese Sparten erzielten rund zehn Milliarden Dollar oder mehr Umsatz pro Jahr und seien weltweit aufgestellt.

Pharmabranche an der Patentklippe

Wichtige Patente laufen aus

Die Pharmabranche steht vor schwierigen Zeiten: Nach Einschätzung des Beratungsunternehmens Accenture werden bis zum Jahr 2015 rund 50 Blockbuster ihren Patentschutz verlieren – das sind Arzneien, die für mindestens eine Milliarde Dollar Umsatz im Jahr sorgen. Die Originalprodukte verlieren nach Patentablauf in der Regel massiv Marktanteile an die deutlich preisgünstigeren Nachahmer-Produkte der Generikahersteller.

Cholesterinsenker und Blutverdünner

Betroffen sind die Medikamente etlicher Pharmakonzerne. Etwa der Cholesterinsenker Lipitor, mit dem Pfizer einst mehr als 12 Milliarden Dollar Umsatz pro Jahr machte. Oder der Blutverdünner Plavix, der Sanofi und Bristol-Myers Squibb 2011 mehr als neun Milliarden Dollar in die Kassen spülte. Auch das Asthma-Mittel Singulair von Merck verliert seinen Schutz.

Generikahersteller profitieren

Von Ablauf der Patente profitieren die Hersteller von Generika: Sie dürfen die Arzneien kopieren und zu günstigen Preisen verkaufen. Das dämpft die Kosten – auch die Patienten profitieren davon.

Probleme mit dem Nachschub

Der Pharma-Industrie fällt es immer schwere, neue Blockbuster-Medikamente zu entwickeln. Das hat mit den strikteren Zulassungsbedingungen und den schärferen Kontrollen der Behörden zu tun. Ein Beispiel: Der deutsche Hersteller Merck stoppte das Multiple-Sklerose-Medikament Cladribin, weil es in mehreren Ländern keine Zulassung bekam.

Novartis hat noch zwei weitere Divisionen - Impfstoffe und Diagnostik sowie Consumer Health, in der das Geschäft mit nicht verschreibungspflichtigen Medikamenten und mit Tiergesundheit zusammengefasst ist. Der seit August amtierende Verwaltungsratspräsident Jörg Reinhardt hat eine Überprüfung des Geschäftsportfolios auf den Weg gebracht. Er hat damit Spekulationen losgetreten, dass kleinere Divisionen verkauft, ausgegliedert oder in andere Geschäftsbereiche integriert werden könnten.

Von

rtr

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