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24.11.2011

18:18 Uhr

Pharmakonzern

Pfizer vor Abspaltung der Tiermedizin-Sparte

Ein Verkauf scheint vom Tisch: Pharmariese Pfizer tendiert momentan aus Steuergründen zu einer Abspaltung seiner Tiermedizin-Sparte. Zum Geschäftsteil mit Ernährungsprodukten ist wohl noch keine Entscheidung getroffen.

Das Logo an der Pfizer-Zentrale in New York. dapd

Das Logo an der Pfizer-Zentrale in New York.

New YorkDer weltgrößte Pharmakonzern Pfizer steuert offenbar eher auf eine Abspaltung als auf einen Verkauf seiner Tiermedizin-Sparte zu. Auf diese Weise käme keine größere Steuerlast auf das US-Unternehmen zu, sagten mit den Plänen vertraute Personen. Pfizer hatte im Juli angekündigt, für die Tiermedizin und auch für die Sparte Säuglingsernährung Optionen wie einen Verkauf oder eine Abspaltung auszuloten. Vorstandschef Ian Read hatte dafür einen Zeitrahmen von zwölf bis 24 Monaten veranschlagt.

Die Tiermedizin sei mit zu vielen Kartellthemen und Steuerthemen befrachtet, sagte ein Eingeweihter. Pfizer rate Interessenten, sie sollten zurückzurudern, da es eine Kapitalmarkttransaktion werde, „ein Ausgliedern und kein Verkauf“, fügte er hinzu. Nach Berechnungen des Bankhauses Credit Suisse könnte der gemeinsame Wert der Tiermedizin sowie der Ernährungssparte bei 25 bis 32 Milliarden Dollar liegen.

Bei einem Verkauf wären aber hohe Steuern auf Kapitalerträge fällig. Von Pfizer war zunächst keine Stellungnahme dazu erhältlich. Bei dem Konzern hatte es zuletzt geheißen, eine Ankündigung zu den beiden Sparten werde es wohl vor 2012 nicht geben.

Analysten hatten bereits im Fall der Tiermedizin auf Kartellprobleme aufmerksam gemacht, sollte mit Bayer, den US-Rivalen Eli Lilly und Merck & Co, der Schweizer Novartis, dem französischen Konkurrenten Sanofi einer der großen Rivalen in dem Geschäft die Sparte erwerben. Vor einigen Monaten hatten beispielsweise Sanofi und Merck & Co ihre Pläne zur erneuten Gründung eines Gemeinschaftsunternehmens in der Tiermedizin wegen Wettbewerbshürden begraben.

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