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02.02.2011

07:40 Uhr

Pharmakonzern

Roche hält an Forschungsstrategie fest

VonSiegfried Hofmann

Viele Unsicherheiten bietet das Jahr 2011 für Roche. Daher schraubt der Schweizer Pharma- und Diagnostikkonzern Roche seine Erwartungen nicht sehr hoch. Von seinem Kurs in Sachungen Forschung rückt das Unternehmen dennoch nicht ab.

Roche-Mitarbeiter bei der Kontrolle: vorsichtiger Ausblick. Quelle: ap

Roche-Mitarbeiter bei der Kontrolle: vorsichtiger Ausblick.

BASEL. Kein anderes Unternehmen gibt derzeit so viel Geld aus für die Medikamentenentwicklung wie das Pharmaunternehmen Roche. Rund zehn Milliarden Franken (etwa 7,7 Milliarden Euro) Aufwand für Forschung und Entwicklung im vergangenen Jahr bewahrten den Baseler Konzern aber nicht vor unangenehmen Rückschlägen. Das potenzielle Diabetesmedikament Taspoglutide etwa hat er jetzt ganz aufgegeben, nachdem im vergangenen Jahr ungünstige klinische Daten bereits Zweifel an dem Projekt weckten. Das Krebsmittel Avastin dürfte 2011 erstmals Umsatzeinbußen verbuchen, nachdem die US-Behörde FDA dem Wirkstoff die Zulassung für die Brustkrebsbehandlung entzogen hat.

Ein Kurswechsel in der Forschungs- und Entwicklungsstrategie steht bei Roche indessen nicht zur Debatte, wie Konzernchef Severin Schwan gestern betonte. „Roche bleibt ein auf Innovation ausgerichtetes Unternehmen“, sagte er dem Handelsblatt. Anders als der US-Konkurrent Pfizer, der sein Forschungsbudget um fast ein Drittel kürzen will, begnügt sich der Baseler Konzern mit bescheidenen Eingriffen. Zum laufenden Kostensenkungsprogramm im Umfang von 2,4 Milliarden Franken sollen Effizienzsteigerungen im Bereich Forschung und Entwicklung lediglich 300 Millionen beisteuern.

Schwan erwartet, dass die Medikamentenentwicklung dem Konzern in wenigen Jahren wieder neuen Schub geben wird. Derzeit bearbeitet er 34 Projekte in der späten klinischen Testphase, darunter zwölf neuartige Wirksubstanzen. Für ein neues Mittel gegen Hautkrebs erhofft sich das Unternehmen noch 2011 erste Zulassungen.

Im operativen Geschäft muss Roche, ähnlich wie etliche andere Pharmakonzerne, eine Durststrecke überwinden. Während die Diagnostiksparte 2010 um vier Prozent zulegte, gingen die Erlöse der Roche-Pharmasparte um fünf Prozent auf 37 Milliarden Franken zurück. Ursache waren negative Währungseffekte, Einbußen aufgrund von Gesundheitsreformen sowie ein starker Umsatzrückgang beim Grippemittel Tamiflu, dessen Absatz 2009 noch von staatlichen Bestellungen im Zuge der Pandemievorsorge profitiert hatte.

Der Umsatz von Roche stagnierte auf Basis konstanter Wechselkurse bei 47,4 Milliarden Franken und lag in Franken gerechnet um drei Prozent unter Vorjahresniveau. Die Börse reagierte gestern enttäuscht auf die Zahlen, obwohl Roche unterm Strich sogar leicht zulegte. Das um diverse Sondereffekte bereinigte operative Ergebnis legte nach Angaben von Roche um zwei Prozent auf 16,6 Milliarden Franken zu. Für 2011 rechnet Schwan mit einer Steigerung des operativen Ergebnisses im hohen einstelligen Prozentbereich.

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