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14.10.2013

08:46 Uhr

Pharmakonzern

Roche investiert Millionen in Biotech-Anlagen

Roche will seine Produktionsanlagen für biologische Medikamente ausbauen. Dafür nimmt der Pharmakonzern über 600 Millionen Euro in die Hand und will rund 500 neue Arbeitsplätze schaffen.

Pharmakonzern Roche will die steigende Nachfrage nach Biotech-Medikamenten decken. Reuters

Pharmakonzern Roche will die steigende Nachfrage nach Biotech-Medikamenten decken.

ZürichDer Schweizer Pharmakonzern Roche investiert über die kommenden drei Jahre rund 800 Millionen Franken (etwa 648 Millionen Euro) in den Ausbau der Produktionsanlagen für biologische Medikamente. Mit der Vergrößerung der Anlagen im oberbayrischen Penzberg, Basel in der Schweiz sowie Vacaville und Oceanside in den USA gehe die Schaffung von rund 500 neuen Arbeitsplätzen einher, teilte Roche am Montag mit. Die Investitionen sollten helfen, die steigende Nachfrage nach bereits zugelassenen Medikamenten wie RoACTEMRA, Kadcyla und Perjeta zu decken. Zudem will Roche die Voraussetzungen für die Bereitstellung von 39 neuen Wirkstoffen schaffen.

Biologische Medikamente, sogenannte Biopharmazeutika, sind große Moleküle, die nicht chemisch synthetisiert, sondern in biotechnologischen Verfahren hergestellt werden. Die Medikamente werden in der Regel durch intravenöse Injektion oder Infusion verabreicht.

Pharmabranche an der Patentklippe

Wichtige Patente laufen aus

Die Pharmabranche steht vor schwierigen Zeiten: Nach Einschätzung des Beratungsunternehmens Accenture werden bis zum Jahr 2015 rund 50 Blockbuster ihren Patentschutz verlieren – das sind Arzneien, die für mindestens eine Milliarde Dollar Umsatz im Jahr sorgen. Die Originalprodukte verlieren nach Patentablauf in der Regel massiv Marktanteile an die deutlich preisgünstigeren Nachahmer-Produkte der Generikahersteller.

Cholesterinsenker und Blutverdünner

Betroffen sind die Medikamente etlicher Pharmakonzerne. Etwa der Cholesterinsenker Lipitor, mit dem Pfizer einst mehr als 12 Milliarden Dollar Umsatz pro Jahr machte. Oder der Blutverdünner Plavix, der Sanofi und Bristol-Myers Squibb 2011 mehr als neun Milliarden Dollar in die Kassen spülte. Auch das Asthma-Mittel Singulair von Merck verliert seinen Schutz.

Generikahersteller profitieren

Von Ablauf der Patente profitieren die Hersteller von Generika: Sie dürfen die Arzneien kopieren und zu günstigen Preisen verkaufen. Das dämpft die Kosten – auch die Patienten profitieren davon.

Probleme mit dem Nachschub

Der Pharma-Industrie fällt es immer schwere, neue Blockbuster-Medikamente zu entwickeln. Das hat mit den strikteren Zulassungsbedingungen und den schärferen Kontrollen der Behörden zu tun. Ein Beispiel: Der deutsche Hersteller Merck stoppte das Multiple-Sklerose-Medikament Cladribin, weil es in mehreren Ländern keine Zulassung bekam.

Von

rtr

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