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06.08.2015

10:44 Uhr

Pharmakonzern

Russland bremst Stada

Einbruch im wichtigen Russlandgeschäft: Der Generikahersteller Stada muss wegen der Rubelschwäche herbe Umsatzrückgänge und Gewinnverluste verkraften. Der Pharmakonzern steht vor weiteren Herausforderungen.

Der Pharmakonzern steht unter Druck. dpa

Arzneimittel-Produktion bei Stada

Der Pharmakonzern steht unter Druck.

FrankfurtDer Generikahersteller Stada hat im ersten Halbjahr die Rubelschwäche im wichtigen Russlandgeschäft zu spüren bekommen. Der bereinigte Betriebsgewinn (Ebitda) fiel binnen Jahresfrist um neun Prozent auf 189,2 Millionen Euro, wie das hessische Unternehmen am Donnerstag mitteilte.

Unter dem Strich sank der Gewinn um 20 Prozent auf gut 53 Millionen Euro. „Die Rahmenbedingungen in der Marktregion CIS/Osteuropa stellen weiterhin eine große Herausforderung dar“, sagte Stada-Chef Hartmut Retzlaff.

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Er ist das Urgestein unter deutschen Konzernchefs: Hartmut Retzlaff führt den Pharmahersteller Stada seit 22 Jahren. Im Interview spricht er über die Übernahmewelle im Markt, Russland und seine millionenschwere Pension.

Der Umsatz stieg von Januar bis Juni um zwei Prozent auf 1,025 Milliarden Euro. Dazu trug vor allem das Geschäft in Zentraleuropa bei. Vor allem mit Nachahmer-Medikamenten in Deutschland legte Stada zu. Daneben setzte das Unternehmen vor allem in Großbritannien und Vietnam deutlich mehr um.

Im zweiten Quartal stabilisierte sich das Geschäft in Russland, dem wichtigsten Auslandsmarkt von Stada, langsam. Der bereinigte Betriebsgewinn legte deshalb von April bis Juni um drei Prozent auf 96 Millionen Euro zu. Analysten hatten im Schnitt mit 96,8 Millionen gerechnet.

Die größten Pharmahändler in Deutschland

Platz 6 – Diverse

Knapp neun Prozent des deutschen Marktes verteilen sich auf diverse Händler.

Platz 3 – Sanacorp

Der Sanacorp Pharmahandel hat ihren Sitz in Planegg. Das Unternehmen ging aus zwei genossenschaftlich organisierten Pharmagroßhandlungen hervor. Sanacorp kommt auf einen Marktanteil in Deutschland von rund 16 Prozent.

Platz 3 – Alliance Healthcare

Alliance Healthcare gehört zum Unternehmen Walgreens Boots Alliance. Die Briten nahmen den Großhändler mit Sitz in Frankfurt Anfang 2013 von der Börse. Seit dem April 2013 trägt die Firma ihren neuen Namen, zuvor hieß Alliance Healthcare Andreae-Noris Zahn. Der Marktanteil beträgt ebenfalls etwa 16 Prozent.

Platz 3 – Celesio

Celesio (ehemals Gehe) gehört seit 2014 zum US-Konzern McKesson und ist in Deutschland die Nummer drei unter den Pharmagroßhändlern. Die Stuttgarter kommen hierzulande auf einen Marktanteil von etwa 16 Prozent.

Platz 2 – Noweda

Noweda mit Sitz in Essen ist eine Genossenschaft. Das Unternehmen gehört mehr als 8000 Apothekern. Noweda bringt es auf einen Marktanteil rund 17 Prozent.

Platz 1 – Phoenix

Phoenix ist der größte Pharmahändler in Deutschland. Das Unternehmen mit Sitz in Mannheim gehört zur Merckle-Gruppe. Der Marktanteil beträgt rund 27 Prozent.

Stand: September 2016, Quelle: Handelsblatt-Recherche

Im Gesamtjahr rechnet Retzlaff dennoch mit einem rückläufigen Gewinnbeitrag aus Russland. Er geht deshalb unverändert davon aus, dass das bereinigte Betriebsergebnis und der Konzerngewinn im laufenden Jahr deutlich sinken werden. Beim Umsatz rechnet das Unternehmen, das auch Markenprodukte wie Ladival Sonnencreme und das Erkältungsmittel Grippostad anbietet, währungsbereinigt mit einem leichten Wachstum.

Von

rtr

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