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25.03.2013

12:12 Uhr

Pharmakonzern

US-Geschäft soll Biotest voranbringen

Das deutsche Pharmaunternehmen Biotest will Gewinn und Umsatz in diesem Jahr um bis zu 15 Prozent steigern und setzt dabei auf das US-Geschäft. Den Aktionären stellte das Management eine höhere Dividende in Aussicht.

Abfüllung beim Pharmaunternehmen Biotest: Eroberung des US-Markts. Biotest AG

Abfüllung beim Pharmaunternehmen Biotest: Eroberung des US-Markts.

FrankfurtDer Ausbau des US-Geschäfts soll Biotest im laufenden Jahr Schub geben. Das Pharmaunternehmen aus Dreieich bei Frankfurt will 2013 seinen Konzernumsatz um zehn bis 15 Prozent steigern und auch seinen Betriebsgewinn (Ebit) im gleichem Ausmaß vergrößern, wie es am Montag ankündigte. Zwar rechnet das Unternehmen damit, dass die Preise für die von Biotest produzierten Plasmaproteine eher niedrig bleiben. Eine Verschärfung des Preisdrucks erwartet das Unternehmen aber nicht. Die Biotest-Vorzugsaktie gewann zeitweise 2,6 Prozent auf 55,32 Euro.

Biotest konzentriert sich auf Plasmaprotein-Produkte sowie auf die Entwicklung von Arzneien gegen Blutkrebs und Arthritis. Aus Blut gewonnene Gerinnungsfaktoren und Immunglobuline werden bei Erkrankungen des Immunsystems, Gerinnungsstörungen und bei schweren Verletzungen eingesetzt. Im vergangenen Jahr legte der Überschuss um fast ein Viertel auf 23,1 Millionen Euro zu, der Umsatz klettert um 4,3 Prozent auf 440 Millionen Euro. Den Aktionären stellte das Management eine Anhebung der Dividende um sechs Cent auf 0,50 Euro je Stammaktie und 0,56 Euro je Vorzugsaktie in Aussicht.

Pharmabranche an der Patentklippe

Wichtige Patente laufen aus

Die Pharmabranche steht vor schwierigen Zeiten: Nach Einschätzung des Beratungsunternehmens Accenture werden bis zum Jahr 2015 rund 50 Blockbuster ihren Patentschutz verlieren – das sind Arzneien, die für mindestens eine Milliarde Dollar Umsatz im Jahr sorgen. Die Originalprodukte verlieren nach Patentablauf in der Regel massiv Marktanteile an die deutlich preisgünstigeren Nachahmer-Produkte der Generikahersteller.

Cholesterinsenker und Blutverdünner

Betroffen sind die Medikamente etlicher Pharmakonzerne. Etwa der Cholesterinsenker Lipitor, mit dem Pfizer einst mehr als 12 Milliarden Dollar Umsatz pro Jahr machte. Oder der Blutverdünner Plavix, der Sanofi und Bristol-Myers Squibb 2011 mehr als neun Milliarden Dollar in die Kassen spülte. Auch das Asthma-Mittel Singulair von Merck verliert seinen Schutz.

Generikahersteller profitieren

Von Ablauf der Patente profitieren die Hersteller von Generika: Sie dürfen die Arzneien kopieren und zu günstigen Preisen verkaufen. Das dämpft die Kosten – auch die Patienten profitieren davon.

Probleme mit dem Nachschub

Der Pharma-Industrie fällt es immer schwere, neue Blockbuster-Medikamente zu entwickeln. Das hat mit den strikteren Zulassungsbedingungen und den schärferen Kontrollen der Behörden zu tun. Ein Beispiel: Der deutsche Hersteller Merck stoppte das Multiple-Sklerose-Medikament Cladribin, weil es in mehreren Ländern keine Zulassung bekam.

Das im Kleinwerteindex SDax gelistete Unternehmen hatte im Dezember auf dem weltgrößten Pharmamarkt USA die lang ersehnte Zulassung für sein Immunpräparat Bivigam erhalten. Seit Anfang Februar ist Bivigam auf dem Markt. In den USA lassen sich mit Immunglobulinen deutlich höhere Preise erzielen als etwa in Deutschland. Biotest traut dem Mittel, das gegen Antikörper-Mangelsyndrome eingesetzt werden soll, Spitzenerlöse von 100 Millionen Dollar im Jahr zu.

Von

rtr

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