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11.04.2013

08:37 Uhr

Pharmariese

Roche legt starkes erstes Quartal hin

Der Schweizer Pharmakonzern Roche hat seinen Umsatz zu Jahresbeginn gesteigert und sieht sich auf gutem Weg sein Jahresziel zu erreichen. Vor allem Krebsmittel schoben den Umsatz an.

Roche-Chef Severin Schwan während einer Pressekonferenz. Der Pharmakonzern hat seine Jahresziele bestätigt. Reuters

Roche-Chef Severin Schwan während einer Pressekonferenz. Der Pharmakonzern hat seine Jahresziele bestätigt.

ZürichDer Schweizer Pharma- und Diagnostikkonzern Roche sieht sich nach einem guten Jahresstart auf Kurs zu den für 2013 angepeilten Ertragszielen. Der Umsatz sei im ersten Quartal um fünf Prozent auf 11,59 Milliarden Franken (9,5 Milliarden Euro) gestiegen, teilte das Unternehmen am Donnerstag mit. Der Basler Konzern schnitt damit etwas besser ab als Analysten erwartet hatten. Sie hatten im Schnitt mit 11,45 Milliarden Franken gerechnet. Das Geschäft stützten vor allem die anhaltende Nachfrage nach Krebsmedikamenten wie MabThera und Herceptin, neue Präparate und das klinische Laborgeschäft. Unter Ausschluss von Wechselkurseffekten betrug das Wachstum sechs Prozent.

„Angesichts der im ersten Quartal erzielten Ergebnisse gehe ich davon aus, dass wir die für das Gesamtjahr gesteckten Ziele erreichen“, sagte Konzernchef Severin Schwan. Zu konstanten Wechselkursen will Roche die Verkaufserlöse dieses Jahr ebenso stark steigern wie 2012 als das Wachstum vier Prozent betragen hatte. Der Kerngewinn je Titel, der Sonderposten ausklammert, solle dagegen stärker als der Umsatz zulegen. Die Aktionäre dürfen zudem mit einer weiteren Dividendenerhöhung rechnen. Für das abgelaufene Jahr hatten sie 7,35 Franken je Genussschein und Inhaberaktie erhalten.

Geschichte von Bayer

Von einer Farbenfabrik zum Chemie- und Pharmariesen

Der Bayer-Konzern kann auf eine lange Geschichte zurückblicken: Sie beginnt in Wuppertal Barmen vor 150 Jahren. Es war die Geburtsstunde der deutschen Chemieindustrie.

1863

Friedrich Bayer und Johann Weskott gründen am 1. August die Farbenfabrik Fried. Bayer & Co.

1899

Das Schmerzmittel Aspirin wird zum Patent angemeldet. Noch heute gehört das Medikament zu den umsatzstärksten Bayer-Präparaten.

1925

Nach gut 60 Jahren verliert Bayer seine Selbstständigkeit; das Unternehmen geht in die IG Farben auf. Aus Bayer wurde die IG Betriebsgemeinschaft Niederrhein.

1933

In Leverkusen leuchtet erstmals das Bayer-Kreuz auf. Es hatte eine Durchmesser von 72 Metern und war mit 2200 Glühbirnen bestückt. Es ist bis heute das Wahrzeichen der Stadt geblieben.

1939

Mit dem Ausbruch des Zweiten Weltkrieges wird die Produktion der Chemieindustrie den Zielen der Kriegsführung untergeordnet. Zwangsarbeiter vor allem aus Osteuropa wurden in vielen Betrieben eingesetzt, auch in Leverkusen.

1951

Bayer wird nach der Zerschlagung der IG Farben neu gegründet und Ulrich Haberland der erste Vorstandsvorsitzende.

1978

Bayer übernimmt das US-Unternehmen Miles, das nach dem Rückerwerb der Markenrechte in den USA 1995 in Bayer Corporation umbenannt wird.

2001

Bayer nimmt den Blutfettsenker Lipobay vom Markt, was den Konzern in eine tief Krise stürzt. Im gleichen Jahr erfolgt der Erwerb des Pflanzenschutzgeschäftes Aventis CropScience.

2005

Bayer löst das Chemie- und Teile des Kunststoffgeschäftes aus dem Konzern und bringt ihn als Lanxess AG an die Börse.

2006

Der Erwerb des Berliner Pharmaunternehmens Schering für rund 17 Milliarden Euro ist der teuerste Zukauf der Firmengeschichte.

2010

Marijn Dekkers wird Vorstandsvorsitzender. Der Niederländer mit amerikanischem Pass ist der erste externe Manager an der Spitze des Konzerns.

In den ersten drei Monaten trieben vor allem die umsatzstarken Krebsmedikamente MabThera, Herceptin und Avastin das Wachstum. Daneben liefen die Verkäufe der neuen Krebsmittel Zelboraf, Erivedge und Perjeta gut an. Im Februar wurde das neue Brustkrebsmedikament Kadcyla in den USA zugelassen. In das auch als T-DM1 oder Trastuzumab-Emtansine bekannten Mittel setzt Roche große Hoffnungen. Es ist eine sogenannte zielgerichtete Arznei zur Behandlung der besonders aggressiven HER2-positiven Krankheitsform: Sie nutzt Herceptin, um den zelltötenden Wirkstoff DM1 direkt in den Tumor zu transportieren.

Die Verkaufserlöse von Roche zogen vor allem in den USA und in Wachstumsmärkten wie China, Brasilien und Russland stark an. In Europa führte die breitere Anwendung von Avastin - das Mittel darf nun auch gegen Eierstockkrebs eingesetzt werden - zu einem Umsatzplus.

Gewinnzahlen veröffentlicht der Konzern, der als erster großer Branchenvertreter über den Geschäftsverlauf im Auftaktquartal informierte, nur zum Halbjahr und am Jahresende. Konkurrenten wie der Lokalrivale Novartis, der deutsche Bayer-Konzern, die britische GlaxoSmithkline oder die US-Konzerne Pfizer und Merck & Co legen ihre Quartalsberichte ab der zweiten April-Hälfte vor.

Von

rtr

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