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26.01.2016

11:03 Uhr

Philips mit neuem Kurs

Erfolgreiche Medizintechnik lässt Anleger jubeln

VonMaike Telgheder

Philips hat im letzten Quartal einen Verlust geschrieben. Doch operativ können die Niederländer zulegen. Der Konzern profitiert besonders von der guten Auftragslage für seine Medizingeräte. Anleger sind begeistert.

Trotz roten Zahlen unter dem Strich ist der Konzern zuversichtlich. ap

Philips

Trotz roten Zahlen unter dem Strich ist der Konzern zuversichtlich.

FrankfurtÜber Monate kannte der Aktienkurs von Philips nur eine Richtung: nach unten. Am heutigen Dienstag aber schlug der niederländischen Konzern mit positiven Zahlen, insbesondere im Bereich Medizintechnik, die Erwartungen vieler Anleger: An der Börse in Amsterdam legte die Aktie daraufhin zeitweise um mehr als sieben Prozent zu. Da tat der Stimmung auch keinen Abbruch, dass Philips im Schlussquartal 2015 in die Verlustzone gerutscht ist. Schuld sind Einmaleffekte bei Pensionsrückstellungen, die Philips aber bereits im Vorfeld angekündigt hatte.

Der niederländische Mischkonzern befindet sich in einer großen Umbauphase. Wie Wettbewerber Siemens will auch Philips seine weniger margenstarke Lichtsparte abspalten und sich künftig vor allem auf das Geschäft rund um Gesundheit konzentrieren. Zugleich läuft ein internes Effizienzprogramm, mit dem das Wachstum angekurbelt werden soll.

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Im vergangenen Jahr hat das Unternehmen hier Fortschritte erzielt, auch wenn das Wachstum insgesamt noch an Fahrt gewinnen kann. Ohne Währungseffekte gerechnet stieg der Umsatz auf vergleichbarer Basis um zwei Prozent auf 24,2 Milliarden Euro. Das operative Ergebnis (Ebita) konnte Philips um zwei Drittel auf 1,37 Milliarden Euro steigern. Restrukturierungskosten und auch die Auslagerung der Pensionsrückstellungen schlugen mit mehr als 600 Millionen Euro zu Buche. Die Marge konnte von 3,8 auf 5,7 Prozent verbessert werden.

„Alles in allem war 2015 ein solides Jahr für Philips“, wertete Konzern-Chef Frans van Houten die Jahrenzahlen. Die Leistung des Unternehmens sei trotz eines herausfordernden makroökonomischen Umfelds kontinuierlich gesteigert worden. Die größte Sparte des Unternehmens, die Medizintechnik legte nominal dank Zukäufen und Währungseffekten um 19 Prozent auf knapp 11 Milliarden Euro zu, auf vergleichbarer Basis betrug das Wachstum vier Prozent. Besonderes erfolgreich war Philips in dieser Sparte im vierten Quartal. Der Auftragseingang kletterte um satte 15 Prozent, getrieben von einer guten Nachfrage in Nordamerika und Westeuropa.

Für das laufende Jahr stellte Firmenchef van Houten ein moderates Umsatzwachstum aber weiter steigende operative Verbesserungen in Aussicht. Der Prozess, die Lichtsparte abzuspalten, läuft nach Plan: Die Trennung soll in der ersten Jahreshälfte vollzogen werden. Nach wie vor hält sich Philips alle Optionen von Verkauf bis zum Börsengang für die Sparte offen, die 2015 rund 7,4 Milliarden Euro Umsatz erzielte.

Vergangene Woche hatte Philips wegen Widerstands von US-Aufsichtsbehörden den Verkauf von Teilen seiner Lichtsparte abgesagt. Ursprünglich sollte die Lumileds-Sparte für LED und Autolicht-Bauteile mehrheitlich an ein Konsortium aus überwiegend chinesischen Investoren gehen. Philips wollte dafür rund 3,3 Milliarden Dollar einnehmen. Philips gab bekannt, dass man bereits mit potenziellen anderen Käufern spreche.

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