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23.07.2012

14:52 Uhr

Photovoltaik-Konzern

Solarworld vereinbart neue Kreditbedingungen

Die Gesellschaft hat mit ihren Geldgebern neue Kreditvereinbarungen verhandelt. Sie sollen Solarworld eine größere Flexibilität erlauben. Mit Veröffentlichung der Nachricht kletterten auch die Aktien.

Die Zentrale des Photovoltaikunternehmens Solarworld in Bonn. dpa

Die Zentrale des Photovoltaikunternehmens Solarworld in Bonn.

Düsseldorf/BonnDie defizitäre Solarworld hat eine drohende Kündigung der Kredite durch die Banken abgewendet. Wegen der schlechten Geschäftslage war der Bonner Konzern in Gefahr geraten, seine Kreditauflagen zu verletzen. Die Kündigung der Darlehen wäre die Folge gewesen. Ob die Einigung mit den Banken mit schlechteren Konditionen für Solarworld verbunden ist, ließ der einstige Börsenstar indes offen. An der Börse sorgte die Nachricht am Montag für Erleichterung: Die Aktie schoss um bis zu 13,3 Prozent auf 1,31 Euro in die Höhe.

Im zweiten Quartal habe die schwierige Marktsituation das Risiko erhöht, "kreditrelevante Finanzkennzahlen nicht zu erreichen", teilte Solarworld mit. Daher habe der Vorstand bestehende Kreditvereinbarungen über 375 Millionen Euro neu verhandelt. Die relevanten Kennzahlen seien angepasst worden.

Vor dem Hintergrund der anhaltend schwachen Marktlage hatten Experten zuletzt bei Solarworld wegen des Schuldenstandes von über einer Milliarde Euro ein erhöhtes Risiko für den Konzern ausgemacht. Banken können Kredite kündigen, wenn ihre Schuldner vereinbarte Auflagen wie das Erreichen von festgelegten Geschäftszielen verfehlen. So mussten Solon und Q-Cells etwa nach monatelangem Ringen mit Kreditgebern oder Anleihegläubigern Insolvenz anmelden.

"Mit diesen Vereinbarungen hat die Solarworld ihre finanzielle Stabilität weiter gefestigt", betonte Finanzvorstand Philipp Koecke. Solarworld verfüge zum Ende des 2. Quartals über eine Liquidität von 320 Millionen Euro und habe zusätzlich über 130 Millionen an Kreditverbindlichkeiten getilgt. Vorstandschef Frank Asbeck will zur Genesung des Konzerns sein Scherflein beisteuern.

Er kündigte an, so lange auf Gehalt und Dividende zu verzichten, bis der Konzern wieder profitabel ist. Der Firmengründer hält 27,84 Prozent der Solarworld-Aktien. Für 2011 hatte Solarworld trotz eines Verlustes von knapp 300 Millionen Euro einen Dividende von neun Cent je Aktie gezahlt.

Von

rtr

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