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03.04.2017

17:11 Uhr

Piëch trennt sich von VW-Anteilen

Der Rückzug des Patriarchen

Ferdinand Piëch zieht sich zurück: Der frühere VW-Aufsichtsratschef überträgt sein Aktienpaket an der Familienholding Porsche SE an Mitglieder der Familien Porsche und Piëch. Doch eine kleine Verbindung zu VW bleibt.

Der frühere VW-Firmenpatriarch trennt sich von seinen Anteilen an der Porsche SE, die einen Großteil der VW-Anteile hält. dpa

Ferdinand Piëch

Der frühere VW-Firmenpatriarch trennt sich von seinen Anteilen an der Porsche SE, die einen Großteil der VW-Anteile hält.

StuttgartFerdinand Piëch trennt sich von seinen Anteilen an Volkswagen. Der frühere Firmenpatriarch werde „den wesentlichen Anteil“ der Stammaktien der Porsche SE an „weitere Mitglieder der Familien Porsche und Piëch übertragen“, teilte die Porsche SE am Montag mit. Um welche Familienmitglieder es sich dabei handelt, ist noch nicht bekannt.

Die Familienholding hält die Mehrheit der Stimmrechte am Volkswagen-Konzern. Piëch hält seine Anteile von 14,7 Prozent an der Porsche SE über mehrere Privatstiftungen. Allein die Ferdinand Karl Beta Privatstiftung bleibe weiterhin „geringfügig mittelbar“ an der Porsche SE beteiligt.

Ferdinand Piëch – zur Person

Gebürtiger Wiener

Ferdinand Piëch wird am 17. April 1937 in Wien geboren. Seine Mutter ist Louise Piëch, eine Tochter des berühmten Ferdinand Porsche, des Begründers der Dynastie. Mit Anton Piëch hat sie zwar einen Rechtsanwalt geheiratet, doch die Verbindungen zur Autowelt und die Traditionen der Porsches sind auch in dieser Familie immer spürbar.

Maschinenbau-Studium

Ferdinand Piëch will das Erbe seines gefeierten Großvaters antreten. In Zürich legt der junge Mann den Grundstein für seine spätere automobile Karriere und studiert dort Maschinenbau.

Ingenieur bei Porsche in Stuttgart

Nach dem Studium startet Piëch 1963 bei Porsche in Stuttgart-Zuffenhausen als Entwicklungsingenieur und bleibt dort bis 1972.

Aufstieg zum Audi-Chef

Nach 1972 beginnt seine wichtige Zeit bei Audi, wo er 20 Jahre lang tätig ist und wo er bis zum Vorstandsvorsitzenden aufsteigt. Die zwei Jahrzehnte in Ingolstadt sind eine wichtige Grundlage für das, was danach noch kommen sollte.

Karriere bei Volkswagen

1992 wechselt Piëch nach Wolfsburg und übernimmt dort das Amt des Vorstandschefs. Zehn Jahre prägt er in der VW-Zentrale das Geschäft von Europas größtem Automobilkonzern, danach wechselt er auf den nicht minder einflussreichen Posten des Aufsichtsratsvorsitzenden. Länger als ein Jahrzehnt besetzt er die Position des Chefkontrolleurs im Volkswagen-Konzern und bestimmt auch von dort mit, was im Unternehmen passiert und welche Autos gebaut werden. Bis zu jenem verhängnisvollen 25. April 2015, der das Ende von Piëch beispielloser Karriere im VW-Konzerns bedeutete.

Riss zwischen Winterkorn und Piëch

Eigentlich galten die beiden als enge Verbündete, die jahrelang gut zusammenarbeitet haben. Der damalige VW-Chef Winterkorn als Verantwortlicher für das Tagesgeschäft, Piëch im Aufsichtsrat als oberster Kontrolleur und Stratege. Doch Anfang 2015 war der Riss zwischen beiden immer offensichtlicher geworden. „Ich bin auf Distanz zu Winterkorn“, ist das berühmte Zitat von Piëch gewesen, das im Normalfall sofort das Karriereende seines Nachfolgers bedeutet hätte. Der große Familienpatriarch dürfte immer mehr an den Fähigkeiten Winterkorns gezweifelt haben. Wahrscheinlich wollte er auch verhindern, dass der damalige VW-Vorstandsvorsitzende ihn als Chef des Aufsichtsrates beerbt. Das Land Niedersachsen, der mächtige Betriebsrat und andere wichtige Vertreter der Familien Porsche und Piëch sprachen sich gegen die Ablösung von Martin Winterkorn aus. Sie waren zufrieden mit dessen Arbeit. Sie sahen keinen Grund dafür, den Vertrag des langjährigen Vorstandsvorsitzenden aufzukündigen. Angesichts dieser Isolation zog Ferdinand Piëch die Konsequenz: Er legte sein Amt als Aufsichtsratsvorsitzender nieder und zog sich zugleich aus dem Kontrollgremium zurück. Familie, Land und Betriebsrat – sie waren plötzlich alle auf Distanz zu Ferdinand Piëch.

VW-Dieselaffäre

Heute ist klar, dass Piëch zumindest schon im Frühjahr 2015 von der Dieselaffäre gewusst haben muss, wie seine Aussage vor der Staatsanwaltschaft Braunschweig belegt. Ferdinand Piëch will andere wichtige Aufsichtsratsmitglieder damals angeblich über die heraufziehende Dieselaffäre informiert haben. Die Aufsichtsräte widersprechen energisch, darunter auch Piëchs Cousin Wolfgang Porsche. Der Streit über diese Aussage hat den Riss in der Familie während der vergangenen Wochen noch größer werden werden lassen.

Das Handelsblatt hatte Ende März berichtet, dass der bald 80-Jährige seine Anteile im Wert von 1,2 Milliarden Euro zum Verkauf gestellt habe. Er will raus, und das möglichst schnell, hieß es in Kreisen, die mit dem Verhandlungsstand vertraut waren. An der Spitze dieses Kontrollgremiums sitzt Piëchs Cousin Wolfgang Porsche. Familienintern kam es zu Spannungen. Erst kürzlich sagte Wolfgang Porsche auf dem Genfer Autosalon, Familie könne man sich nicht aussuchen.

Das Kartellamt muss dem Vorhaben ebenso noch zustimmen wie Finanzaufsichtsbehörden mehrerer Länder. Überraschend: Bis zum Vollzug der Transaktion bleibt Piëch Aufsichtsratsmitglied der Porsche SE. Auf der Hauptversammlung der Holding Ende Mai in Stuttgart soll er in seinem Amt bestätigt werden.

Ferdinand Piëch

Die Ära Piëch geht zu Ende

Ferdinand Piëch: Die Ära Piëch geht zu Ende

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Piëch hatte maßgeblichen Anteil daran, dass Volkswagen zum Weltkonzern aufgestiegen ist. Seine Mutter Louise ist eine Tochter des berühmten Ferdinand Porsche, des Begründers der Dynastie. Nach dem Studium startet Piëch 1963 bei Porsche in Stuttgart-Zuffenhausen als Entwicklungsingenieur und bleibt dort bis 1972.

Danach beginnt seine wichtige Zeit bei Audi, wo er 20 Jahre lang tätig ist und wo er bis zum Vorstandsvorsitzenden aufsteigt. Die zwei Jahrzehnte in Ingolstadt sind eine wichtige Grundlage für das, was danach noch kommen sollte.

1992 wechselt Piëch nach Wolfsburg und übernimmt dort das Amt des Vorstandschefs. Zehn Jahre prägt er in der VW-Zentrale das Geschäft von Europas größtem Automobilkonzern, danach wechselt er auf den nicht minder einflussreichen Posten des Aufsichtsratsvorsitzenden. Länger als ein Jahrzehnt besetzt er die Position des Chefkontrolleurs im Volkswagen-Konzern und bestimmt auch von dort mit, was im Unternehmen passiert und welche Autos gebaut werden.

Am 25. April 2015 tritt er zurück: Mit seiner Attacke auf den damaligen Vorstandschef Martin Winterkorn hatte es sich der Patriarch mit den Miteigentümern verscherzt. Seither war die Familie verkracht, weil Wolfgang Porsche sich mit den Vertretern des Landes Niedersachsen und den Arbeitnehmern im Aufsichtsrat gegen ihn verbündet hatte.

Für einen Paukenschlag sorgte vor wenigen Wochen das Bekanntwerden von Piëchs Aussagen bei der Staatsanwaltschaft und den internen Ermittlern von VW über den Dieselskandal. Er warf Wolfgang Porsche und anderen Aufsichtsratsmitgliedern vor, wie er selbst schon im Frühjahr 2015 über den Betrug mit Abgaswerten bei Diesel-Motoren Bescheid gewusst zu haben. Die Betroffenen wiesen seine Äußerungen als unwahr zurück.

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Die Ära Piëch geht zu Ende: Was bedeutet der Rückzug von Ferdinand Piëch für Volkswagen?

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