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23.05.2015

14:26 Uhr

Pilatus PC-24

Die Schweiz steigt ins Jet-Geschäft ein

VonHolger Alich

Erstmals seit über 50 Jahren baut die Schweiz wieder einen eigenen Düsenjet. Die erste Tranche der PC-24 der Pilatus-Werke ist bereits Jahre vor dem Start ausverkauft.

Die Maschine ist der erste Düsenjet aus Schweizer Produktion seit über 50 Jahren. ap

Business-Jet PC-24

Die Maschine ist der erste Düsenjet aus Schweizer Produktion seit über 50 Jahren.

ZürichAuch aus der Schweiz kommt ein interessanter Neuzugang im umkämpften Markt der Businessjets. Der Mittelständler Pilatus-Werke, bisher bekannt für seine Propeller-Maschinen wie die PC-12, hat vor kurzem mit Erfolg die ersten Testflüge des Geschäftsfliegers PC-24 absolviert. Das Flugzeug ist der erste in der Schweiz gefertigte Düsenjet seit über 50 Jahren.

Die erste Produktionstranche von 84 Stück ist bereits ausverkauft. Die Schweizer Regierung sowie Nestlé-Präsident Peter Brabeck zählen zu den Erstkunden. Technisch sticht auch die Pilatus aus dem Markt heraus. Denn obwohl sie ein zweistrahliger Jet ist, der zwischen vier und sechs Passagiere transportieren kann, soll die PC 24 auch auf Schotterpisten starten und landen können. Daher haben auch die Australischen Flying Doctors den Schweizer Jet geordert. Denn der neue Jet bietet serienmäßig eine große Heckklappe.

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Weitere Aufträge will Pilatus-Patron Oskar J. Schenk erst wieder annehmen, wenn seine Pilatus-Werke Erfahrungen mit den ersten ausgelieferten Maschinen gesammelt haben. Der erste Kunde soll die erst PC-24 voraussichtlich im Laufe des Jahres 2017 bekommen.

Problematisch scheint dabei, dass diese Order vor der Freigabe des Frankenkurses abgegeben worden sind. Doch Pilatus-Chef Schenk gibt sich kämpferisch. „Wir leben schon lange mit Währungsschwankungen“, erklärt er jüngst der „Zentralschweiz am Sonntag“. „Als wir den PC-12 planten, lag der Dollar bei 2,70 Franken; wir gingen von einem Worst case von 2 Franken aus.“

Geld verdienen die Schweizer mit dem neuen Düsenjet aber noch lange nicht. Die Pilatus-Werke leben bisher vor allem vom Verkauf von Trainingsflugzeugen wie der Propeller-Maschine PC-12. Derzeit bemühen sich die Schweizer um einen Auftrag der australischen Luftwaffe.

Schenk ist stolz, dass die Pilatus-Werke den Düsenjet ohne Subventionen aus eigenen Mitteln entwickelt haben. Branchenkreise schätzen die Entwicklungskosten auf rund 500 Millionen Franken. Anders als Honda hat Pilatus auch keinen Industrieriesen im Rücken. Das Unternehmen gehört mehrheitlich dem Familienclan Bührle-Anda und dem Financier Jörg Burkhart. Derzeit beschäftigen die Pilatus-Werke rund 2000 Mitarbeiter.

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