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15.05.2013

06:57 Uhr

Pilotabschluss in Bayern

Metallindustrie kommt ohne Streiks davon

Nach Warnstreiks und einem langen Schlussspurt kam die Einigung: In zwei Stufen bekommen Metaller mehr Lohn. Die Gewerkschaften freuen sich über eine deutliche Lohnerhöhung - die Arbeitgeber über die lange Laufzeit.

Zweistufiges Lohnplus

Einigung im Tarifstreit

Zweistufiges Lohnplus: Einigung im Tarifstreit

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MünchenZufriedene Gesichter nach einer schnellen Einigung: IG Metall und Gewerkschaft haben sich in der Nacht zum Mittwoch ohne großes Tauziehen und Getöse auf einen Tarifabschluss für die bundesweit 3,7 Millionen Beschäftigten der Metall- und Elektroindustrie geeinigt.

Die Löhne und Gehälter sollen in zwei Schritten steigen: Zum 1. Juli um 3,4 Prozent, zum 1. Mai 2014 dann noch einmal um 2,2 Prozent. Für Mai und Juni gibt es keine Erhöhung, der Vertrag läuft insgesamt 20 Monate. Von Streik ist keine Rede mehr, angesichts der überraschend langen Laufzeit des Vertrags wird ein Arbeitskampf in der Schlüsselbranche vor 2015 auch kein Thema mehr sein. Gewerkschaft und Arbeitgeber demonstrieren Harmonie.

Tarifabschlüsse der Metall- und Elektroindustrie

2009

Die Erhöhung der Löhne und Gehälter betrug insgesamt 4,2 Prozent in zwei Stufen: zum 1. Februar 2,1 Prozent, zum 1. Mai weitere 2,1 Prozent. Für November/Dezember 2008 und Januar 2009 wurde ein Einmalbetrag von 510 Euro vereinbart, ein weiterer von 122 Euro für September 2009. Von Januar bis April 2010 war eine weitere Einmalzahlung von jeweils 0,4 Prozent vorgesehen. Der Vertrag lief über 18 Monate vom 1. November 2008 bis zum 30. April 2010.

2010

Der Entgelttarifvertrag wurde im Zuge der Wirtschaftskrise vom 1. Mai bis zum 31. März 2011 ohne Anhebung verlängert. Zum Ausgleich erhielten die Beschäftigten zwei Einmalbeträge von je 160 Euro am 1. Mai und am 1. Dezember.

2011

Vom 1. April an gab es wie in der Tarifeinigung 2010 beschlossen ein Plus von 2,7 Prozent mit einer Laufzeit von zwölf Monaten bis 31. März 2012.

2012

Nach einem Nullmonat im April wurden die Löhne und Gehälter vom 1. Mai 2012 an um 4,3 Prozent angehoben. Die Vereinbarung lief am 30. April 2013 nach 13 Monaten aus.

2013

Der Vertrag hat eine Laufzeit von 20 Monaten, in den ersten beiden gibt es keine Erhöhung. Von Juli an steigen Löhne und Gehälter um 3,4 Prozent, vom Mai 2014 an nochmal um 2,2 Prozent.

Der Abschluss in Bayern soll auch von den übrigen Tarifbezirken übernommen werden. Es ist damit der erste Pilotabschluss, der seit 1995 in Bayern verhandelt wurde. Bereits am Mittwochmittag (1200) wird die Tarifkommission der Gewerkschaft in München über das Ergebnis beraten, der Bundesvorstand der IG Metall hat dem Kompromiss bereits in der Nacht zugestimmt und den übrigen Bezirken zur Übernahme empfohlen, sagte IG-Metall-Chef Berthold Huber.

Er lobte zugleich den Kompromiss. Die Beschäftigten würden fair und angemessen an der wirtschaftlichen Entwicklung beteiligt. Vor allem hätten die Warnstreiks der vergangenen Tage den Druck erzeugt, der für die rasche Einigung nötig gewesen sei. „Die Mitglieder, IG-Vertrauensleute und Betriebsräte haben diesen Erfolg möglich gemacht“, sagte Huber. Ursprünglich hatte die IG Metall 5,5 Prozent mehr Geld gefordert - bei einer Laufzeit von 12 Monaten.

Kommentare (5)

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Account gelöscht!

15.05.2013, 10:38 Uhr

Die Löhne in der Metallindustrie sind viel zu hoch.

Es wird so gehen wie bei Opel - Produktionsstandorte in Deutschland werden geschlossen. Es gibt ein Millionenheer von billigen Arbeitskräften in Osteuropa.

Ichbinsdoch

15.05.2013, 11:28 Uhr

@Ylander:
Was bitte schön hat denn Opel nun mit diesen Micro Gehaltserhöhungen zu tun?
Opel die Marke ansich ist kaputt gewirtschaftet, weils vor allem am Absatzmarkt fehlt. Was auf der einen Seite an absulut schlechtem Design liegt und auf der anderen, das die Kundschaft immer weniger Geld in den Taschen hat.
Ja woher kommt denn das Geld? Sicher nicht durch Null-Runden oder Gehaltsverzicht

Account gelöscht!

15.05.2013, 15:13 Uhr

Moment mal, Salzgitter und ThyssenKrupp schreiben tiefrote Zahlen, und Sie sprechen von Micro-Gehaltserhöhungen?

Wenn die Unternehmen schlecht laufen, sind die Arbeitgeber schuld, wenn sie gut laufen, liegt es an den Arbeitnehmern - so jedenfalls die Vorstellung der Gewerkschafter.

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