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02.02.2005

10:29 Uhr

Pipeline durch die Ostsee geplant

Verbundnetz Gas will engere Partnerschaft mit Gazprom

VonJürgen Flauger

Die Leipziger Verbundnetz Gas AG (VNG) will ihre Geschäftsbeziehungen mit dem russischen Branchenriesen Gazprom zu einer strategischen Partnerschaft ausbauen. Dabei signalisiert der Importeur auch eine Beteiligung an der geplanten Pipeline durch die Ostsee.

HB BERLIN. „Wir sind zu einer engeren Partnerschaft bereit“, sagte Vorstandschef Klaus-Ewald Holst im Gespräch mit dem Handelsblatt. Bisher seien vor allem Eon Ruhrgas und Wingas im Blickfeld des russischen Gaskonzerns gewesen, erläutert er: „Künftig wird Gazprom eher mit Dreien reden müssen.“

Mit einem Absatz von 162 Mrd. Kilowattstunden im vergangenen Jahr ist die VNG nach Eon Ruhrgas, RWE, BEB und Wingas Deutschlands fünftgrößter Importeur und gilt wegen der starken Position in den neuen Ländern als „ostdeutsche Ruhrgas“. Seit über 30 Jahren bezieht VNG Gas von Gazprom. Zudem halten die Russen rund fünf Prozent der VNG-Aktien.

Im Gegensatz zu Eon Ruhrgas und Wingas beschränkt sich die Kooperation aber weitgehend auf den Gasbezug. Wingas ist dagegen ein Gemeinschaftsunternehmen von Gazprom mit der Wintershall AG. Eon Ruhrgas wiederum ist am russischen Partner direkt beteiligt, Vorstandschef Burckhard Bergmann sitzt sogar in dessen Direktorium. Zudem arbeiten Wintershall und Eon Ruhrgas gemeinsam mit Gazprom an verschiedenen Projekten – unter anderem in der Förderung.

Er wolle die Verbindungen nun aber zu einer strategischen Partnerschaft ausbauen, sagte Holst: „Und wir haben den Eindruck, dass die Russen darüber auch nachdenken.“ Im vergangenen Jahr lotete er bei einem Treffen mit Gazprom-Chef Alexeji Miller bereits Möglichkeiten für eine stärkere Kooperation aus. Auf Anfrage wollte Gazprom Holsts Vorstoß aber nicht näher kommentieren. Ein Sprecherin verwies lediglich auf die bereits langjährigen Beziehungen zur VNG.

Als Beispiel fügte der Vorstandschef das von Gazprom voran getriebene Projekt einer neuen Pipeline durch die Ostsee an. Sie soll Russland einen zusätzlichen Transportweg nach Europa eröffnen. Für die hohe Investitionssumme von rund 2,4 Mrd. Dollar sucht Gazprom im Westen nach Investoren.

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