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25.01.2011

12:58 Uhr

EU-Energiekommissar Günther Oettinger. Quelle: Reuters

EU-Energiekommissar Günther Oettinger.

Die EU-Kommission hält Europas Prestigeprojekt Nabucco-Pipeline für gesichert.

Die Förderländer im kaspischen Raum unterstützen die Gaspipeline, die Europa unabhängig von Russland machen soll, und hätten feste Lieferzusagen abgegeben, sagte EU-Energiekommissar Günther Oettinger in Brüssel. Demnach werde die EU die notwendigen Gaslieferungen aus der kaspischen Region innerhalb von „zwei oder drei Jahren“ erhalten. Das Projekt könnte 2012 oder 2013 beginnen.

Bei einem EU-Besuch in Turkmenistan und Aserbaidschan hätten beide Länder diese Zusagen gemacht. Aserbaidschans Präsident Ilcham Alijew sei bereit, in den nächsten fünf bis acht Jahren bis zu 21 Milliarden Kubikmeter zu liefern, sagte Oettinger. Turkmenistan habe zehn Milliarden oder mehr zugesagt. Mit diesem Volumen wäre die Grundauslastung der im Endausbau 31 Milliarden Kubikmeter fassenden Röhre gesichert.

Die Verhandlungen waren zunächst schleppend gelaufen, weil sich Turkmenistan und Aserbaidschan nicht aus der Deckung wagten. Beobachtern zufolge werden sie von Russland unter Druck gesetzt. Die russische Gazprom fürchtet um ihr bisheriges Pipeline-Monopol und kämpft gegen das Projekt. Ursprünglich sollte die Entscheidung schon im ersten Halbjahr 2010 fallen. Mitte Januar hatte Aserbaidschan mit der EU eine gemeinsame Erklärung über Gaslieferungen unterzeichnet.

Die Nabucco-Pipeline ist als Alternative zu russischen Gasleitungen geplant und soll vom Kaspischen Meer nach Mitteleuropa gehen. Unternehmen und Verbraucher sollen sich von 2015 an auf Gas-Lieferungen verlassen können. In der Region am Kaspischen Meer liegen riesige, noch unerschlossene Gasvorkommen, die die Basis für das Nabucco-Projekt bilden. An dem Nabucco-Konsortium ist maßgeblich der Essener RWE-Konzern beteiligt.

dpa

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