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17.05.2012

15:08 Uhr

Pipeline-Projekt

Nabucco-Konsortium reicht kleineres Angebot ein

Die Kosten für das europäische Parade-Pipeline-Projekt Nabucco sind explodiert. Jetzt wird eine kleinere Variante diskutiert, die nicht alle Investoren mittragen wollen. Die Nabucco-Planer haben aber noch mehr Probleme.

EU-Kommissionspräsident Jose Manuel Barosso und Vertreter der beteiligten Staaten bei der Unterzeichnung des Nabucco-Rahmenvertrags. dpa

EU-Kommissionspräsident Jose Manuel Barosso und Vertreter der beteiligten Staaten bei der Unterzeichnung des Nabucco-Rahmenvertrags.

WienDas ehrgeizige europäische Pipelineprojekt Nabucco plant nun auch offiziell die schon länger diskutierte verkürzte und billigere Variante. Ein entsprechendes formelles Angebot sei beim Shah-Deniz-II-Konsortium, das die Gasfelder im zentralasiatischen Aserbaidschan erschließt, eingereicht worden, teilte ein Sprecher am Donnerstag auf dpa-Anfrage mit. „Vorher hat es sich um Berechnungen und Überlegungen gehandelt, aber nicht um ein offizielles Angebot. Jetzt sind beide Varianten am Tisch und die Entscheidung liegt bei den Produzenten.“

Die verkürzte Pipeline Nabucco West würde das Gas nur von der türkisch-bulgarischen Grenze nach Österreich und so zum europäischen Markt bringen. Von der Förderregion durch die Türkei bis dorthin würde das Gas durch Pipelines anderer Betreiber strömen. Mit Nabucco will sich Europa unabhängiger von russischen Erdgaslieferungen machen.

Der Nabucco-Sprecher teilte mit, das neue Angebot werde „von allen Shareholdern unterstützt“. Kürzlich war bekanntgeworden, dass der Energiekonzern RWE wegen der möglichen Verkürzung der Pipeline einen Ausstieg aus dem Vorhaben erwägt.

Gründe für die neue Planung sind Verzögerungen und die Kostenexplosion bei Nabucco. Die ursprünglich geplanten Kosten von rund 8 Milliarden Euro hätten sich inzwischen auf 15 Milliarden Euro fast verdoppelt, hieß es zuletzt in der Branche. Ein Sprecher der federführenden österreichischen Öl- und Gaskonzern OMV meinte daher bereits vor einiger Zeit: „Es läuft auf eine pragmatisch machbare Lösung hinaus.“

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Auch der Chef des staatlichen aserbaidschanischen Energiekonzerns Socar, der am Shah-Deniz-II-Konsortium beteiligt ist, betonte kürzlich, für die ursprünglich von Nabucco geplante Pipeline könne nicht genug Gas geliefert werden. Nabucco sei für 31 Milliarden Kubikmeter Gas im Jahr geplant, im Moment könnten aber nur 10 Milliarden Kubikmeter geliefert werden.

Neben RWE und OMV gehören zu Nabucco auch die türkische Botas, Bulgarian Energy und die rumänische Transgaz sowie das kommunale Gasunternehmen Bayerngas. Die ungarische MOL kündigte vor wenigen Wochen ihren Rückzug an.

Von

dpa

Kommentare (2)

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Nachwuchs

17.05.2012, 18:51 Uhr

Ich sage nur: Experten!! Experten sind am Werk! Was erwartet man denn von Experten??

Mouse

01.06.2012, 21:52 Uhr

Die Jungs sollten einfach mal bei den Russen in Schule gehen und lernen wie die ihre Pipline-Projekte durchziehen. Das Bestreben auf Unabhänigkeit vom Russischen Gas ist sowieso nur auf dem Mist von den Amis gewachsen. Die Russen haben in der Vergangenheit immer zuverlässig Energie geliefert. Gegenseitige Geschäftsbeziehungen sind die beste Friedesgarantie, aber auf Verlangen der Amis muß ja ein Raketen-Abwehrschirm gebaut werden - der die Russen verärgert und bedroht. Vielleicht will man deshalb unabhäniger werden. Aber es besteht ja Hoffnung, daß dieses tolle Projet den Bach runter geht.

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