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03.02.2015

20:41 Uhr

PKW-Markt

Auto-Absatz in Deutschland und den USA steigert sich

Die Anzahl der Pkw-Neuzulassungen in Deutschland ist im Januar um 2,6 Prozent gestiegen, eine nachhaltige Erholung sehen Experten aber noch nicht. Weit rosiger sieht da die Lage in den USA aus.

Vor allem in den USA ist der PKW-Markt im Januar deutlich gewachsen. Doch auch in Deutschland hat der Absatz leicht zugelegt. dpa

Automarkt

Vor allem in den USA ist der PKW-Markt im Januar deutlich gewachsen. Doch auch in Deutschland hat der Absatz leicht zugelegt.

Hamburg/DetroitDer Pkw-Absatz in Deutschland ist zu Jahresbeginn moderat gestiegen. Im Januar seien 211.000 Fahrzeuge neu registriert worden, ein Plus binnen Jahresfrist von 2,6 Prozent, teilte das Flensburger Kraftfahrt-Bundesamt (KBA) am Dienstag mit und bestätigte damit Informationen der Nachrichtenagentur Reuters.

Damit fiel der Zuwachs etwa halb so hoch aus wie im Dezember, als fast sieben Prozent mehr Neuwagen auf die Straßen gekommen waren. Experten begründeten dies mit zahlreichen Tageszulassungen. Damit hätten viele Händler am Jahresende ihre Bilanzen aufpoliert. Im Januar kauften weiterhin vor allem Firmen neue Autos, während Privatleute den Kauf eines neuen Wagens weiter mieden.

Hoffnungen für die kommenden Monate schöpft die Branche aus einem deutlich gestiegenen Auftragsplus. Sowohl im Inland als auch aus dem Ausland zogen die Bestellungen um 16 Prozent an. „Das ist ein erfreulicher Jahresstart“, sagte VDA-Chef Matthias Wissmann. Export und Produktion gingen um je drei Prozent zurück.

Dies lag laut VDA daran, dass der Januar in diesem Jahr einen Arbeitstag weniger hatte. Bereinigt um diesen Effekt habe das Wachstum auch hier bei zwei Prozent gelegen, erläuterte ein Sprecher.

„Der deutsche Markt hängt nach wie vor sehr stark von Rabatten ab“, sagte Autoprofessor Ferdinand Dudenhöffer. Er geht davon aus, dass sich die Konjunktur in diesem Jahr stabilisieren wird. An dem schwierigen Autogeschäft mit hohen Preisabschlägen werde sich in den nächsten Monaten aber wenig ändern, fügte Dudenhöffer hinzu, der das CAR-Institut an der Uni Duisburg-Essen leitet.

Woraus sich der Preis eines Neuwagens zusammensetzt

Listenpreis

Der Listenpreis (brutto) des untersuchten Kompaktwagens liegt bei 26.780 Euro.

Quelle: Institut für Automobilwirtschaft (IFA)

Mehrwertsteuer/Nettopreis

Der Staat kassiert bei diesem Neuwagenpreis 4.276 Euro Mehrwertsteuer, was bei unserem Kompaktwagen zu einem Nettolistenpreis von 22.504 Euro führt. Dieser Nettopreis wird im Folgenden als 100 Prozent betrachtet.

Materialkosten

9.789 Euro oder 43,5 Prozent des Nettopreises

Personalkosten

2.250 Euro oder 10 Prozent des Nettopreises

Verwaltung und Vertrieb

2.138 Euro oder 9,5 Prozent des Nettopreises

Forschung und Entwicklung

1.350 Euro oder 6 Prozent des Nettopreises

Abschreibungen

1.013 Euro oder 4,5 Prozent des Nettopreises

Werbung

563 Euro oder 2,5 Prozent des Nettopreises

Garantiekosten

450 Euro oder 2 Prozent des Nettopreises

Händlermarge

Beim Händler bleiben 3.713 Euro oder 16,5 Prozent des Nettopreises hängen

Gewinn für den Hersteller

Bei einem Nettopreis von 22.504 Euro kann der Hersteller 1.238 Euro oder 5,5 Prozent als Gewinn verbuchen

Angesichts der günstigen Rahmenbedingungen fiel der Jahresauftakt nach Einschätzung des Autoexperten Peter Fuß von der Unternehmensberatung EY relativ schwach aus. Er verwies auf das hohe Beschäftigungsniveau, steigende Reallöhne, niedrige Zinsen und das billige Benzin, das zum Kauf eines Autos ermuntern könnte.

Dem stehe die Verunsicherung vieler Verbraucher angesichts der politischen Krisen gegenüber. Als weitere Gründe dafür, dass der Pkw-Absatz hierzulande schon länger auf der Stelle tritt, nannte Fuß die Zunahme von Car-Sharing-Angeboten sowie den Ausbau des Fernbusnetzes.

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