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04.01.2017

12:53 Uhr

Pkw-Verkauf

Deutschland im Autorausch

Die Deutschen haben eine Leidenschaft für Neuwagen – und die ist so hoch wie seit sieben Jahren nicht mehr. Besonders die niedrigen Spritpreise und günstigen Zinsen lockten im Jahr 2016 viele Fahrzeugkäufer an.

Im Jahr 2016 wurden rund 4,5 Prozent mehr Neuwagen gekauft als im Vorjahr. dpa

Neufahrzeuge in Deutschland

Im Jahr 2016 wurden rund 4,5 Prozent mehr Neuwagen gekauft als im Vorjahr.

HamburgDie gute Kauflaune der Konsumenten hat den Autobauern in Deutschland das beste Absatzjahr seit langem beschert. Da Benzinpreise und Zinsen niedrig waren, stellten sich deutlich mehr Privatkäufer als in früheren Jahren einen Neuwagen in die Garage. Auch das Flottengeschäft mit großen Unternehmen lief nach Branchenangaben gut. Insgesamt legten die Neuzulassungen 2016 um 4,5 Prozent auf knapp 3,4 Millionen Fahrzeuge zu, wie das Kraftfahrt-Bundesamt am Mittwoch mitteilte und damit einen Reuters-Bericht bestätigte. Das war der höchste Stand seit 2009, als der Pkw-Absatz durch die Verschrottungsprämie angekurbelt wurde.

Für 2017 sehen Experten allerdings Wolken am Automarkt aufziehen, weil die Preise an den Tankstellen wieder klettern und die Zeit niedriger Zinsen zu Ende gehen dürfte. Peter Fuß von der Unternehmensberatung EY rechnet dennoch mit einem Absatzplus von zwei Prozent, weil die Rabattschlacht zwischen den Herstellern anhält. „Man hat einmal damit angefangen und die Käufer damit verwöhnt“, sagte Fuß.

Seit 2010 sind die Preisabschläge der Hersteller nach Berechnungen des CAR-Instituts an der Uni Duisburg/Essen etwa um ein Viertel gestiegen. „Die Autobauer kommen auch in diesem Jahr nicht aus der Rabattmühle heraus“, erklärte Autoprofessor Ferdinand Dudenhöffer. Er prognostiziert für dieses Jahr einen Pkw-Absatz zwischen 3,3 und 3,4 Millionen Einheiten.

Im vergangenen Jahr verbuchten fast alle deutschen Automarken Verkaufszuwächse. Zu den wenigen Verlierern gehörte Volkswagen, dessen Absatz im Jahr nach Bekanntwerden der Abgasaffäre um gut vier Prozent sank. Allein im Dezember brachen die Zulassungen der Marke mit dem VW-Logo laut KBA um 16 Prozent ein. Trotzdem konnten sich die Wolfsburger als Marktführer behaupten. Der Anteil der Dieselfahrzeuge schrumpfte binnen Jahresfrist um gut zwei Prozentpunkte auf 45,9 Prozent, während Autos mit Benzinmotor stärker gefragt waren (Anteil 52,1 Prozent).

Fahrzeuge mit alternativen Antrieben kamen in der Zulassungsstatistik lediglich auf zwei Prozent. Darunter waren trotz Kaufprämie nur 11.410 reine Elektroautos, was einem Anteil von nur 0,3 Prozent an den Neuzulassungen entsprach.

Von

rtr

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