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17.11.2016

17:40 Uhr

Pläne für „eHighway“

Siemens testet Hybrid-Lastwagen

Mit speziellen Lastern mit Hybridantrieb will Siemens Energieverbrauch und Luftverschmutzung reduzieren. Sie sollen sich während der Fahrt an Oberleitungen anschließen und mit Strom fahren. Tests sind in Planung.

Ab 2019 will das Unternehmen Laster mit Hybridantrieb auf die Straße bringen. AP

Siemens-Zentrale in München

Ab 2019 will das Unternehmen Laster mit Hybridantrieb auf die Straße bringen.

BerlinSiemens will ab 2019 auch in Deutschland Hybrid-Lastwagen mit Strom aus Oberleitungen auf die Straße bringen. Für einen Feldversuch solle die nötige Infrastruktur nach bisheriger Planung bis Ende 2018 aufgebaut werden und danach könne der Praxistest beginnen, sagte Siemens-Manager Hasso Georg Grünjes am Donnerstag in Berlin. Das Ausschreibungsverfahren sei bereits abgeschlossen; über die Vergabe des Feldversuchs entscheide das Bundesumweltministerium als Fördermittelgeber.

Siemens arbeitet bereits seit Jahren an dem sogenannten eHighway für Nutzfahrzeuge mit Hybridantrieb. Diese speziell entwickelten Laster können sich während der Fahrt an Oberleitungen anschließen und mit Strom fahren – durch den Hybridantrieb geht es aber auch ohne. Ziel ist es, den Energieverbrauch und die Luftverschmutzung trotz des wachsenden Güterverkehr auf der Straße zu reduzieren.

Das sind die größten Baustellen von Siemens

Energiesparte

Hier hat Siemens den Trend zu dezentralen Lösungen verpasst. Die Münchener ließen sich für ihre riesige Weltmeister-Gasturbine der H-Klasse feiern. Doch in Zeiten der Energiewende waren vor allem kleine Modelle gefragt, die die Konkurrenz im Portfolio hatte. Auch in Sachen Innovationskraft verlor Siemens den Anschluss. Mit teuren Akquisitionen, einem Stellenabbau und mehr Investitionen in Forschung & Entwicklung versuchen Joe Kaeser und Energievorstand Lisa Davis gegenzusteuern.

Wachstumsschwäche

Vor einer guten Dekade war Siemens doppelt so groß wie BMW. Inzwischen ist der Autobauer an dem Technologiekonzern vorbeigezogen. Das hat mehrere Gründe: Zum einen trennte sich Siemens immer wieder von Geschäftssparten, ohne im gleichen Maß zuzukaufen. Zudem war Siemens auch organisch in den meisten Jahren wachstumsschwach und fiel hinter die besten Konkurrenten zurück. Kaeser setzt auf mehr Innovationen und einen besseren Kundenzugang. Ab dem Geschäftsjahr 2016 soll Siemens schneller wachsen als die Wettbewerber.

Ertragsschwäche

Kaesers Vorgänger Peter Löscher wähnte Siemens schon in der Champions League der weltbesten Unternehmen. Doch nach einem Zwischenhoch bröckelten die Renditen wieder ab. Für das Geschäftsjahr 2014/15 hatte Kaeser eine operative Umsatzrendite von zehn Prozent im Industriegeschäft versprochen. Angesichts der Kosten für den Umbau ist das ordentlich. Doch die besten Konkurrenten wie General Electric sind in vielen Bereichen besser. Durch kürzere Hierarchiewege, eine Sanierung der renditeschwachen Bereiche und den Abbau von Stellen will Kaeser mit seiner „Vision 2020“ Boden gut machen.

Dresser-Rand

Der Kauf des US-Kompressorenherstellers für zunächst 7,6 Milliarden Dollar war einer der größten Zukäufe in der Unternehmensgeschichte. Kaeser hatte sich, auch von seinem Vorgänger Peter Löscher, in einen Bieterwettbewerb treiben lassen. Doch seit der Übernahme ist der Ölpreis drastisch gefallen, die Förderer stellen ihre Investitionen zurück. Der Kaufpreis war im Nachhinein viel zu hoch. Nun muss Kaeser auf eine Erholung der Ölpreise hoffen und Dresser-Rand wenigstens erfolgreich integrieren.

Autor: ax

Die Infrastruktur dafür sei „nicht auf jeder Bundesstraße“ nötig, sondern da, wo sie effizient genutzt werden könne, betonte Grünjes. Laut Siemens ist das Oberleitungssystem vor allem auf stark frequentierten Lkw-Pendelstrecken sinnvoll – beispielsweise zwischen Häfen, Fabriken, Minen und Umladeplätzen.

Auf öffentlichen Straßen laufen bereits Pilotprojekte in Schweden und im US-Bundesstaat Kalifornien. In der Uckermark in Brandenburg gibt es bereits seit 2010 eine private Teststrecke.

Von

afp

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