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27.05.2013

11:48 Uhr

Pleite von Elektroauto-Partner

Renault gibt sich gelassen

Die Konzernstrategie steht nicht in Frage, sagt Renault-Chef Normand nach der Pleite des Partnerunternehmens Better Place. Dennoch müssen einige Konzernziele kassiert werden.

Der Renault Zoe wird über eine Klappe hinter dem Firmenlogo aufgeladen. Reuters

Der Renault Zoe wird über eine Klappe hinter dem Firmenlogo aufgeladen.

ParisDer französische Autobauer Renault hat sich nach der Pleite seines auf das Aufladen von Elektroauto-Batterien spezialisierten Partnerunternehmens Better Place betont gelassen gegeben. Die Pleite des US-israelischen Unternehmens stelle die Konzernstrategie bei Elektroautos nicht in Frage, sagte Renault-Manager Gilles Normand am Montag in Paris. Die in Zusammenarbeit mit Better Place verkauften Renault Fluence stellten nur „etwas mehr als einen Prozent” der von Renault-Nissan verkauften Elektroautos dar. „Die Zukunft von Elektro-Fahrzeugen ist absolut nicht in Frage gestellt.”

Das 2007 vom US-Israeli Shai Agassi gegründete Unternehmen Better Place hatte am Wochenende in Israel Bankrott angemeldet. Die Firma hat sich auf den Austausch von Elektroauto-Batterien an automatisierten Stationen spezialisiert, mit der Technologie soll das langwierige Wiederaufladen der Batterien im Fahrzeug selbst umgangen werden. 2008 schlossen Better Place und Renault-Nissan eine Partnerschaft. Das Ziel, bis 2016 in Israel und Dänemark 100.000 Fahrzeuge zu verkaufen, erwies sich allerdings als utopisch: Laut israelischen Medienberichten fahren derzeit in Israel nur 900 Elektro-Fahrzeuge mit dieser Technologie, und deutlich weniger in Dänemark.

Den Berichten zufolge hat Better Place seit seiner Gründung umgerechnet mehr als 650 Millionen Euro Verlust gemacht. Renault-Manager Normand wollte am Montag nicht sagen, wie viel Geld Renault genau in die Partnerschaft steckte. Es handle sich aber um einen „extrem begrenzten Teil“ der insgesamt vier Milliarden Euro, die Renault-Nissan bis 2015 in Elektroautos investieren will.

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afp

Kommentare (2)

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Kaurikampf

27.05.2013, 12:54 Uhr

Oh jeh! Der Chef und Zukunftspropagandist von Better Place war ja Shy Aggassie! Den haben die Investoren schon vor einem halben Jahr in die Wüste geschickt, nachdem ca. 50% des eingesammelten Kapitals verbraten war. Der Zweite von SAP ist der Chef-Koordinator der Nationalen Plattform für E-Mobilität (NPE) Herr Kagermann, der noch immer glauben machen will, dass bis 2020 eine Mio. E-Fahrzeuge auf deutschen Strassen fahren! Dieser Zwangsoptimismus grenzt an die Wunderwaffenpropaganda des untergehenden dritten Reichs! Der Unterschied ist nur, dass die Wunderwaffen weitgehend Realität und nicht Träume waren!
Ich bin gespannt wann Renault das ganze Projekt abschreibt und die Verluste offen ausweist. Selbst in Frankreich, wo der Kauf eines E-Mobils ja mit ca. 6000€ bezuschusst wird, ist der Absatz ja nicht nennenswert. Wer hier den Twizzy anführt, kann auch gleich E-Fahrräder dazurechnen!
Es ist nicht schlimm, wenn man sich verkalkuliert. Schlimm ist nur, wenn man das nicht einsehen will und weiter Geld verbrennt . Das gilt hüben und drüben!

Sven

08.07.2013, 21:15 Uhr

Geld kann man in einem Wirtschaftssystem wie unserem gar nicht verbrennen.
Es wechselt über Zins und Zinseszins einfach den Besitzer.
Und zwar in bekannter Weise, von fleissig nach Vermögend.
Die Idee an sich ist gut, bisher waren nur die Werbemaschinen und das gewohnte Mißtrauen der Leute größer.
In meinem Modellheli wechsele ich die Akkus auch und kann dadurch innerhalb kurzer Zeit wieder fliegen.
Modell Hubschrauber sind Schwerstarbeit unter Extrembedingungen für die Akku Technik.
Was dort geht, funktioniert skaliert auch bei KFZ.
Es gibt gar kein Reichweiten Problem, wenn man nur sinnvoll vorhandene Technik einsetzt.
Besser fahren tun E-Autos allemal, das konnte ich gerade wieder erfahren.

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