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11.10.2013

09:40 Uhr

Pleiten

Weniger Insolvenzen im ersten Halbjahr

Die Zahl der Firmen- und Verbraucherpleiten im ersten Halbjahr 2013 ist um 7,8 Prozent geringer als im Vorjahreszeitraum. Der größte Teil der Insolvenzanträge wird von Privatpersonen eingereicht.

Etwa 75 Prozent der Insolvenzen seien auf Managementfehler zurückzuführen, so der IVD. dpa

Etwa 75 Prozent der Insolvenzen seien auf Managementfehler zurückzuführen, so der IVD.

WiesbadenDie Zahl der Firmen- und Verbraucherpleiten ist im ersten Halbjahr deutlich zurückgegangen. Bei den Amtsgerichten seien zwischen Januar und Juni insgesamt 70.990 Anträge auf Eröffnung eines Insolvenzverfahrens gestellt worden, teilte das Statistische Bundesamt am Freitag in Wiesbaden mit. Dies seien 7,8 Prozent weniger Insolvenzanträge gewesen als im Vergleichszeitraum des Vorjahres.

Bei knapp einem Fünftel (18,7 Prozent) der Pleitefälle habe es sich um Firmeninsolvenzen gehandelt, teilten die Statistiker mit. Zum Großteil reichten jedoch Verbraucher Insolvenzanträge ein. Daneben gab es laut Statistik eine geringere Anzahl von Insolvenzen bei ehemals Selbstständigen und von Nachlassinsolvenzen.

Gläubiger von Firmen blieben im ersten Halbjahr auf Forderungen in einer Gesamthöhe von 10,4 Milliarden Euro sitzen, teilte die Statistikbehörde mit. Durchschnittlich warteten Unternehmensgläubiger damit auf Forderungen in Höhe von 787.700 Euro.

Die Forderungen von Gläubigern gegenüber Verbrauchern summierten sich in der ersten Jahreshälfte auf 2,4 Milliarden Euro, teilten die Statistiker mit. Damit waren insolvente Verbraucher im Schnitt mit etwa 53.100 Euro verschuldet.

Ungeachtet dieser Entwicklung warnt der Insolvenzverwalterverband VID vor zu viel Optimismus. „Aufgrund des massiven Wettbewerbs sind in vielen deutschen Schlüsselbranchen die Margen extrem gering“, sagte der VID-Vorsitzende Christoph Niering. Solche Unternehmen verfügten oft nur über eine geringe Eigenkapitaldecke und seien zum Teil hoch verschuldet. „Eine nur leichte Stagnation kann dann dazu führen, dass selbst bei gestandenen Unternehmen die Luft knapp wird", so Niering. Das Risiko dafür sei umso höher, weil der Export als Konjunkturmotor auf absehbare Zeit ausfalle. "Hinzu kommen zurzeit die Unsicherheiten angesichts des Haushaltsstreits in den USA und die weiterhin ungelöste Euro-Krise, die jederzeit neue Nachfrage-Einbrüche auslösen kann", ergänzte Niering.



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