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19.04.2016

17:17 Uhr

Plus durch Autokredite

Autobanken werden zur Goldgrube

Fast jeder zweite Neuwagen wurde 2015 über die herstellereigene Bank geleast oder finanziert. Für die Autobauer ein lohnendes Geschäft: Während der Absatz stagnierte, stieg das Volumen der Leasing- und Kreditverträge.

Während der Absatz der Autobauer im Privatkundengeschäft insgesamt stagnierte, stieg das Volumen der Leasing- und Kreditverträge um vier Prozent. AFP; Files; Francois Guillot

Deutsche Autobauer

Während der Absatz der Autobauer im Privatkundengeschäft insgesamt stagnierte, stieg das Volumen der Leasing- und Kreditverträge um vier Prozent.

FrankfurtDie Banktöchter der Autobauer stützen den Fahrzeugabsatz in Deutschland mit günstigen Leasingverträgen und Krediten. Das Neugeschäft sei im vergangenen Jahr um sechs Prozent auf den Höchststand von 38,8 Milliarden Euro gestiegen, teilte der Arbeitskreis Autobanken (AKA) am Dienstag in Frankfurt mit. Dem Verband gehören zehn herstellereigene Banken an, die zusammen 31 Marken vertreten.

Insgesamt hatten sie Ende des Jahres Leasing- und Kreditverträge im Volumen von 104 Milliarden Euro auf den Büchern, fünf Prozent mehr als ein Jahr zuvor und so viele wie nie. Fast jedes zweite neu zugelassene Auto sei 2015 über die Herstellerbanken geleast oder finanziert worden, errechnete der AKA. Nur jeder vierte Autofahrer zahle seinen Neuwagen bar.

Vor allem im Privatkundengeschäft kurbelten die Autobauer den Absatz über ihre eigenen Banken an. Während der Absatz in dem Segment insgesamt stagnierte, stieg das Volumen der Leasing- und Kreditverträge um vier Prozent. Das Vertragsvolumen wächst seit einigen Jahren schneller als die Stückzahlen, da die Autofahrer ihre Fahrzeuge mit immer mehr Extras ausstatten lassen.

Beliebteste Autoklassen bei Privatkäufern

Kompaktklasse nur noch knapp vor SUV

Wer sein Auto selbst zahlt, kauft besonders gern ein SUV. Rund jeder vierte auf eine Privatperson zugelassene Neuwagen war 2015 einer der modischen Crossover. Der Kompaktklasse – seit Jahrzehnten Spitzenreiter in der Beliebtheit – droht Rang zwei. Eine Übersicht der beliebtesten Pkw-Segmente bei privaten Neuwagenkäufern ....

Rang 6

Die Mittelklasse – im Gesamtmarkt immerhin auf Rang vier der beliebtesten Klasse – kommt bei den Privatkunden erst auf Platz sechs. Gerade mal 18,9 Prozent der Halter im Segment von VW Passat und Co. sind natürliche Personen aus Fleisch und Blut. Geringer ist die Quote nur in der oberen Mittelklasse (17,3 Prozent) und in der Oberklasse (13,8 Prozent).

Insgesamt wurden im vergangenen Jahr rund 1,1 Millionen Neuwagen auf Privatpersonen zugelassen. Das entspricht einem Anteil von 34,2 Prozent am Gesamtmarkt von 3,2 Millionen Pkw.

Rang 5

Vans fand 2015 genau 84.631 Privatkunden: Bei den prototypischen Familienautos hätte man vielleicht einen höheren Privatkundenanteil als mäßige 32 Prozent erwarten können. Aber für junge Familien sind die praktischen Pampers-Bomber als Neuwagen häufig zu teuer, sind die Kinder größer und die Festgeldkonten voller, fährt man häufig lieber Limousine oder SUV als einen klobigen Van.

Ein einziges Modell fällt aus dem Rahmen: der sehr günstige Dacia Lodgy (ab 9.990 Euro) mit fast 80 Prozent Privatkunden – was die oben aufgeführte These letztlich stützt.

Rang 4

Kleinstwagen mit 89.317 Privatkunden: Lediglich jeder dritte Kleinstwagenkäufer bestellt das Fahrzeug auf eigene Rechnung. Größer ist der Anteil bei den besonders preisgünstigen Modellen.

So lassen beispielsweise rund 70 Prozent der Käufer eines Suzuki Celerio (zurzeit ab 9.690 Euro, 2015 zwischenzeitlich aber auch mal unter 7.000 Euro) das Fahrzeug privat zu.

Bei teureren Lifestyle-Modellen wie dem Fiat 500 oder dem Opel Adam ist das Verhältnis umgedreht.

Rang 3

Kleinwagen, 208.053 Privatkunden: Die Kleinwagen-Klasse ist ein typisches Privatkundensegment. Als Dienstwagen-Bonbon für das mittlere Management tendenziell zu klein, als Arbeitsgerät für Pizza-Kuriere tendenziell zu groß. Resultat ist ein weit überdurchschnittlicher Privatkundenanteil von 44 Prozent.

Rang 2

SUV, mit 253.186 Privatkunden in 2015: Während die SUV im Gesamtmarkt noch knapp eine Viertelmillion Neuzulassungen hinter der Kompaktklasse liegen, haben die Crossover auf dem privaten Markt schon ziemlich aufgeholt.

Der Privatkäuferanteil von 42 Prozent ist in der Statistik des Kraftfahrt-Bundesamtes (KBA) der höchste hinter Wohnmobilen (64 Prozent) und Kleinwagen (44 Prozent).

Rang 1

Kompaktklasse (292.597 Privatkunden): Immer noch das populärste Fahrzeugsegment der Deutschen, auf dem Privatkundenmarkt aber zunehmend unter Druck (siehe Rang zwei). Rund 65 Prozent der 2015 neu zugelassenen Fahrzeuge sind auf eine Firma angemeldet.

Vor allem die deutschen Hersteller engagieren sich stark im Flottenmarkt, beim VW Golf geht nicht einmal jedes dritte Auto an eine Privatperson.

Für das laufende Jahr geht der AKA von einem stagnierenden Autoabsatz in Deutschland aus. Das erste Quartal habe gezeigt, dass die Autobanken demgegenüber erneut zulegen dürften, sagte Anthony Bandmann, Vorstandsmitglied von Volkswagen Financial Services und einer der Sprecher des AKA.

Von

rtr

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