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24.10.2012

17:10 Uhr

Poker um Daimler-Anteil

Bund will für EADS-Einstieg drei Milliarden Euro zahlen

ExklusivDie Zeit drängt: Der von der Bundesregierung geplante Einstieg bei EADS muss zügig erfolgen, weil Daimler sein Anteilspaket bis zum Jahresende loswerden will. Jetzt kommt es auf den Haushaltsausschuss an.

Der Machtpoker um EADS ist in vollem Gange. dapd

Der Machtpoker um EADS ist in vollem Gange.

Berlin/MünchenDie Bundesregierung will so schnell wie möglich bei der Airbus-Mutter EADS einsteigen und ist bereit, mehr als den Marktpreis für ein Aktienpaket zu bezahlen. Insgesamt will sich der Bund den Einstieg knapp drei Milliarden Euro kosten lassen. Das geht aus einem Bericht des Bundeswirtschaftsministeriums an den Haushaltsausschuss des Bundestages hervor, der dem Handelsblatt (Donnerstagausgabe) vorliegt. Den Kaufpreis für die Planung des Budgets veranschlagt die Regierung auf 30 Euro je Aktie, gestern lag der Kurs bei 26,35 Euro.  

Den hohen  Kaufpreis begründet die Regierung auch mit einem wachsenden Zeitdruck, der vom Autokonzern Daimler ausgeht. Es „droht die konkrete Gefahr, dass die Daimler AG ihre Anteile über den Markt verkauft“, heißt es in dem Papier. Die Stuttgarter hatten angekündigt, bis Ende des Jahres mindestens 7,5 Prozent ihrer EADS-Anteile verkaufen zu wollen.

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In der Bundesregierung wächst der Ärger über nicht eingehaltene Zusagen. Mit der Anschubfinanzierung für den A350 sei die Stärkung der deutschen Standorte verbunden gewesen, heißt es. Airbus schweigt dazu.

Die Regierung will zunächst  die privaten Finanzinvestoren aus dem sogenannten Dedalus-Bankenkonsortium herauskaufen, die mit insgesamt 4,5 Prozent bei EADS engagiert sind. „Ein entsprechendes Angebot an die privaten Dedalus-Investoren soll und muss zeitnah erfolgen, um den von der Daimler AG mittlerweile angestoßenen Fahrplan einzuhalten und einen Verkauf der Daimler-Anteile am freien Markt zu verhindern“, heißt es in dem Papier.

Die bundeseigenen Anteile sollen in zwei Schritten in eine Zwischengesellschaft eingebracht werden. Laut Papier ist für die Umsetzung des Plans aber die Zustimmung Frankreichs erforderlich.

Von

sig

Kommentare (5)

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elember

24.10.2012, 21:37 Uhr

Lohnt sich ja eigentlich für den Bund. Günstig am Kapitalmarkt Geld aufnehmen und dann hier investieren und Dividende kassieren.

blackstone

24.10.2012, 22:41 Uhr

Bund will Konzern 3 Milliarden zahlen ...

Und wieder darf der Steuerzahler haften:

ENBW: musste Mappus unbedingt "günstig" einkaufen.

HRE: wird Tag für Tag mit Milliardenbeträgen freigekauft.

Abwrackprämie: 5 Milliarden für die Automobilindustrie. Zurückzahlung? Nö. Geht als Ausschüttung an die Aktionäre.

BER, Elphilharmonie, Galileo, Toll Collect, Nürburgring, Griechenland, Portugal, ...

Warum muss der Steuerzahler immer für alles aufkommen?

LG
Blackstone

Roothom

24.10.2012, 23:09 Uhr

an "blackstone": was ist denn das für ein unsinniger vergleich???

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