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12.08.2014

13:49 Uhr

Porsche

Ex-Finanzvorstand muss Geldstrafe zahlen

Er konnte zwar einem Prozess entgehen, doch um die Strafe kommt Härter nicht herum: Die Geldstrafe wegen Kreditbetrugs muss der Ex-Finanzchef von Porsche zahlen. Das Thema Übernahmepoker ist damit noch nicht beendet.

Der ehemalige Finanzvorstand von Porsche: Holger Härter muss die Geldstrafe wegen Kreditbetrugs zahlen. dpa

Der ehemalige Finanzvorstand von Porsche: Holger Härter muss die Geldstrafe wegen Kreditbetrugs zahlen.

FrankfurtDer wegen Kreditbetrugs verurteilte frühere Finanzchef von Porsche, Holger Härter, muss die gegen ihn verhängte Geldstrafe akzeptieren. Der Bundesgerichtshof wies in einem am Dienstag veröffentlichten Beschluss die Revision Härters gegen das Urteil vom Juni 2013 zurück. Bei dem Urteil sei kein durchgreifender Rechtsfehler festzustellen, erklärte das oberste Gericht. Die Beweiswürdigung des Landgerichts sei nicht zu beanstanden. „Damit ist die Verurteilung des ehemaligen Finanzvorstands wegen Kreditbetrugs zu einer Geldstrafe von 180 Tagessätzen zu je 3500 Euro rechtskräftig geworden“, erklärte das Landgericht Stuttgart. (1 StR 649/13)

Hintergrund des Urteils ist die letztlich gescheiterte Übernahme des Volkswagen-Konzerns durch Porsche. Der Sportwagenbauer verhandelte 2009 mit der französischen Bank BNP Paribas über einen Kredit in Höhe von 500 Millionen Euro. Das Landgericht sah es als erwiesen an, dass Härter gegenüber der Bank die Finanzlage von Porsche geschönt hatte. Mit der Geldstrafe von 630.000 Euro blieb das Gericht hinter dem von den Strafverfolgern geforderten Strafmaß zurück.

Wie Ferdinand Piëch einen Weltkonzern schuf

1990er-Jahre

1993: Als Ferdinand Piëch im Januar 1993 den Vorstandsvorsitz von VW übernimmt, kämpft der Konzern mit einem Einbruch des Nordamerikageschäfts, hohen Kosten und Verlusten. Der neue Chef holt den Sanierer José Igancio López nach Wolfsburg. Weil der Spanier Betriebsgeheimnisse mitgenommen haben soll, entbrennt ein langwieriger Rechtsstreit mit seinem alten Arbeitgeber General Motors.
1997: Dank Piëchs Internationalisierungsstrategie laufen fast zwei von drei Autos im Ausland vom Band. 
1998: Mit der Übernahme der Marken Bentley (Foto) und Bugatti steigt Volkswagen ins Luxussegment ein. 
1999: Der Lupo kommt als erstes Drei-Liter-Auto auf den Markt. Im gleichen Jahr übertrifft Volkswagen als erster europäischer Hersteller die Schwelle von 100 Millionen produzierten Fahrzeugen

2000

Mit der im Juni eröffneten Autostadt setzt Piëch sich und dem VW-Konzern ein Denkmal in Wolfsburg. 

2001

Mit dem Luxusmodell „Phaeton“ erweitert VW das Oberklassenangebot. Für die Produktion des Kompaktvans Touran wird mit der IG Metall ein eigenes Tarifmodell entwickelt.

2002

Volkswagen übernimmt die schwedische Scania komplett und stärkt damit das Lkw-Geschäft. Der Aufsichtsrat wählt im April des Jahres Bernd Pischetsrieder zum Vorstandschef. Piëch übernimmt den Vorsitz im Aufsichtsrat.

2007

Im Januar tritt Martin Winterkorn das Amt des Vorstandsvorsitzenden an. Der VW-Konzern liefert 6,2 Millionen Fahrzeuge aus - so viele wie noch nie zuvor. Insbesondere in China, Brasilien und Osteuropa vermeldet VW Zuwächse von bis zu 32 Prozent im Vorjahresvergleich.

2009

Der von VW gesponserte VfL Wolfsburg gewinnt die Deutsche Fußball-Meisterschaft.

2011

Volkswagen legt in Silao in Mexiko den Grundstein für ein neues Motorenwerk. Nach zweijähriger Bauzeit eröffnet in den USA das neue Werk in Chattanooga mit einer Jahreskapazität von 150 000 Autos.

2012

VW hält über eine Holding 100 Prozent der Anteile an der Porsche AG, die als eigenständige Marke geführt wird - der integrierte Konzern von Volkswagen und Porsche entsteht.

Im Zusammenhang mit dem Übernahmepoker sind noch mehrere Schadenersatzklagen von Anlegern gegen die Porsche-Holding anhängig, die zum Teil in erster Instanz zurückgewiesen worden waren. Die Staatsanwaltschaft Stuttgart hatte außerdem Härter und den ehemaligen Porsche-Vorstandschef Wendelin Wiedeking wegen Marktmanipulation bei der missglückten Aufstockung von VW-Anteilen angeklagt. Das Landgericht hatte die Klage nicht angenommen. Das Oberlandesgericht Stuttgart muss nun über die Beschwerde der Staatsanwaltschaft gegen diesen Beschluss entscheiden.

Von

rtr

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