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17.03.2017

10:08 Uhr

Porsche, Ferrari, Maserati

Im Rausch der Rendite

Anfang der 1990er-Jahre war Porsche noch von der Pleite bedroht. Jetzt fahren die Stuttgarter der Konzernmutter VW bei der Rendite davon. Und auch Ferrari oder Maserati sind so erfolgreich wie nie. Woran liegt das?

Pro neuem 911er, den man auf deutschen Straßen sieht, macht Porsche rein statistisch gesehen 18.700 Euro operativen Gewinn. Hersteller

Porsche 911 GT3

Pro neuem 911er, den man auf deutschen Straßen sieht, macht Porsche rein statistisch gesehen 18.700 Euro operativen Gewinn.

StuttgartAn diesem Freitag hat Porsche seine Jahreszahlen präsentiert. Und die sorgen einmal mehr für gute Laune bei der VW-Tochter. Der Sport- und Geländewagenbauer fuhr operativ ein Plus von 13,9 Prozent auf 3,9 Milliarden Euro ein – für einen relativ kleinen Autobauer mit etwa 28.000 Mitarbeitern eine sehr hohe Zahl. 2017 könnte das Ergebnis stagnieren – allerdings auf sehr hohem Niveau. Wie gut es läuft, lässt sich auch am Rendite-Wert ablesen: Je 100 Euro Umsatz blieben 17,40 Euro als Betriebsgewinn hängen. Ein Jahr zuvor waren es 15,80 Euro.

Zum Vergleich: Bei der VW-Kernmarke - beispielsweise beim Verkauf von Golfs - war es nur etwa ein Zehntel davon (rund 1,80 von 100 Euro Umsatz). Zugegeben: Der Vergleich hinkt, denn die Margen im Massengeschäft sind generell niedriger. Aber selbst Audi , der zweite wichtige Ertragsbringer im Volkswagen-Reich, kommt nur auf 8,20 Euro, also nicht mal die Hälfte der Porsche-Rendite.

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Wer den kleinsten aller angebotenen Porsche-Neuwagen kauft, bekommt einen richtig teuren Vierzylinder, an dem sich optisch nicht viel geändert hat. Ein Sparpaket oder großer Sport zum Einstieg? Wir haben es ausprobiert.

Und auch Ferrari und Maserati sind auf Erfolgskurs: Die Verkaufszahlen steigen, von ihren Renditen können Manager anderer Autofirmen nur träumen. Warum sind die PS-strotzenden Spritschlucker so begehrt wie noch nie, trotz Klimawandel-Sorgen und Tempolimits auf den allermeisten Straßen der Welt?

Autoexperte Peter Fuß vom Beratungsunternehmen EY hat dafür eine simple Erklärung parat: „Das ist auch ein Statussymbol - ich kann zeigen, dass ich mir einen Sportwagen vor die Tür stellen kann.“ Die Perspektiven der Branche seien rosig, denn: „Es gibt auf der Welt immer mehr reiche Menschen, ob in China oder in Russland – die potenzielle Käuferschaft wächst also stetig.“

Ein Rechenbeispiel: Ein Porsche 911 Carrera kostet grob gesagt 110.000 Euro. Das heißt, dass die Stuttgarter Firma pro neuem 911er, den man auf deutschen Straßen sieht, rein statistisch gesehen 18.700 Euro operativen Gewinn gemacht hat. Das Beispiel ist zwar unscharf, weil Porsche einen Teil seines Gewinns auch mit Finanzdienstleistungen wie Leasingverträgen macht. Zudem stellt Porsche auch Geländewagen her. Trotzdem: PS-starke Autos zu bauen ist überaus lukrativ.

„Unsere Kunden sind bereit, für hohe Qualität auch Geld in die Hand zu nehmen“, sagt Porsche-Chef Oliver Blume. Doch die positiven Zahlen lägen am „strikten Kostenmanagement“: „Wir haben schwäbische Gene und drehen jeden Euro nicht nur zweimal, sondern dreimal um.“

Die Zahlen sorgen selbst bei der Konkurrenz für anerkennendes Nicken. „Das ist außergewöhnlich stark und eine Messlatte für die Branche“, sagt Maserati-Chef Reid Bigland über die Porsche-Rendite. Allerdings liege das Porsche-Gewinntempo doch eher am gegenwärtigen Boom bei Geländewagen. Seine Firma, die zum Fiat-Chrysler-Konzern gehört, ist ebenfalls im Aufwind - im vierten Quartal lag ihre Rendite bei elf Prozent, höher als zuvor. Der Gesamtschnitt 2016 lag bei 9,5 Prozent.

Kommentare (5)

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Herr Moritz J. Mueller

17.03.2017, 11:22 Uhr

Etwas fragwürdige Erklärungen seitens der Manager selbiger Konzerne, denen es anscheinend nicht möglich ist die reale Weltweite Situation zu sehen. Wir leben in einer Zeit wo es Weltweit zu einer sich stetigen zunehmenden Umverteilung des allgemeinen (und durch die Zentralbanken sich stetig zunehmenden) Geldes, weg von der Gesamtbevölkerung, hin zu immer weniger Reichen und Superreichen auch durch Massnahmen (und die Verlegenheit) und Hilfen seitens der Politik und der Zentralbanken, kommt. Wie in dem Buch von Frau Ulrike Hermmann (Der Sieg des Kapitals) gut beschrieben, befindet sich dieses Geld aber im Besitz derjenigen, die es nicht mehr dafür einsetzen Kapital zu schaffen (Werte zum Wohle und zunehmender Lebensqualität aller), wie es ihre Vorfahren taten. Im Gegenteil wird das existierende Kapital, durch Erosion auf der Massenkonsumseite und damit stetig abnehmenden Konsum, sogar weiter vernichtet. Um die sich, daraus folgenden, fortwährend abnehmenden Einnahmen zu kompensieren und ein sich daraus zwangsläufig ergebenden Firmenkonkurs zu verhindern sind auch Grosskonzerne inzwischen dazu gezwungen immer höhere Schulden anzuhäufen. Das in den Händen weniger sich befindende Geld (übrigens nur als Besitzrecht auf dem Papier) wird, durch die Triebkraft des Geltungsbedürfnisses, denn ab einem gewissen Sättigungsgrad kann man nicht mehr von Genuss und Wertschätzung dieser Produkte sprechen, nur dafür benutzt bereits existierende Luxusgüter und Immobilien neu und, durch Wettbewerb in den eigenen Reihen, immer höher zu bewerten. Da ist es ein Leichtes für die Hersteller von Luxusgütern sehr hohe Gewinnmargen einzufahren. Schaffung von Werten für das Allgemeinwohl, welche in einem gesunden Verhältnis zur existierenden Geldmenge sich befinden, findet nicht mehr statt.

Herr Josef Steiner

17.03.2017, 12:00 Uhr

Herr Moritz J. Mueller, das haben Sie sehr gut beschrieben! Respekt, ich bin beeindruckt.

Herr Claudio Crameri

17.03.2017, 12:17 Uhr

Ein weiteres Indiz für die fortschreitende Ungleichheit bei der Vermögensverteilung im Volk.

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