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28.01.2009

16:11 Uhr

Porsche-Hauptversammlung

Auf Wiedeking wartet Kritik der Aktionäre

VonMartin Buchenau

Die Porsche Aktie war im vergangen Jahr keine gute Anlage - das Papier fiel von 150 Euro auf unter 44 Euro. Kein Wunder, dass der Unmut unter den Porsche-Anteilseigner wächst. Porsche-Chef Wendelin Wiedeking muss sich auf eine unangenehme Hauptversammlung einstellen.

Alles im Griff? Porsche-Chef Wiedeking muss sich der Kritik der Aktionäre stellen. Foto: dpa dpa

Alles im Griff? Porsche-Chef Wiedeking muss sich der Kritik der Aktionäre stellen. Foto: dpa

STUTTGART. Porsche-Chef Wendelin Wiedeking wird auf der Hauptversammlung des Sportwagenbauers in der Stuttgarter Porsche-Arena an diesem Freitag erstmals seit langem Gegenwind bekommen. Der Unmut unter den Aktionären wächst angesichts des Kursverfalls der Porsche-Aktie. Binnen eines Jahres sackte das Papier von 150 Euro auf unter 44 Euro ab.

Auch die Dividendenpolitik des Sportwagenbauers könnte Unmut auslösen. Porsche hat bereits erklärt, dass die normale Dividende wie im Vorjahr 0,69 Euro je Stammaktie und 0,70 Euro je Vorzugsaktie betragen wird. Wegen des riesigen Gewinnsprungs im abgelaufenen Geschäftsjahr 2007/2008 (31. Juli) wird dazu eine Sonderdividende zwei Euro je Aktie ausgeschüttet. Die Stuttgarter hatten im Vorjahr mit 8,6 Mrd. Euro das mit Abstand beste Ergebnis vor Steuern in der Unternehmensgeschichte erzielt und dabei dank der Wertpapiergeschäfte mit der Volkswagen-Aktie das Kunststück geschafft, sogar den Umsatz von 7,46 Mrd. Euro noch zu übertreffen.

Erstmals wird erwartet, dass sich der Vorstandschef von Aktionärsschützern und Anteilseignern auch wegen der Aktienoptionsgeschäfte und den Schwankungen des VW-Kurses kritische Fragen gefallen lassen muss. Mehrere große Investmentfonds sollen laut einem Bericht der „FAZ“ mit Wiedeking unzufrieden sein und wollen erreichen, dass der Porsche-Chef die Regierungskommission für gute Unternehmensführung (Corporate Governance) verlässt, weil Porsche bei der Mehrheitsübernahme von VW den Aktienkurs unzulässig beeinflusst haben soll. Beweise für Kursmanipulation gibt es allerdings bislang keine. Auch die Wertpapieraufsicht BaFin hat bislang das Vorgehen von Porsche bei VW nicht beanstandet.

Der ungewohnte Gegenwind wird allerdings lediglich Auswirkung auf die Stimmung der Veranstaltung mit ihrem bislang vorwiegenden Akklamationscharakter haben. Vielmehr nicht, denn bei Porsche sind nur stimmrechtslose Vorzugsaktien auf dem Markt. Die Stammaktien halten die Familien Porsche und Piëch. Sie benutzen den Sportwagenbauer als Vehikel für die komplette Übernahme von Europas größtem Autobauer Volkswagen, an dem Porsche bereits über 50 Prozent hält. mwb

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