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29.04.2016

14:34 Uhr

Porsche SE

Nach der Dividende ist vor der Dividende

Das Hin und Her bei der Dividende lässt die Porsche SE kalt. Die Holding der VW-Familien Porsche und Piëch will im kommenden Jahr wieder einen Milliardengewinn einfahren. Die Aussicht sei nach wie vor gut.

Vorstand Manfred Döss, der Vorstandsvorsitzende Hans Dieter Pötsch und VW-Konzernchef Matthias Müller (von links nach rechts) erwarten, dass die Porsche SE im kommenden Jahr einen Milliardengewinn einfährt. dpa

Die Drei von der Porsche Holding

Vorstand Manfred Döss, der Vorstandsvorsitzende Hans Dieter Pötsch und VW-Konzernchef Matthias Müller (von links nach rechts) erwarten, dass die Porsche SE im kommenden Jahr einen Milliardengewinn einfährt.

StuttgartWie skurril das VW-Porsche-Universum ist, zeigt sich  allein schon bei der Besetzung des Podiums der Porsche SE. Da sitzt ein Tag nach der Bilanzkonferenz des angeschlagenen Autokonzerns Volkswagen in Wolfsburg der VW-Aufsichtsratschef Hans Dieter Pötsch in seiner Funktion als neuer Vorstandschef der börsennotierten Familienholding Porsche SE  neben VW-Vorstandschef Matthias Müller, ebenfalls Vorstandsmitglied in der Familienholding. Man muss schon so diplomatisch unterkühlt sein wie Pötsch, um sich in solch personellen Verflechtungen nicht zu verheddern. Selbst wenn er den Aufreger der vergangenen Tage, den er selbst geliefert hat, jetzt erklären muss.

Vor einer Woche hatte Pötsch noch die Empfehlung gegeben, die Dividende der Porsche SE auf ein Zehntel rund 20 Cent zusammen zu dampfen. Nach dem Wochenende kam am Montag völlig überraschend der Vorschlag zur Erhöhung auf über einen Euro. Der Aufsichtsrat der Porsche SE hatte Pötschs Vorschlag kassiert. Es sei ja nachvollziehbar, dass der Vorstand zunächst wegen der Probleme von Volkswagen zurückhaltend war, verteidigte Pötsch das Hin und Her.

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Die Wieder-Erhöhung der gesenkten Porsche-Dividende ist wohl eine einzigartige Sinneswandlung innerhalb eines Wochenendes. Es wirft ein Schlaglicht auf die VW-Inhaberfamilien Porsche und Piëch. Ein Kommentar.

„Es gibt ja keine stehende Formel mit der man die Dividendenempfehlung ausrechnet. Sie orientiert sich am zurückliegenden Jahr, hat aber auch immer die Erwartungen für die Zukunft dabei und orientiert sich an den Prinzipien der Vergangenheit“, betonte Pötsch. Die Erwartungen für Volkswagen hätten sich verbessert, auch nachdem am vergangenen Freitag die Einigung mit den US-Behörden im Abgasskandal gekommen wäre. „Die Dividende war eine rein faktenbezogen Entscheidung, keine politische“, betonte Pötsch. Ob einzelne Familienmitglieder auf die Ausschüttung gedrängt hätten, weil sie das Geld brauchen, ließ Pötsch stoisch unbeantwortet.

Durch die Korrektur der Dividende werden jetzt 308 Millionen Euro ausgeschüttet, knapp eine Viertelmilliarde Euro mehr als zuerst geplant. Porsche zahlt die Ausschüttung aus der Substanz. Die Nettoliquidität verringert sich dadurch von 1,7 auf 1,4 Milliarden Euro. „Selbst wenn wir 300 Millionen Euro ausschütten, ist noch genug in der Kasse, um einiges machen zu können“, sagte Pötsch.

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