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11.10.2014

14:02 Uhr

Porth kritisiert Neuregelung

Daimler-Vorstand warnt vor neuem Gesetz zu Werkverträgen

Daimler läuft Sturm gegen die Pläne von Bundesarbeitsministerin Nahles, Werkverträge ab 2015 auf 18 Monate zu beschränken. Personalvorstand Wilfried Porth warnt vor massiven Folgen für die Wirtschaft.

Daimler-Personalvorstand Wilfried Porth. dpa

Daimler-Personalvorstand Wilfried Porth.

StuttgartDaimler-Personalvorstand Wilfried Porth hält die geplanten Gesetze zur Neuregelung von Werkverträgen und Leiharbeit für verfehlt. „Ich warne davor, dass ein weiterer Eingriff, eine weitere Reglementierung und auch eine weitere Reduzierung der Flexibilität am Ende ganze Wertschöpfungsketten gefährdet“, sagte der Manager der Nachrichtenagentur dpa.

Das könne dazu führen, dass Unternehmen die Produktion in Deutschland infrage stellten. „Es gibt viele Industrien, auch die Automobilzulieferer, die aktiv ins Ausland verlagert haben.“

Bundesarbeitsministerin Andrea Nahles (SPD) plant für 2015 ein Gesetz, das die Nutzung von Werkverträgen einschränken soll. Im Koalitionsvertrag haben sich Union und SPD zudem auf eine stärkere Regulierung der Leiharbeit geeinigt. Demnach soll die Überlassung von Arbeitnehmern an eine Leiharbeitsfirma auf 18 Monate begrenzt werden.

Das ist die Aktionärsstruktur von Daimler

Weitgehend im Streubesitz

Anders als bei Konkurrenten wie Volkswagen oder BMW befinden sich die Aktien des Autobauers Daimler weitgehend im Streubesitz. Dritte könnten so leichter die Macht übernehmen.

Kuwait größter Investor

Nach dem Ausstieg des arabischen Staatsfonds Aabar aus Abu Dhabi ist Kuwait Daimlers größter Investor - mit 7,6 Prozent direktem Anteilsbesitz. Renault und Nissan besitzen jeweils 1,54 Prozent des Aktienpakets.

Institutionelle Investoren halten größten Anteil

Den größten Anteil halten institutionelle Investoren wie Banken mit insgesamt 68,8 Prozent. Private Aktionäre sind mit 20,5 Prozent an Daimler beteiligt.

Ankerinvestoren bei anderen Autoherstellern

Andere deutsche Autobauer haben solide Ankerinvestoren: BMW hat die Familie Quandt im Boot, die fast die Hälfte der Papiere besitzt. Europas größter Autobauer Volkswagen etwa ist über den Familienclan Porsche/Piëch und das Bundesland Niedersachsen abgesichert.

„18 Monate entsprechen nicht den Zyklen einzelner Branchen. Im Automobilbereich sind 18 Monate ein kurzer Zeitraum, während dieser zum Beispiel in der Kommunikationsbranche vergleichsweise lang ist“, kritisierte Porth. Diese Vorgabe würde sich ihm zufolge nachteilig auf die Autobranche auswirken. „36 Monate wären die bessere Lösung verbunden mit der Öffnungsklausel, dass die Tarifparteien entsprechende Fristen vereinbaren können, die zur jeweiligen Branche passen.“

Auch die geplanten Neuregelungen bei Werkverträgen sieht Porth kritisch. „Beim Thema Werkverträge geht es auch darum, dass dem Betriebsrat keine zusätzliche Mitbestimmung eingeräumt wird“, betonte er. Spielraum sehe er lediglich bei mehr Informationsrechten.

Daimler war nach einer SWR-Reportage über Niedriglöhne durch Werkverträge in die Kritik geraten. Der Autobauer hat den Südwestrundfunk wegen der heimlich gedrehten Aufnahmen verklagt und will die weitere Ausstrahlung verhindern. Das Landgericht Stuttgart hatte die Klage am Donnerstag abgewiesen. Der Autobauer will nun in Berufung gehen.

Von

dpa

Kommentare (2)

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Herr Wolfgang Trantow

13.10.2014, 08:15 Uhr

Folgen? Schämt sich der Mann der Sklaverarbeit nicht? Warum ist er nicht für Qualität (Rückrufaktionen)? Er sollte lieber sein Einkommen minimieren auf Hartz IV. Wo ist seine verantwortung für die Geldverschwendung(USA usw.)? Solche Personen dürfen in der Wirtschaft nichts mehr zu sagen haben!

Herr D. Dino54

13.10.2014, 10:13 Uhr

Das Thema hatten wir schon mal mit diesem Herrn über Werksverträge !

Die entzogenen Leitplanken durch ROT/GRÜN im Arbeitsrecht wieder installieren!

Den zügellosen Missbrauch bei Leih- und Werksverträgen endlich verbieten und hart bestrafen !

Die gewollte, politische Verlotterung am Arbeitsmarkt muss aufhören und beseitigt werden !

Durchsichtige Darstellung und Ziele vom Personalvorstand !

Arbeitnehmer wehrt euch endlich gegen diese primitiven, menschenverachtende "Vorgehensweisen" dieser Unternehmen !

Diese Unternehmen, mit dieser Arbeitnehmer-Politik, werde ich beim Kauf nicht mehr berücksichtigen !!!

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