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30.08.2016

20:11 Uhr

Potash und Agrium

Kanadische K+S-Rivalen reden über Fusion

Im vergangenen Jahr wollte der kanadische Düngemittelkonzern Potash den Kasseler Konzern K+S kaufen, doch der wehrte die Übernahme ab. Nun will sich Potash mit einem anderen kanadischen Konkurrenten zusammenschließen.

Potash und Agrium gehören vor allem in Nordamerika bereits zu den Großen der Branche. Reuters

Potash-Werk in Saskatoon

Potash und Agrium gehören vor allem in Nordamerika bereits zu den Großen der Branche.

WinnipegDie kanadischen Düngemittelkonzerne Agrium und Potash verhandeln nach eigenen Angaben über eine Fusion. Die beiden Rivalen von K+S aus Deutschland teilten am Dienstag mit, die Gespräche über einen Zusammenschluss unter Gleichen befänden sich aber noch in einem frühen Stadium. Potash und Agrium gehören als Anbieter von landwirtschaftlichen Produkten wie Saatgut und Dünger vor allem in Nordamerika bereits zu den ganz Großen der Branche und haben einen gemeinsamen Marktwert von über 25 Milliarden US-Dollar. 2015 wollte Potash für knapp acht Milliarden Euro K+S kaufen, der Kasseler Konzern wehrte aber ab. Die Düngemittelbranche hat mit Preisdruck vor allem bei Kali (englisch: "potash") zu kämpfen.

Potash und Agrium betonten in getrennten Mitteilungen, es gebe noch keine Vereinbarung. Die Nachrichtenagentur Bloomberg, hatte jedoch zuvor unter Berufung auf Insider berichtet, eine Fusion könne kommende Woche bekanntgeben werden. Finanzielle Details wurden zunächst nicht bekannt.

Die Geschäfte bei der Potash Corp of Saskatchewan laufen derzeit nicht rund: Ende Juli kappte das Unternehmen mit Sitz im zentralkanadischen Saskatoon erneut seine Gewinnprognose für 2016. Der Düngemittelmarkt ächzt unter einem Überangebot sowie schwacher Nachfrage, die zum Teil auf den Währungsverfall in Importländern wie Brasilien zurückgeht.

Düngemittel-Konzern Potash

K+S-Rivale senkt erneut seine Gewinnprognose

Der Düngemittel-Riese Potash hat seine Gewinnprognose für 2016 erneut gekappt. Im zweiten Quartal hatte es einen drastischen Ergebnisrückgang gegeben. Doch Vorstandschef Jochen Tilk sieht Anzeichen einer Erholung.

Agrium aus Calgary, das nach Marktwert ungefähr so groß ist wie Potash, hat die Krise in der Dünger-Produktion dank seines größeren Einzelhandelgeschäfts besser überstanden. Durch die Agrium-Filialen bekäme Potash bei einem Zusammenschluss direkten Zugang zu US-amerikanischen Landwirten.

Mit den Agrium-Gesprächen nimmt Potash einen neuen Anlauf zu einem Zusammenschluss, nachdem der Konzern Anfang Oktober 2015 im Übernahmepoker um K+S das Handtuch geworfen hatte. Nach heftigem Widerstand der Nordhessen und aus der Politik hatten die Kanadier ihre informelle Offerte damals zurückgezogen. Fünf Jahre zuvor hatte die Regierung in Ottawa eine Übernahme von Potash durch den britisch-australischen Bergbaukonzern BHP Billiton blockiert.

Die Aktien von Potash und von Agrium wurden vorübergehend vom Handel ausgesetzt. Nach der Wiederaufnahme des Handels lagen Potash in Toronto und New York weiter rund elf Prozent im Plus. Agrium notieren über sechs Prozent höher. K+S schlossen in Frankfurt vier Prozent fester, weil die Neuigkeiten aus Kanada Erwartungen auf eine weitere Konsolidierung der Branche nährten.

Von

rtr

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