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29.05.2014

08:59 Uhr

Preisabsprachen in Brasilien

Milliarden-Kartellstrafe gegen Holcim und Co.

Sechs Zementhersteller müssen in Brasilien umgerechnet eine Milliarde Euro Strafe zahlen. Sie sollen die Preise abgesprochen haben – ganze zwei Jahrzehnte lang. Die Unternehmen streiten alles ab.

Zementwerk von Holcim im schweizerischen Siggenthal: Der Konzern bekommt eine hohe Strafe in Brasilien aufgebrummt. Reuters

Zementwerk von Holcim im schweizerischen Siggenthal: Der Konzern bekommt eine hohe Strafe in Brasilien aufgebrummt.

Brasilia/Sao PauloDie brasilianische Kartellbehörde hat gegen sechs Zementhersteller, darunter die Schweizer Holcim, wegen Preisabsprachen eine Milliardenstrafe verhängt. Die Firmen müssen zusammen umgerechnet eine Milliarde Euro (3,1 Milliarden Real) zahlen, wie die Kartellwächter am Mittwoch mitteilten. Demnach sprachen sich die Unternehmen zwei Jahrzehnte lang ab, um Konkurrenten vom Markt zu drängen. Sie müssen der Entscheidung zufolge auch ihr Geschäft auf großen Märkten verkleinern und gegenseitige Beteiligungen abstoßen. Die Hersteller hatten argumentiert, dass es für Preisabsprachen keine Beweise gebe.

Neben Holcim sind auch Cimpor Cimentos de Portugal sowie Votorantim Cimentos, Intercement Brasil, Itabira Agro Industrial und Cia de Cimentos Itambe betroffen. Auf sie entfallen drei Viertel des Zement- und Betonmarktes in Brasilien. „Dieses Kartell war so mächtig, dass es ein klares strategisches Ziel gab“, sagte Kartellwächter Marcio de Oliveira Junior.

Der Entscheidung waren achtjährige Ermittlungen vorausgegangen. Der brasilianische Marktführer Votorantim kündigte umgehend an, gegen die Entscheidung juristisch vorzugehen. Sie sei ungerechtfertigt und habe keine rechtliche Grundlage.

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Schon die Pläne schreckten die Branche auf, jetzt steht es fest: Aus Holcim und Lafarge wird LafargeHolcim. Aktien sollen 1:1 getauscht werden. Die Börsen sind entzückt, die Kartellwächter alarmiert.

Ein mit dem Fall betrauter Anwalt sagte der Nachrichtenagentur Reuters, derart hohe Strafen und ein erzwungener Verkauf von Firmenteilen habe es in vergleichbaren Fällen weltweit noch nie gegeben. Die Branche vertritt zudem den Standpunkt, dass die Kartellbehörde nicht befugt ist, den Unternehmen eine Schrumpfung ihres Geschäfts aufzuerlegen.

Der Entscheidung zufolge muss allein Votorantim umgerechnet mehr als 490 Millionen Euro zahlen. Bei Holcim sind es 166 Millionen Euro. Der Konkurrent von Heidelberg Cement will mit der französischen Lafarge fusionieren.

Von

rtr

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