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23.08.2012

06:44 Uhr

Preisanstieg

Rohstoffe werden für Unternehmen zur Kostenfalle

VonRegine Palm

Die Unternehmen leiden unter den steigenden Preisen - fast mehr als unter der europäischen Finanzkrise. Rohstoffe sind deutlich teurer als vor zehn Jahren. Besonders beim Einkauf haben die Unternehmen Defizite.

Ein Braunkohlebagger von RWE im rheinischen Braunkohlerevier. dapd

Ein Braunkohlebagger von RWE im rheinischen Braunkohlerevier.

DüsseldorfDie Rohstoffpreise schwanken seit dem Absturz durch die Finanz- und Wirtschaftskrise 2008 von Jahr zu Jahr stärker. Die Unternehmen stellt das vor große Probleme, weil sie ihr Geschäft dadurch nur noch schwer kalkulieren können. Ihnen bereitet die Entwicklung der Rohstoffpreise sogar weitaus größere Sorgen als die Krise in der Europäischen Union.

Dies zeigt die jährliche Rohstoffumfrage der Kölner Unternehmensberatung Inverto in Kooperation mit dem Agrarinformationsdienst AMI und dem Handelsblatt. Befragt wurden knapp 150 Einkaufsleiter, Geschäftsführer und strategische Rohstoffeinkäufer in Deutschland.

Die wichtigsten Eisenerz-Lieferanten

Rang 10

Iran

Den zehnten Platz der Top-10 Eisenerz-Nationen erreicht der Iran. Das Land Produzierte 2011 rund 30 Millionen Tonnen.

Rang 9

Kanada

Der nördliche Nachbar der USA landet auf Platz neun der größten Eisenerz-Produzenten. 37 Millionen Tonnen kamen aus den Gruben des Landes.

Rang 8

USA

Die USA produzierten 54 Millionen Tonnen Eisenerz. Die Fördermenge stieg in den vergangenen drei Jahren leicht an.

Rang 7

Südafrika

Südafrika produzierte 2011 55 Millionen Tonnen Eisenerz. In den Vorjahren pendelte das Volumen ebenfalls um diese Marke.

Rang 6

Ukraine

Mit 80 Millionen Tonnen landet die Ukraine auf dem sechsten Platz der Eisenerz-Nationen.

Rang 5

Russland

Auf dem fünften Platz der größten Eisenerz-Förderer landet Russland. Im Jahr 2011 holte das Land 100 Millionen Tonnen des Rohstoffs aus der Erde.

Rang 4

Indien

Indien erreicht bei der Eisenerz-Produktion den vierten Platz. 240 Millionen Tonnen förderte das Land im Jahr 2011. Während andere Länder Zuwächse verbuchten, stagnierte die indische Produktion in den vergangenen drei Jahren weitgehend.

Rang 3

Brasilien

Die größte Eisenerz-Lagerstätte der Welt liegt im Urwald Brasiliens. Das Land rangiert bei der Rohstoff-Produktion aber nur auf Platz drei mit 390 Millionen Tonnen.

Rang 2

Australien

Die Nummer zwei unter den Eisenerz-Exporteuren ist Australien. Der Kontinent produzierte 480 Millionen Tonnen.

Rang 1

China

Der größte Eisenerz-Produzent der Welt ist China. Im Jahr 2011 förderte das Reich der Mitte rund 1200 Millionen Tonnen des Grundstoffs für die Stahlproduktion. Zugleich ist China auch einer der größten Importeure von Eisenerz.

Quelle: US Geological Survey

Das Ergebnis: Rohstoffe beeinflussen das Geschäft heute anders als noch im vergangenen Jahr. Damals befürchteten die Firmen noch Versorgungsengpässe. Nun bereiten 92 Prozent der Befragten die Preisschwankungen erhebliches Kopfzerbrechen. Konjunkturrisiken etwa schlagen nur mit 38 Prozent zu Buche.

Die Entwicklung der Rohstoffpreise schlägt in fast allen Branchen durch. Zuletzt warnte beispielsweise der Konsumgüterkonzern Unilever vor steigenden Rohstoffkosten im weiteren Jahresverlauf. Sein Konkurrent Procter & Gamble hatte kurz zuvor sogar von Umsatzeinbußen unter anderem wegen hoher Rohstoffpreise berichtet. Ganz ähnlich sieht es beim österreichischen Gummispezialisten Semperit aus.

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Gemessen am vielbeachteten Rohstoffindex CRB sind die Grundstoffe zwar inzwischen billiger geworden, doch kosten sie immer noch deutlich mehr als vor zehn Jahren. Damals hatte der steile Preisanstieg an den internationalen Rohstoffmärkten begonnen. Zum Vergleich: Der CRB-Index lag im Jahr 2002 bei knapp 200 Punkten und befindet sich heute im Durchschnitt bei 300 Punkten.

Die Veränderungen an den internationalen Rohstoffmärkten, allen voran die starken Preisausschläge, schlagen sich vor allem in den Fixpreisvereinbarungen mit Lieferanten nieder. 58 Prozent der befragten Unternehmen berichten von verkürzten Fristen. Das Geschäft wird also direkt dadurch beeinflusst.

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