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31.07.2013

11:25 Uhr

Preiserhöhungen

HeidelbergCement verdient mehr

Kaum Umsatzwachstum, dafür umso starke Gewinnerhöhung: Der Baustoffkonzern HeidelbergCement profitiert von Maßnahmen im zweiten Quartal. Analysten sind überrascht.

Der Vorstandsvorsitzende des Baustoffkonzerns HeidelbergCement, Bernd Scheifele. dpa

Der Vorstandsvorsitzende des Baustoffkonzerns HeidelbergCement, Bernd Scheifele.

StuttgartPreiserhöhungen und Sparprogramme zeigen beim größten deutschen Baustoffkonzern HeidelbergCement Wirkung. Trotz geringen Umsatzwachstums im zweiten Quartal legte der Gewinn kräftig zu. Der Erlös stieg von April bis Juni gegenüber dem Vorjahr um 0,5 Prozent auf 3,8 Milliarden Euro, wie der Dax-Konzern am Mittwoch in Mannheim mitteilte. Das operative Ergebnis vor Abschreibungen erhöhte sich um 5,6 Prozent auf 734 Millionen Euro. Vor Steuern verdiente der Konzern 416 Millionen Euro im zweiten Quartal, während Analysten lediglich mit 376 Millionen Euro gerechnet hatten.

„Wir konnten in großen Märkten Preiserhöhungen durchsetzen, und unsere Effizienzsteigerungsprogramme laufen nach Plan”, erklärte Vorstands-Chef Bernd Scheifele. Er bekräftigte den Ausblick vom Frühjahr: Umsatz und operatives Ergebnis sollen zulegen, das Ergebnis vor Steuern werde spürbar verbessert. . Von 2009 bis 2012 seien die Preise für Öl und Kohle weltweit um 56 Prozent beziehungsweise 35 Prozent gestiegen, während die Preise für Zement und Zusatzstoffe flach oder rückläufig gewesen seien, sagte Scheifele. „Insofern haben wir ein klares Nachholthema, das Thema (...) Preisoptimierung geht selbstverständlich weiter.” Im ersten Halbjahr profitierte das Unternehmen von sinkenden Energiepreisen, die nach Prognose von Scheifele in diesem Jahr weiter leicht nachgeben sollen.

Chemieindustrie in Deutschland

Überraschend guter Jahresschluss

Das Schlussquartal 2012 ist für die deutsche Chemieindustrie überraschend gut ausgefallen. Produktion, Preise wie auch Branchenumsatz haben gegenüber dem Vorquartal zugelegt. Im Gesamtjahr war die Produktion allerdings rückläufig (-3,1 Prozent), damit verpasste die drittgrößte Industriebranche Deutschlands den zunächst erwarteten Rekordumsatz von 186,6 Milliarden Euro (+1,3 Prozent). Die Beschäftigtenzahl stieg um 2 Prozent auf 437 000.

Optimistischer Ausblick

Der Branchenverband VCI erwartet 2013 ein Umsatzplus von etwa 2 Prozent auf 190 Milliarden Euro. Die Produktion werde um 1,5 Prozent steigen, die Preise würden um 0,5 Prozent anziehen. Der VCI geht davon aus, dass sich „die Auftriebskräfte weiter durchsetzen“. Vor allem werde eine große Nachfrage außerhalb Europas erwartet, aber auch das Inlandsgeschäft stimme bislang zuversichtlich.

Sorgenvoller Blick nach Brüssel

Mit Sorgen blickt die Chemiebranche nach Brüssel, wo die EU-Kommission die deutschen Strompreisbefreiungen für die Großindustrie unter die Lupe nehmen will. Obwohl nur 60 der über 1600 Chemieunternehmen von den EEG-Entgelten befreit seien, drohten empfindliche Mehrbelastungen und Verzerrungen im internationalen Wettbewerb, warnt der VCI. Die Belastungen der Chemie-Industrie würden von jetzt 800 Millionen Euro auf rund 2,1 Milliarden Euro steigen. Derzeit könne man die Entwicklung nur abwarten.

Zukunft Spezialchemie

Die Zukunft der Chemieindustrie in Deutschland sieht der VCI in einer weiteren forschungsintensiven Spezialisierung. Laut einer Studie des Forschungsinstituts Prognos im Auftrag des VCI wird der Anteil der Spezialchemie bis ins Jahr 2030 von jetzt 43,3 auf 46,6 Prozent der Produktion ansteigen. Dafür sei eine jährliche Aufstockung des Forschungsbudgets um vier Prozent notwendig. Deutschland werde zwar nicht mit dem globalen Chemiewachstum mithalten können, aber weiterhin ein wichtiger Anbieter nach China, USA, Japan und Indien bleiben.

Weit über den Prognosen der Analysten lag auch der Überschuss nach Anteilen Dritter. Er stieg auf 410 Millionen Euro im Vergleich zu 180 Millionen Euro vor Jahresfrist - erwartet worden waren 219 Millionen Euro.

Von

rtr

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