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02.09.2011

13:42 Uhr

Preiskampf

Solarworld schnallt den Gürtel enger

Der Bonner Konzern Solarworld tritt auf die Kostenbremse und gibt eines seiner beiden Werke in den USA auf. Auch in Deutschland will das Unternehmen ältere Fertigungslinien außer Betrieb nehmen.

Solarworld tritt auf die Kostenbremse und gibt eines seiner beiden Werke in den USA auf. ap

Solarworld tritt auf die Kostenbremse und gibt eines seiner beiden Werke in den USA auf.

DüsseldorfDer weltweite Preiskampf in der Solarbranche zwingt Solarworld zum Handeln: Der Bonner Konzern tritt auf die Kostenbremse und gibt eines seiner beiden Werke in den USA auf. Solarworld werde in Übersee künftig nur noch am Standort Hillsboro in Oregon produzieren und seine Modulfabrik im kalifornischen Camarillo schließen, teilte das Unternehmen am Freitag mit. Auch in Deutschland will Solarworld ältere Fertigungslinien außer Betrieb nehmen, nachdem die Firma eine neue Produktion für Solarwafer im sächsischen Freiberg mit einer Jahreskapazität von 1.000 Megawatt (MW) in Betrieb genommen hat. Infolge dessen müssen nun allerdings viele der in der Aufbauphase eingestellten Leiharbeiter gehen.

Mit der Umstellung senke Solarworld die Kosten deutlich und steigere die Produktivität am deutschen Standort, erklärte der Konzern. „Wir halten unseren Lohnkostenanteil damit weiterhin bei unter zehn Prozent“, sagte Konzernchef Frank Asbeck. Das US-Werk in Camarillo, wo Wafer-, Zellen- und Module gefertigt werden, hatte Solarworld 2006 zusammen mit anderen Geschäften von Shell übernommen. Mit den Sparplänen reagiert Solarworld auch auf den Umbau bei Konkurrenten, die zunehmend in Billiglohnländern produzieren. Solarworld hatte sich vor einigen Monaten bereits aus einem Gemeinschaftsunternehmen in Südkorea zurückgezogen. Als Begründung nannte Asbeck damals die hohen Transportkosten zu den Zielmärkten sowiemangelnde Qualität.

Nach dem gewaltigen Ausbau der Solarkapazitäten in den vergangenen Jahren tobt in der Branche derzeit wegen Überkapazitäten ein unerbittlicher Preiskampf. Dem sind in den USA zuletzt bereits mehrere Unternehmen zum Opfer gefallen - unter anderem der Solarpionier Evergreen und der Zellhersteller Solyndra . Auch in Deutschland ringen mehrere Firmen ums Überleben.

Von

rtr

Kommentare (2)

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Smokie2011

02.09.2011, 16:09 Uhr

Und wo sind jetzt die Millionen von Grünen Jobs? Wo können die ganzen entlassenen Leiharbeiter der Auto- und Stahlindustrie einen Arbeitsplatz zum Überleben bekommen? Oder sind die in den grünen Phantastereien nicht vorgesehen?

Anonym

04.09.2011, 10:43 Uhr

In Freiberg wurde den (Leih)Mitarbeitern mitten in der Schicht mitgeteilt, dass sie ihre Spinde leer zu räumen haben und gehen "dürfen". Die nächste Schicht wurde nur noch zum Spinde ausräumen rein gelassen. Von einem Moment zum nächsten, ca. 300 Menschen auf die Straße zu setzen, dass finden die Börsianer toll. Verkehrte Welt, schonmal was von sozialer Verantwortung gehört, Herr Asbeck? Zum nachhaltigen Wirtschaften gehört auch soziale Nachhaltigkeit und nicht die Leute die sich jahrelang (ja jahrelange Dauereinsätze als Zeitarbeiter an ein und demselben Arbeitplatz waren nicht die Ausnahme) den Hintern aufreißen und das produzieren womit die Firma ihr Geld verdient so vor die Tür zu setzen...

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