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28.01.2010

06:02 Uhr

Preisnachlass

EADS bietet für A400M Rabatt an

VonMarkus Fasse, Rüdiger Scheidges

Kurz vor Ablauf des Verhandlungsultimatums geht es zwischen EADS und den A400M-Kunden ans Eingemachte. Der Hersteller hat für den Kauf der 180 Militärtransporter an die sieben europäischen Regierungen ADS ein „letztes Angebot“ präsentiert. Darin enthalten: ein Rabatt von insgesamt 800 Mio. Euro. Der Bund aber bleibt hart – und verhandelt nun auch mit Daimler.

EADS bietet einen Preisnachlass auf seinen neuen Militärtransporter. Quelle: dpa

EADS bietet einen Preisnachlass auf seinen neuen Militärtransporter.

MÜNCHEN/BERLIN. Kurz vor Ablauf des Verhandlungsultimatums verschärfen EADS und die A400M-Kunden die Gangart. Verhandlungskreisen zufolge präsentierte EADS ein „letztes Angebot“ für den Kauf der 180 Militärtransporter an die sieben europäischen Regierungen. Demnach beharrt der Konzern auf den bereits zusätzlich geforderten 5,2 Mrd. Euro, was die Gesamtsumme des Projektes auf 25,2 Mrd. Euro schraubt. Zusätzlich sollen die Preisgleitklauseln von 1,9 Prozent auf drei Prozent pro Jahr angehoben werden. Auf dieses Paket sei der Konzern aber bereit, einen „Rabatt“ von insgesamt 800 Mio. Euro zu gewähren. Die A400M-Kunden lehnen diesen Vorschlag nach wie vor ab.

„Wir sind auf ein solches Angebot erst gar nicht eingegangen,“ hieß es am Mittwoch in Berlin. Zwar habe man eine Prüfung zugesagt, man halte indes die Forderungen für „völlig unangemessen“ so Regierungskreise. Stattdessen hätten die Kundenstaaten ihrerseits Konsequenzen gezogen. Fortan wolle man nicht mehr allein mit dem französischen Konzernchef Louis Gallois und Airbus-Chef Tom Enders verhandeln, sondern stets auch mit dem EADS-Verwaltungsrat. Diesem habe man jetzt erstmals ein schriftliches Angebot übermittelt.

In dem Brief erklären sich die Abnehmerstaaten dazu bereit, höchstens zwei der zusätzlich geforderten fünf Milliarden Euro zu übernehmen und auf Strafzahlungen wegen der Lieferverzögerung zu verzichten. Die zwei Mrd. Euro für die Entwicklung beinhalten die vom Handelsblatt bereits gemeldeten 650 bis 700 Mio. Euro, die sich Deutschland als Obergrenze für Zuzahlungen an EADS gesteckt hat. Deutschland will 60 der insgesamt 180 Maschinen abnehmen und ist damit vor Frankreich und Großbritannien Hauptkunde des Projektes. Während London und Paris der Industrie weiter entgegenkommen wollen, bleibt Berlin bislang hart.

Der Streit um die A400M schwelt seit Monaten: EADS musste einräumen, dass der Konzern die Flugzeuge weder zum festgesetzten Zeitpunkt, noch zum vereinbarten Preis liefern kann. Statt dem ursprünglichen Auslieferungstermin 2009 werden die ersten Transporter jetzt frühestens 2013 fertig. Anders als bei früheren Rüstungsprojekten hat sich die Airbus-Mutter bei der A400M erstmals auf eine Festpreisregelung eingelassen. Der Konzern will fünf Milliarden Euro Mehrkosten den Regierungen aufbürden. Die Abnehmerstaaten werfen EADS in einem von PWC erstellten Gutachten schweres „Missmanagement“ vor.

Kommentare (1)

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Reserve wacht.

28.01.2010, 09:00 Uhr

Man glaubt seinen Augen kaum.
Welche Diletanten habe denn diese Verträge unterschrieben ?
in einen Vertrag gehört immer Umfang, Preis und Datum der Lieferung. Wenn etwas nicht eingehalten wird, gibt es Konventionalstrafen und als nächstes das zuständige Gericht. Sind unsere Politiker zu blöd zu allem? Ja sie sind es. (Siehe:Cross-border-Leasing, LKW-Maut, Staatsverschuldung, Abwrackprämie usw.)
Was will man von gescheiterten Lehrern (60%) und sonstigen berufsversagern, die außer einer großen Klappe nichts im Kopf haben denn erwarten ?
Noch besser wird es dadurch, dass alle, in der Politkerkaste Unbeliebten und Stiefkinder, nach brüssel abgeschoben werden.
Leider werden dort heute 80% der für Deutschland relebvanten Entscheidungen getroffen.

Mann kann froh sein, wenn man eine sinnvolle beschäftigung hat, die es einem erspart sich mit diesem Unvermögen zu befassen.

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