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06.08.2013

16:14 Uhr

Preisverfall bei Kali

K+S kassiert Prognose - Aktie fällt weiter

VonMichael Stahl, Jörg Hackhausen

Wegen des drohenden Preisverfalls bei Kali nimmt K+S seine Prognose für 2013 zurück. Die Aktie setzt ihre Talfahrt fort. Die US-Ratingagentur Standard & Poor's überprüft die Kreditwürdigkeit.

Das K+S-Kaliwerk „Werra” bei Philippsthal. dpa

Das K+S-Kaliwerk „Werra” bei Philippsthal.

DüsseldorfK+S hat auf den drohenden Preisverfall bei Kali reagiert - und seine Prognose kassiert. „K+S folgt dem Gebot der Vorsicht und hält an der Prognose für das Jahr 2013 nicht länger fest“, teilte das Unternehmen am Dienstag mit. Ursprünglich war K+S davon ausgegangen, das operative Ergebnis in diesem Jahr leicht steigern zu können. An der Börse stürzte die Aktie daraufhin noch weiter ab: Der Kurs fiel um knapp zehn Prozent auf 15,65 Euro.

Innerhalb einer Woche hat der Düngemittelkonzern rund 40 Prozent an Börsenwert verloren. Auslöser für den Kursrutsch war die Furcht vor einem Preiskampf, nachdem Uralkali, einer der Branchenführer, am vergangenen Dienstag einen Einbruch der Kalipreise um 25 Prozent auf 300 Dollar vorausgesagt hatte. Gleichzeitig hatte die Firma aus Russland eine Allianz zum gemeinsamen Vertrieb der Produkte aufgekündigt. Die Russen wollen künftig mehr Masse zu billigeren Preisen auf den Markt werfen.

K+S dürfte das besonders hart treffen. Denn das Unternehmen aus Kassel produziert nicht besonders kostengünstig. Im Schnitt liegen die Produktionskosten knapp unter 300 Dollar. Sollten die Preise tatsächlich so stark fallen wie von den Russen vorhergesagt, wären weite Teile der Produktion nicht mehr wirtschaftlich.

Die schlechtesten Aktien 2013 - aus Dax, MDax, TecDax

K+S

Kursentwicklung seit Jahresanfang: -46,4 Prozent
Dividendenrendite: 6,9 Prozent
Kurs-Gewinn-Verhältnis: 7,2
Kurs-Cash-Flow-Verhältnis: 6,4
Marktkapitalisierung: 3,6 Milliarden Euro

Commerzbank

Kursentwicklung seit Jahresanfang: -38 Prozent
Dividendenrendite: 0 Prozent
Kurs-Gewinn-Verhältnis: 12,2
Kurs-Cash-Flow-Verhältnis: negativ
Marktkapitalisierung: 6,8 Milliarden Euro

Quelle: Reuters, Stand: 15.07.2013

Salzgitter

Kursentwicklung seit Jahresanfang: -32,5 Prozent
Dividendenrendite: 0,9 Prozent
Kurs-Gewinn-Verhältnis: negativ
Kurs-Cash-Flow-Verhältnis: 4,3
Marktkapitalisierung: 1,6 Milliarden Euro

Lanxess

Kursentwicklung seit Jahresanfang: -29,8 Prozent
Dividendenrendite: 2,1 Prozent
Kurs-Gewinn-Verhältnis: 14,8
Kurs-Cash-Flow-Verhältnis: 5,5
Marktkapitalisierung: 3,6 Milliarden Euro

SGL Carbon

Kursentwicklung seit Jahresanfang: -26,8 Prozent
Dividendenrendite: 0,7 Prozent
Kurs-Gewinn-Verhältnis: negativ
Kurs-Cash-Flow-Verhältnis: 37,8
Marktkapitalisierung: 1,5 Milliarden Euro

RWE

Kursentwicklung seit Jahresanfang: -28,1 Prozent
Dividendenrendite: 8,9 Prozent
Kurs-Gewinn-Verhältnis: 5,6
Kurs-Cash-Flow-Verhältnis: 2,2
Marktkapitalisierung: 13,6 Milliarden Euro

Aurubis

Kursentwicklung seit Jahresanfang: -25,2 Prozent
Dividendenrendite: 3,2 Prozent
Kurs-Gewinn-Verhältnis: 8,9
Kurs-Cash-Flow-Verhältnis: 6,2
Marktkapitalisierung: 1,7 Milliarden Euro

Stratec Biomedical

Kursentwicklung seit Jahresanfang: -24,2 Prozent
Dividendenrendite: 2,1 Prozent
Kurs-Gewinn-Verhältnis: 20,3
Kurs-Cash-Flow-Verhältnis: 30
Marktkapitalisierung: 378 Millionen Euro

Südzucker

Kursentwicklung seit Jahresanfang: -21,4 Prozent
Dividendenrendite: 3,7 Prozent
Kurs-Gewinn-Verhältnis: 10,4
Kurs-Cash-Flow-Verhältnis: 6,1
Marktkapitalisierung: 5 Milliarden Euro

Dialog Semiconductor

Kursentwicklung seit Jahresanfang: -19,3 Prozent
Dividendenrendite: 0 Prozent
Kurs-Gewinn-Verhältnis: 13,6
Kurs-Cash-Flow-Verhältnis: 10,3
Marktkapitalisierung: 694 Millionen Euro

In den vergangenen Tagen stuften zahlreiche Analysten die K+S-Aktie herab. Die Experten der Bank of America Merrill Lynch warnten, dass Kunden mit dem Kauf von Kali warten könnten, bis die Preise deutlicher gefallen sind. Am Dienstag reihten sich auch die Landesbank Baden-Württemberg (LBBW) und Nomura ein: Die LBBW kassierte ihre Kaufempfehlung und setzte das Kursziel von 40 auf 18 Euro herab. Gleichzeitig riet sie ihren Kunden jedoch, die Titel im Depot zu halten. Auch Nomura setzte den Preis pro Aktie auf 18 Euro herab.

Die US-Ratingagentur S&P kündigte an, dass Rating zu überprüfen. Eine Herabstufung sei möglich, hieß es in einem Kommentar. Derzeit bewertet S&P die die langfristige Kreditfähigkeit von K+S mit „BBB+“, was einer durchschnittlich guten Anlage entspricht.

Kommentare (8)

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KplusS

06.08.2013, 14:32 Uhr

Welche Vollpfosten von Analysten haben K+S eigentlich bisher bewertet?! Im Wissen um dieses Kartell...und den damit verbundenen Risiken?!...und nun stellt sich niemand hin und verlangt eine Erklärung!? Hier wird ein DAX-Unternehmen hingerichtet und niemanden interessiert es...inkl. der Beschäftigten...erfolgt hier eine "Marktbereinigung" unter den Bedingungen "Russisch Roulette"...???

Angela-Wendehals

06.08.2013, 14:54 Uhr

Ich glaube nicht, dass Analysten die Aufgabe haben, uns obejektiv zu beretaen. So viel ich weiß, dind es Vertriebs-Experten, die im Auftag ihrer Geldgeber arbeiten und dafür zuständig sind, dass Investoren selbst dann noch Aktien kaufen, wenn jeder sachon erkennen kann, dass ein Crash bevorsteht.

Kampftrinker

06.08.2013, 15:09 Uhr

Das wurde gestern von einem Analysten rausgegeben:

HAMBURG - Das Analysehaus Warburg Research hat K+S von 'Buy' auf 'Sell' abgestuft und das Kursziel von 41 auf 15 Euro gesenkt. Grund sei der verschärfte Wettbewerb im Kaligeschäft nach dem Ausstieg von Uralkali aus der Exportallianz BPC, schrieb Analyst Oliver Schwarz in einer Studie vom Montag. Der Gewinn von K+S dürfte nun dramatisch sinken und der Kailmarkt stehe vor fundamentalen Veränderungen.

Hinterher ist man immer schlauer. K+S Kursziel m.M.n. <10 Euro.

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