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11.09.2012

17:51 Uhr

Premiere auf der ILA

Und er fliegt doch

VonLukas Bay

Nach zwei missglückten Auftritten bei Flugzeugmessen feiert der Militärtransporter A400M auf der ILA in Berlin eine fehlerfreie Premiere. Ein Erfolg des Pannenmodells ist für den Hersteller Airbus Military essentiell.

Der Militärtransporter A400M von Airbus. Reuters

Der Militärtransporter A400M von Airbus.

Berlin„Er fliegt“, mit diesen Worten der Erleichterung eröffnete Airbus-Military-Chef Domingo Ureña-Raso seine Pressekonferenz. Zuvor war um exakt 12:33, fünf Minuten vor der im Flugplan angesagten Zeit, der Militärtransporter A400M unter dem lauten Dröhnen seines Turboprop-Antriebs in den blauen Himmel von Berlin gestartet. Auf dem Balkon des EADS-Pavillons dürften die Verantwortlichen von Airbus Military aufgeatmet haben. Der Werbeflug des Militärtransporters muss diesmal reibungslos funktionieren. Denn die Kunden werden langsam nervös.

Immer wieder war die Auslieferung des Militärfliegers verschoben worden. Die Premiere auf der Flugshow in Le Bourget wurde zum Desaster. Wegen Triebwerksproblemen mussten die Vorführfluge nach dem ersten Tag abgebrochen werden.

EADS-Aktionärsstruktur mit politischer Brisanz

European Aeronautic Defence and Space Company

EADS mit seiner Flugzeugbau-Tochter Airbus ist Europas dominierender Luft- und Raumfahrtkonzern. Die börsennotierte Aktiengesellschaft European Aeronautic Defence and Space Company (EADS) umfasst die wichtigsten Flugtechnikanbieter Deutschlands, Frankreichs und Spaniens. Der Konzern entstand im Juli 2000 nach langem Tauziehen um Standorte und Produktionsanteile.

Die französische Seite

Nach einem 2007 vereinbarten Aktionärspakt darf der französische Staat nur 15 Prozent der EADS-Anteile besitzen. Zusammen mit dem Medienkonzern Lagardère kommt er auf 22,45 Prozent der EADS-Aktien, wobei die Anteile in der Gesellschaft Sogeade gebündelt sind. Der Chef der Mediengruppe, Arnaud Lagardère, will seine 7,5 Prozent der Anteile mittelfristig verkaufen, erhebt aber seinen Anspruch auf den Mitte 2012 freiwerdenden Chefposten im Verwaltungsrat des Konzerns.

Die deutsche Seite

Mit 22,45 Prozent ist auch die deutsche Seite an EADS beteiligt. Bisher hielt DaimlerChrysler 15 Prozent und ein Konsortium von Bundesländern, privaten und öffentlichen Banken 7,5 Prozent. Allerdings behielt DaimlerChrysler nach dem ausgehandelten Kompromiss 22,5 Prozent der Stimmrechte und blieb so größter stimmberechtigter EADS-Einzelaktionär. 7,5 Prozent der EADS-Anteile soll nun die Staatsbank KfW übernehmen, so dass sich der Daimler-Anteil auf 7,5 Prozent reduziert.

Die spanische Seite

Weitere 4 Prozent an EADS hält die spanische Staatsholding SEPI, der Rest der Anteile in Höhe von 49,6 Prozent liegt im Streubesitz.

Der Aktionärspakt

Die deutschen, französischen und spanischen Haupteigentümer hatten sich bei der Gründung der EADS auf einen Pakt („Contractual Partnership“) verständigt, um das Unternehmen gegen feindliche Übernahmeversuche zu sichern und um das Heft bei dem Luftfahrt- und Rüstungskonzern in der Hand zu behalten.

Die Machtzentren

Die EADS hat ihren offiziellen Sitz in Amsterdam, in Paris und München sind die beiden Hauptzentren des Konzerns. Der Hauptsitz und die Zentrale der EADS-Tochtergesellschaft Airbus sind im französischen Toulouse angesiedelt. Hamburg wiederum ist der Sitz der deutschen Airbus-Tochtergesellschaft, die für die deutschen Werke zuständig ist.

Die nächste Hiobsbotschaft folgte im britischen Farnborough: Weil Metallspäne im Turboprop-Antrieb entdeckt wurden, musste der Start komplett abgesagt werden. „Kein schwerwiegendes Problem“, sagte Airbus-Military-Sprecher Javier Pérez-Guerra. Doch eines, das erneut zu Verzögerungen führte. Dabei hängt Airbus im Zeitplan ohnehin schon vier Jahre hinterher.

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Die neuerliche Verzögerung fällt im Vergleich gering aus. Die erkannten Probleme habe man bereits in den Griff bekommen. Erstkunde Frankreich werde sein Exemplar voraussichtlich statt im ersten Quartal erst im zweiten Quartal 2013 erhalten, teilte die EADS-Tochter am Freitag in Madrid mit. Im nächsten Jahr sollen wie geplant vier der Maschinen ausgeliefert werden und auch der weitere Zeitplan für die Folgejahre soll bestehen bleiben.

Kommentare (8)

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Willi

11.09.2012, 17:58 Uhr

"Der Militärtransporter A400M von Boeing"
Sollte die Bildunterschrift ein Witz sein?

aspi

11.09.2012, 18:03 Uhr

"Der Militärtransporter A400M von Boeing". Auweia, mit der Allgemeinbildung so mancher Redakteure ist es nicht weit her. Würde man bei Redakteuren denselben Maßstab anlegen wie seinerzeit bei Bundespräsident Köhler, wären die Redaktionen dieses Landes menschenleer...

AntonRedlich

11.09.2012, 18:08 Uhr

Guten Morgen Liebes Handelsblatt!
Ich reibe mir die Augen.....hab gar nichts mitbekommen
Boeing baut jetzt den A 400M.
Hätte eigentlich erwartet, daß ich als regekmäßiger HB Leser die Übernahme von Airbus nicht verschlafen habe.

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