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20.11.2013

06:09 Uhr

Premiere des Macan

Porsches Tiger mit großen Ansprüchen

VonMark C. Schneider, Lukas Bay

Der kompakte SUV Macan soll auf Anhieb zum meistverkauften Modell der VW-Tochter Porsche aufsteigen. Doch der Sportwagenbauer könnte mit dem neuen Modell seine Exklusivität und Marge gefährden.

Der neue Macan

Ein kompakter Porsche für SUV-Freunde

Der neue Macan: Ein kompakter Porsche für SUV-Freunde

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Stuttgart/DüsseldorfEs war ausgerechnet Ferdinand Alexander Porsche, Designer der Sportwagen-Ikone 911, der bereits in den 1980er-Jahren einen Tabubruch forderte. Der legendäre Sportwagenbauer aus Stuttgart-Zuffenhausen sollte den Bau eines Geländewagens in Angriff nehmen, so wie Mercedes-Benz es mit der G-Klasse vorgemacht hatte. Trotzdem dauerte es noch 20 Jahre, bis 2002 in Leipzig der erste Porsche Cayenne vom Band rollte. Hätte man in Zuffenhausen nur eher auf den großen Autovisionär gehört: Heute ist jeder zweite verkaufte Porsche ein SUV. Und bald könnte der Anteil noch weiter zulegen.

Um 4.55 Uhr deutscher Zeit enthüllte der Sportwagenbauer noch vor dem Start der Automesse in Los Angeles sein neustes Modell: Den Macan, einen kompakten SUV, dessen Name sich aus dem indonesischen Wort für Tiger ableitet, doch dessen Zielgruppe ganz klar in der Stadt zuhause ist. Mit einer V6-Dieselvariante (258 PS) und zwei Benzinmotoren (340/400 PS) soll der kleine Geländewagen so sportlich sein wie kaum ein Konkurrent.

Die Premiere des Stadttigers in Los Angeles ist bewusst gewählt: Die USA sind für Porsche der wichtigste Markt, ein Drittel der Macan-Produktion soll dort verkauft werden. Die fünfte Baureihe könnte damit auf Anhieb zum meistverkauften Auto des Konzerns aufsteigen. Den Absatz kalkuliert Porsche schwäbisch konservativ. „Damit sich das Projekt rechnet, brauchen wir 50.000 Autos im Jahr“, so Porsche-Chef Matthias Müller. Branchenkenner rechnen dagegen eher mit 75.000 Einheiten jährlich wie beim Cayenne. „Die Limousine Porsche Panamera hat gezeigt, dass die Marke stark genug ist, um erfolgreich neue Segmente zu erschließen“, sagt Stefan Bratzel, Chef des Center of Automotive Management (CAM). „Die Marke hat das Potenzial für 200.000 Fahrzeuge pro Jahr.“

Der kleine Bruder des Cayenne wird ebenfalls in Leipzig produziert. Die Serienproduktion läuft gerade an, die Auslieferung startet im Frühjahr 2014. Technisch basiert der Macan auf dem Q5 der Konzernschwester Audi - 64 Prozent aller Bauteile sind identisch. Trotzdem will Porsche den Ruf als Sportwagen-Marke durch den neuen SUV nicht gefährden. Der Macan soll deutlich sportlicher abgestimmt sein als das Schwestermodell – und neue Zielgruppen erschließen.

Welche Autostandorte die beste Qualität produzieren

Quelle

In der Studie „European Automotive Survey 2013“ haben die Wirtschaftsprüfer von Ernst&Young 300 europäische Unternehmen der Automotive-Branche befragt, wie sie die Produktqualität der Automobilstandorte bewerten.

Platz 18

Türkei
Nirgendwo wird die Produktqualität schlechter bewertet als in der Türkei. Nur zwei Prozent der befragten Unternehmen halten die Türken für sehr wettbewerbsfähig, 17 Prozent eher wettbewerbsfähig.

Platz 17

Ungarn
Mit Daimler und Audi haben zwei deutsche Hersteller große Werke in Ungarn. In punkto Produktqualität hat das osteuropäische Land enormen Nachholbedarf. Ein Prozent halten die Ungarn in diesem Feld für sehr wettbewerbsfähig, 20 Prozent für eher wettbewerbsfähig.

Platz 16

Indien
Auf Indiens Automarkt regieren die Billigmodelle. Darunter leidet auch die Bewertung der Produktqualität. Vier Prozent bewerten den Standort als sehr wettbewerbsfähig, 22 als eher wettbewerbsfähig.

Platz 15

Polen
Der Nachbar ist ein wichtiger Produktionsstandort für deutsche Autokonzerne, doch die Produktqualität wird nicht sonderlich hoch bewertet. Drei Prozent halten die Polen für sehr wettbewerbsfähig, 23 Prozent für wettbewerbsfähig.

Platz 14

Russland
Die große Wachstumshoffnung in Europa, doch in punkto Produktqualität besteht Nachholbedarf. Drei Prozent halten das Land für sehr wettbewerbsfähig, 23 für eher wettbewerbsfähig.

Platz 13

Slowakei
Die Heimat von VW-Tochter Skoda schneidet in der Bewertung der Produktqualität ebenfalls eher schlecht ab. Drei Prozent halten das Land für sehr wettbewerbsfähig, 24 Prozent für eher wettbewerbsfähig.

Platz 12

China
Als Absatzmarkt ist China für die Hersteller immens wichtig, in der Produktion gibt es offensichtlich noch Probleme. Nur fünf Prozent halten China in punkto Produktqualität für sehr wettbewerbsfähig, 27 für eher wettbewerbsfähig.

Platz 11

Spanien
Auch in Spanien werden derzeit die Autoproduktionen wieder hochgefahren. Sechs Prozent halten das Land in punkto Produktqualität für sehr wettbewerbsfähig, 28 Prozent für eher wettbewerbsfähig.

Platz 10

Brasilien
Einen großen Sprung im Ranking macht das südamerikanische Land (+13 Prozentpunkte). Zuletzt haben mehrere Autokonzerne in Brasilien investiert. Die Produktqualität bewerten sieben Prozent als sehr wettbewerbsfähig, 29 als eher wettbewerbsfähig.

Platz 9

Tschechien
Unter Osteuropas Ländern belegen die Tschechen in punkto Produktqualität einen Spitzenplatz, insgesamt reicht das aber nur fürs Mittelfeld. Vier Prozent halten Tschechien für sehr wettbewerbsfähig, 31 Prozent für eher wettbewerbsfähig.

Platz 8

Italien
Auch wenn die Autoindustrie des Landes leidet, an der Produktqualität in der Heimat von Fiat und Ferrari kommen nur wenige Zweifel aus. Sechs Prozent aller befragten Unternehmen halten das Land in diesem Punkt für sehr wettbewerbsfähig, 34 halten Italien für eher wettbewerbsfähig.

Platz 7

Frankreich
Auch wenn der Mittelfeldplatz anderes vermuten lässt: Auch in punkto Produktqualität sind die Franzosen der große Verlierer des Rankings. Satte 15 Prozentpunkte hat der Standort seit 2011 eingebüßt. Mittlerweile halten nur noch zehn Prozent aller befragten Unternehmen halten das Land für sehr wettbewerbsfähig, 34 für eher wettbewerbsfähig.

Platz 6

England
Das Vereinigte Königreich war einst eine stolze Autonation. In punkto Produktqualität halten die Briten immerhin den Anschluss an die Spitzengruppe. 13 Prozent bewerten die Heimat von Mini und Rolls Royce als sehr wettbewerbsfähig, 35 Prozent als eher wettbewerbsfähig.

Platz 5

USA
Volkswagen feiert in Amerika immer neue Wachstumsrekorde, auch in punkto Produktqualität hat das Land zugelegt. 13 Prozent halten den Standort USA für sehr wettbewerbsfähig, 47 für eher wettbewerbsfähig.

Platz 4

Südkorea
Hyundai und Kia sorgen auf dem europäischen Automarkt für Wirbel. Das liegt auch an der Produktionsqualität der südkoreanischen Konzerne. Der Standort gewinnt im Qualitätsranking satte 22 Prozentpunkte – mehr als jedes andere Land. Für 19 Prozent aller befragten Unternehmen ist das Land sehr wettbewerbsfähig, für 42 Prozent eher wettbewerbsfähig.

Platz 3

Schweden
Auch in der Produktqualität belegt die Heimat von Volvo einen Spitzenplatz. 14 Prozentpunkte haben die Skandinavier im vergangenen Jahr hinzugewonnen. 19 Prozent aller befragten Unternehmen halten Schweden für sehr wettbewerbsfähig, 43 Prozent für eher wettbewerbsfähig.

Platz 2

Japan
Die japanische Autoindustrie hat sich erholt und greift nun wieder nach der Weltspitze – auch in punkto Produktqualität. 28 Prozent bewerten Japan als sehr wettbewerbsfähig, 44 als eher wettbewerbsfähig. Das sind satte 18 Prozentpunkte mehr als im Vorjahr.

Platz 1

Deutschland
Geht es nach der Einschätzung der europäischen Automotive-Unternehmen ist kein Land in Europa qualitativ hochwertiger als Deutschland. Satte 51 Prozent halten den Standort für sehr wettbewerbsfähig in punkto Produktqualität, 37 bewerten die Deutschen als eher wettbewerbsfähig

Das SUV-Segment wächst derzeit rasant - und dürfte in den kommenden Jahre weiter zulegen. Darum drängen etliche Hersteller mit kompakten SUVs in den Markt. CAM-Chef Bratzel sieht trotzdem gute Chancen für Porsche, sich zu behaupten. „Die Strahlkraft der Marke dürfte Porsche einen Wettbewerbsvorteil verschaffen.“

Schon heute SUVs nehmen in der Absatzstatistik von Porsche eine Schlüsselrolle ein. Von den bisher verkauften 119.747 Autos entfallen 62.886 auf den Cayenne. In den ersten neun Monaten verkauften die Stuttgarter damit rund 14,7 Prozent mehr Autos als im Vorjahr. Für die Konzernmutter VW  ist der Erfolg von Porsche ein Glücksfall: Das operative Ergebnis von 1,9 Milliarden Euro nach drei Quartalen gleicht den Rückgang bei Audi und Volkswagen aus. Dank einer extrem hohen operativen Rendite vor Zinsen und Steuern von 18,2 Prozent erwirtschaftet die Marke pro Fahrzeug 16.461 Euro an Gewinn.

Kommentare (15)

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audi

20.11.2013, 08:23 Uhr

Volkswagen ist eben erfolgreich. In allen Disziplinen und bei allen Töchtern. Gestern noch vom Pleitegeier verfolgt, wie Audi oder Porsche und schon heute eine Erfolgsmarke mit einer vielversprechenden Zukunft.

Volkswagen ist eben die Garantie für den Erfolg.

Bei der Töchtern und noch mehr bei den Kunden. Bedingt durch die durchgehende Modestruktur (Modulare Querbauweise), bis hin zum Nutzen von Volumen-Effekten beim Einkauf kann VW damit seinen Kunden ein Höchstmaß an Technik, Qualität und Preis bieten.

Ein Käufer der Wettbewerbsmodell, wie Mecedes oder BMW dagegen hat ein überteuertes Produkt, was oft auch technisch veraltet ist, oder nicht wirklich marktreif. Aber wer diese Produkte fährt, der läßt sich seinen Traum nie von der bösen Realität zerstören.

Trotzdem muss Volkswagen aufpassen, denn die Koreaner schlafen nicht so tief, wie man es von den Japanern gewohnt ist. Sie sind extrem schnell und mega kundenfreundlich. Hier ist echt Gefahr angesagt, denn die Nummer 2 auf der Weltrangliste wird schon bald ein Koreaner sein. Dicht hinter Volkswagen.

Account gelöscht!

20.11.2013, 08:55 Uhr

Überteuert ist so ein VW/Audi/Porche natürlich nicht! Die haben ja auch kein Gewinn dabei wie eben im Artikel zu lesen ist!

Mal die VW Brille abnehmen, bitte!

Gast

20.11.2013, 09:35 Uhr

Ein Mensch mit Stil kauft keinen Porsche. Das ist was für Neureiche, die allen zeigen wollen, dass sie noch nicht lange über genug Geld für ein Auto verfügen.

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