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25.07.2012

10:25 Uhr

Premium-Autobauer

Daimler trotzt den Schwarzsehern

So mancher Experte sah bei Daimler eine Gewinnwarnung nahen. Tatsächlich sank der Gewinn im zweiten Quartal aber weniger als erwartet. Im Dreikampf mit Audi und BMW ist das Ergebnis dennoch ein Rückschlag.

Der schwierige Kampf der europäischen Autobauer

Video: Der schwierige Kampf der europäischen Autobauer

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StuttgartDie schwache Autokonjunktur in Europa schlägt sich beim erfolgsverwöhnten Autobauer Daimler in einem satten Gewinnrückgang nieder. Unterm Strich verdienten die Schwaben im zweiten Quartal 2012 rund 1,5 Milliarden Euro - ein Rückgang von 11 Prozent verglichen mit dem Vorjahreszeitraum. Das teilte die Daimler AG am Mittwoch in Stuttgart mit. Spekulationen, Daimler könnte sich zu einer Gewinnwarnung genötigt sehen, bestätigten sich indes nicht. Der Autobauer hält trotz eines Gewinnrückgangs im zweiten Quartal an seiner optimistischen Prognose für das Gesamtjahr 2012 fest.

Die Stützen des Daimler-Geschäfts liegen auf wachsenden Auslandsmärkten wie Amerika und Asien mit dem größten Einzelmarkt China, während der Heimatmarkt Europa Probleme bereitet. „Die Ergebnisentwicklung war im Wesentlichen durch das weitere Absatzwachstum vor allem in den USA und in Asien getrieben“, heißt es im Zwischenbericht. Dagegen berichten die Stuttgarter von „Ergebnisbelastungen“ in Europa, die mit der „angespannteren wirtschaftlichen Situation“ dort und einem „ungünstigeren Modell-Mix“ in Verbindung gebracht werden.

Daimler erklärt den Gewinnrückgang zudem mit Investitionen: Höhere Kosten zur Erweiterung der Modellpalette in der Pkw-Sparte Mercedes-Benz Cars und der Lkw-Sparte Daimler Trucks hätten sich ungünstig ausgewirkt, heißt es in der Mitteilung.

Vor Steuern sank der Gewinn um 13 Prozent auf rund 2,2 Milliarden Euro. Ein Jahr zuvor hatte der Gewinn vor Steuern und Zinsen noch bei rund 2,6 Milliarden Euro gelegen. Die Erlöse stiegen im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 10 Prozent auf 28,9 Milliarden Euro, der Absatz um acht Prozent auf 570.300 Fahrzeuge.

Daimler rechnet in den kommenden Monaten mit schärferem konjunkturellen Gegenwind durch die Staatsschuldenkrise und die Unsicherheiten über die Wirtschaftslage in China. "Die Risiken nehmen in der zweiten Jahreshälfte eher noch zu statt ab", sagte Vorstandschef Dieter Zetsche am Mittwoch in einer Telefonkonferenz. Allen Unkenrufen zum Trotz habe Daimler nach dem ersten Halbjahr "offensichtlich" keine Gewinnwarnung abgegeben und sehe dazu auch nach dem dritten Quartal derzeit keine Notwendigkeit.

Die größten Autohersteller in Europa

Platz 10

Nissan - 239.000 Neuzulassungen im 1. Halbjahr 2012

Im Vergleich zum Vorjahr büßen die Japaner Marktanteile ein. Die Zahl der Neuzulassungen schrumpfte um drei Prozent.

Platz 9

Toyota - 295.000 Neuzulassungen im 1. Halbjahr 2012

Weltweit gehören die Japaner zu den größten Autokonzernen. In Europa stagnieren die Absätze allerdings. Im Vergleich zum Vorjahr wurden ein Prozent weniger Neuwagen verkauft.

Platz 8

Daimler - 349.000 Neuzulassungen im 1. Halbjahr 2012

Der deutsche Premiumhersteller kann sich freuen: Als einziger Hersteller in der europäischen Top Ten verkauften die Stuttgarter mehr Autos als im Vorjahr. Die Verkäufe legten um ein Prozent zu.

Platz 7

BMW - 421.000 Neuzulassungen im 1. Halbjahr 2012

Trotzdem kann BMW die Premiumkrone auch in Europa behaupten. Die Münchner verkauften zwar ein Prozent weniger Neuwagen als im Vorjahr - doch das ist immer noch besser als die Konkurrenz.

Platz 6

Fiat - 456.000 Neuzulassungen im 1. Halbjahr 2012

Die Sorgenfalten von Fiat-Chef Sergio Marchionne dürften zunehmen. Mit einem Minus von 17 Prozent im Vergleich zum Vorjahr befinden sich die Italiener in einer der tiefsten Absatzkrisen der Unternehmensgeschichte.

Platz 5

Ford - 533.000 Neuzulassungen im 1. Halbjahr 2012

Auch für den US-Autobauer, dessen größtes Werk in Europa nördlich von Köln liegt, sind die Verkäufe in Europa eingebrochen. 11 Prozent weniger Fahrzeuge wurden an den Mann gebracht.

Platz 4

General Motors - 573.000 Neuzulassungen im 1. Halbjahr 2012

Die Zahlen sind besorgniserregend. So besorgniserregend, dass zuletzt auch Opel-Chef Karl-Friedrich Stracke gehen muss. In Europa brachen die Verkäufe des US-Riesen im Vergleich zum Vorjahr um 11 Prozent ein.

Platz 3

Renault - 583.000 Neuzulassungen im 1. Halbjahr 2012

Noch schlimmer trifft es den französischen Autoriesen Renault. Satte 17 Prozent weniger Autos konnten die Franzosen im ersten Halbjahr absetzen. Die Regierung denkt bereits über Staatshilfen für die angeschlagene heimische Autoindustrie nach.

Platz 2

Peugeot/Citroën - 827.000 Neuzulassungen im 1. Halbjahr 2012

Auch der größte französische Autobauer klagt über Absatzprobleme und kündigte zuletzt an, 8000 Stellen streichen zu wollen. Im ersten Halbjahr schrumpften die Verkäufe um 14 Prozent.

Platz 1

Volkswagen - 1,66 Millionen Neuzulassungen im 1. Halbjahr 2012

Es ist einsam an der Spitze: Die Wolfsburger deklassieren die Konkurrenz um längen. Im schwierigen europäischen Massenmarkt verliert Volkswagen zwar ein Prozent - doch insgesamt nehmen die Marktanteile zu.

Der Autobauer liege im Plan, 2012 das im Vorjahr erzielte operative Ergebnis von knapp neun Milliarden Euro im laufenden Geschäft zu erreichen, versicherte Finanzchef Bodo Uebber. Ohne Sondereffekte belaufe sich der Gewinn vor Steuern und Zinsen nach der ersten Jahreshälfte "deutlich oberhalb von 4,4 Milliarden Euro", sagte der Finanzchef.

Kommentare (26)

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beobachter

25.07.2012, 07:58 Uhr

Es ist unsäglich, welchen Müll das Handelsblatt noch bis heute morgen geschrieben hat über Daimler. Zitiert regelmäßig einen nachweislich unfähigen Analysten von der Credit Suisse, der keine Ahnung hat von Daimler und seinen anstehenden Produktanläufen, aber immer die Firma runterschreibt. Wettet vermutlich auf fallende Kurse für Daimler, und das Handelsblatt druckt es brav ab.

hannes

25.07.2012, 08:29 Uhr

Typisch Handelsblatt. Es ist schon Tradition, dass bei jeder Daimler-Veröffentlichung hervorgehoben wird, wie schlecht und doof Daimler doch eigentlich ist und wie toll die Konkurenz sich bewegt. Dann mal zu den Fakten: es gibt genau einen Markt in dem Daimler aufholen muss. Nämlich China... Hier sind BMW und Audi stärker.. Lustigerweise wurde Daimler vom Handelsblatt eine extrem hohe Abhängigkeit vom chinesischen Markt als alleinige Schwäche angeheftet (man betrachte mal den VW Konzern). Alle klar wird aber, wenn man die BMW Werbung neben dem Artikel sieht :-).... Wie üblich ein schlecht recherchierter und einseitig negativ geschriebener Handelsblattartikel ps. die Käufer von BMW und Audi sind max. 1-2 Jahre im Schnitt jünger

Account gelöscht!

25.07.2012, 09:19 Uhr

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