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12.03.2012

15:35 Uhr

Premiumautobauer

BMW beherrscht die Konkurrenz

VonTino Andresen

Die deutsche Autobranche steht glänzend da. Volkswagen und Daimler konnten bereits ein Rekordergebnis präsentieren. Nun rechnen Analysten damit, dass auch der Premiumautobauer BMW seiner Führungsrolle gerecht wird.

BMW-Chef Norbert Reithofer bei der Vorstellung des 6er Gran Coupés auf dem Auto-Salon in Genf: Die Konkurrenz sieht von den Bayern meist nur die Rücklichter. dapd

BMW-Chef Norbert Reithofer bei der Vorstellung des 6er Gran Coupés auf dem Auto-Salon in Genf: Die Konkurrenz sieht von den Bayern meist nur die Rücklichter.

DüsseldorfSchon seit Jahren fährt BMW den anderen Premiumautobauern davon. Und das ist auch 2011 so geblieben. Unter dem Strich verdiente die Nobelmarke 4,9 Milliarden Euro – ein dickes Plus von 51,3 Prozent. Der Umsatz kletterte von 60,5 Milliarden Euro auf einen Rekordwert von 68,8 Milliarden Euro. „Das abgelaufene Geschäftsjahr war das bislang beste Jahr in der Unternehmensgeschichte“, sagte Reithofer. Auch 2011 haben die Bayern mit 1,38 Millionen Autos (ohne Mini und Rolls-Royce) mehr abgesetzt als die Daimler-Tochter Mercedes-Benz (1,26 Millionen Pkw ohne Smart) und Volkswagens Tochter Audi (1,30 Millionen Fahrzeuge).

BMW setzt zudem Maßstäbe in punkto Profitabilität, lag mit einer Umsatzrendite von 11,8 Prozent nur knapp hinter Audi (12,1 Prozent). Den Erzrivalen Mercedes (neun Prozent) haben die Bayern aber klar abgehängt und den Daimler Konzern im vergangenen Jahr sogar beim Börsenwert vorübergehend überholt – erstmals.

Die BMW-Aktionäre können sich angesichts der glänzenden Zahlen über einen warmen Geldregen freuen - pro Anteilsschein will BMW für 2011 eine Dividende von 2,30 Euro für Stammaktien und 2,32 Euro je Vorzugsaktie ausschütten, auch dies ein Rekord. Für 2010 hatte BMW noch 1,30 Euro ausgelobt.

Beim operativen Gewinn allerdings ist gegen die 11,3 Milliarden Euro des wesentlich größeren Volkswagen-Konzerns, der heute seine Zahlen vorlegte, allerdings kein Kraut gewachsen. Auch der Daimler-Konzern konnte bei dieser Kennzahl mit 8,8 Milliarden Euro glänzen.

Die Entwicklung, die sich schon seit langem vollzogen hat, brachte der Auto-Analyst Arndt Ellinghorst von der Schweizer Großbank Credit Suisse im vergangenen Herbst auf den Punkt, indem er eine Studie überschrieb mit: „Was ist die Gemeinsamkeit zwischen Bayern München und BMW?“ Seine Antwort fiel schmerzhaft für Daimler aus: „Beide beherrschen ihre Liga.“

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Das von Daimler-Chef Dieter Zetsche ausgegebene Ziel, auf Sicht wieder der größte Premiumhersteller zu werden, hält Ellinghorst für unerreichbar. Der Analyst sagt: „Im Moment sehe ich nicht, wie Daimler wieder die Nummer eins in puncto Volumen und Profitabilität werden will.“ Kurzfristig ist er noch skeptischer. „2012 wird Daimler den Rückstand nicht verringern können und 2013 möglicherweise sogar noch weiter zurückfallen.“

Kommentare (4)

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Leiharbeiter

12.03.2012, 16:48 Uhr

Leider ist es so, dass BMW die hohe Profitabilität auf Kosten der Arbeitnehmer erreicht. Weder bei Audi noch bei Daimler werden die Kosten dermaßen durch den Einsatz von Leiharbeiter gedrückt. Hier sollte BMW schnellstens seiner sozialen Verantwortung gerecht werden!

Bremer

12.03.2012, 16:57 Uhr

aber Hallo.. bei VW ist das nicht anders und bei Daimler ebenso! ..von drei Bandarbeiter, sind zwei davon Leiharbeiter.. ..habe zwei Bekante, der eine in Emden VW-Werk, der andere in Bremen Daimler-Werk. ..beide als Leiharbeiter in den Werken und die sind nicht wenige!

Leiharbeiter

12.03.2012, 17:13 Uhr

Selbstverständlich ist Ihr Einwand korrekt, dass es auch Probleme bei anderen Herstellern gibt, allerdings nicht in dem Umfang wie bei BMW. Hier sind 11.000 der insgesamt 70.000 Arbeiter Leiharbeiter (> 15%). Die Quote bei Daimler bzw. bei VW liegt bei 5-8%, was doch ein erheblicher Unterschied ist.

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