Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

01.08.2011

14:24 Uhr

Premiumautobauer

BMW rast Mercedes und Audi davon

VonTino Andresen

Mercedes und Audi haben bei den Halbjahreszahlen vorgelegt. Morgen ist BMW an der Reihe. Die Premiumautobauer liefern sich ein Kopf-an-Kopf-Rennen und verdienen prächtig. Doch es ziehen dunkle Wolken am Himmel auf.

Die Konkurrenten sehen BMW derzeit nur von hinten. Quelle: dpa

Die Konkurrenten sehen BMW derzeit nur von hinten.

DüsseldorfAnalysten erwarten von BMW, dass die Münchener noch profitabler gewirtschaftet haben als die Konkurrenten. Sie trauen dem Unternehmen für das zweite Quartal eine operative Umsatzrendite von 13 Prozent zu. Damit lägen sie aber nur noch hauchdünn vor Audi (12,9 Prozent) und etwas deutlicher vor Daimlers Pkw-Sparte Mercedes-Benz Cars (10,7 Prozent). Mit Blick auf das erste Halbjahr dürfte sich die Spitzenposition von BMW jedoch eindeutiger darstellen (prognostizierte 12,5 Prozent stehen hier 11,8 Prozent bei Audi gegenüber und 10,0 Prozent bei Mercedes).

Auch BMW selbst ist optimistisch und hat vor knapp drei Wochen die Prognose für den Vorsteuergewinn im Gesamtjahr sowie für den Absatz erhöht, von 1,5 Millionen auf 1,6 Millionen Autos.

Auto-Experte Willi Diez sagt zum Wetteifern der Rivalen: „BMW sehe ich nach wie vor in der Pole Position.“ Der Leiter des Instituts für Automobilwirtschaft an der Hochschule für Wirtschaft und Umwelt Nürtingen-Geislingen lobt im Gespräch mit Handelsblatt Online die „starke Profitabilität“ und die „sensationelle Kapitalmarktentwicklung“ des Herstellers.

Schon bekannt ist, dass BMW beim Absatz die Nummer eins geblieben ist. Die Münchener haben von Januar bis Juni inklusive der Marke Mini 833.400 Autos verkauft, knapp 20 Prozent mehr als ein Jahr zuvor. In dieser Kategorie jagt Audi Mercedes und hat mit 653.000 verkauften Autos nur noch einen Rückstand von 15.000.

Diez sieht die Ingolstädter auf der Überholspur. „Audi ist bei der Wachstumsdynamik die Nummer eins.“ Die Situation ist laut ihm wie auf der Autobahn: „Der Hintermann setzt zum Überholen an, und der Vordermann beschleunigt auch.“ Daimler hat seiner Ansicht nach die Belastungen durch die gescheiterte Ehe mit Chrysler inzwischen hinter sich gelassen. Nun hätten die Stuttgarter eine moderne Modellpalette zu bieten und seien im Motorenbereich, wo sie klar hinter BMW und Audi zurückgefallen seien, wieder wettbewerbsfähiger.

Daimlers Vorstandschef Dieter Zetsche jedefalls hat den beiden Konkurrenten in einem Schreiben an die eigene Belegschaft den Kampf angesagt. Auf Sicht plane man mit dem ersten Platz und gebe sich nicht mehr mit einem guten zweiten oder dritten zufrieden.

Kommentare (5)

Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.  Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.

no.7

01.08.2011, 15:07 Uhr

Die feststellungen im text sind zutreffend: Das Blatt wendet sich, der absatz wird bei den hochgejubelten "Premium-Autobauern" im nächsten Jahr dauerhaft einbrechen,genau so wie es vor 3 Jahren schonmal war.Der Unterschied zu damals wird sein, daß der markt auf dauer schrumpfen wird, besonders für die genannten konzerne. Und damit wird es dann mit der jubelei bis auf weiteres ein ende haben. der countdown zum einbruch läuft schon.

t.z.

01.08.2011, 15:38 Uhr

Vor gut 2 Jahren wurde aufgrund der Krise die Automobilindustrie mit hohen Subventionen unterstützt, jetzt werden wieder Gewinne in Milliardenhöhe eingefahren. Zu beachten ist, dass diese Gewinne nun privatisiert werden.
Wie ist es zu rechtfertigen, dass damals bei der Genehmigung der Subventionen keine Klausel gab, in der festgehalten wurde, dass in guten Zeiten zumindest anteilig Subventionen zurückgezahlt werden müssen.

Dies sollte nicht nur eine ethische Frage für alle Vorstände sein, sondern auch eine klare Forderung an die Politik, sich nicht zum Getriebenen von wirschaftlichen Interessen machen zu lassen.

no.7

01.08.2011, 15:46 Uhr

Warum wohl wurde auf eine solche Klausel verzichtet ? Diese klientelregierung hat doch nur einen Zweck, den Konzernen in die tasche zu wirtschaften und damit die Aktionäre aus dem Staatshaushalt zu beschenken. die Staatsschulden, die zur finanzierung dieses Sponsoring gemacht wurden, die hat Merkel einfach den Jungen untergejubelt. Naja, wenn man sowas wählt wie dieses Schwarzgelb, dann ist es eben so.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×