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05.01.2013

12:50 Uhr

Premiumhersteller

BMW will auf hohe Rabatte verzichten

Viele Autobauer konnten 2012 wegen der Absatzkrise in Europa nicht auf Rabatte verzichten. Doch BMW drückt jetzt auf die Bremse. Im neuen Jahr scheint sich die Rabattschlacht zu entschärfen - zumindest vorerst.

Die Produktion des i3 liegt laut Reithofer "voll im Plan". dpa

Die Produktion des i3 liegt laut Reithofer "voll im Plan".

Düsseldorf/MünchenBMW will Autokäufern in Deutschland keine hohen Preisnachlässe mehr einräumen. „Zu Premium passen dauerhaft keine hohen Rabatte. Sie sind weder für eine Marke noch für die Geschäftsentwicklung gut“, sagte BMW-Chef Norbert Reithofer der „Wirtschaftswoche“ und ergänzte: „Wir haben uns deshalb entschieden, dass wir in Deutschland in diesem Jahr unsere Marktanteile nicht um jeden Preis verteidigen und Gewinn vor Absatz geht.“ Der Münchner Autobauer habe das Rabatt-Volumen deutlich zurückgenommen.

Nach einer Studie des CAR-Instituts an der Uni Duisburg-Essen sanken die Preisnachlässe für Käufer der 30 beliebtesten Kfz-Modelle im Dezember im Vergleich zum November um 1,4 Prozentpunkte auf durchschnittlich 17,6 Prozent. Unter anderem habe VW seine Rabatte zuletzt spürbar gedrückt. CAR-Chef Ferdinand Dudenhöffer hatte allerdings am Donnerstag betont: „Wir glauben nicht, dass dieser Trend tragfähig ist, sondern dass die Rabatte bis Februar oder März wieder ansteigen.“

Zum Jahresende hatte ein Einbruch den Autoabsatz in Deutschland 2012 leicht sinken lassen - und auch im laufenden Jahr ist keine wirkliche Erholung in Sicht. Der Branchenverband VDA rechnet auch für 2013 mit einem kleinen Minus. Die Wachstumsperspektive der deutschen Automobilindustrie liegt nach Ansicht des VDA auf den Märkten außerhalb Westeuropas.

Ende 2013 will BMW mit dem i3 sein erstes Serien-Elektrofahrzeug auf den Markt bringen, 2014 mit dem i8 einen Sportwagen mit einem Plug-in-Hybridantrieb. Die Produktion des Karbon-Wagens i3 liege voll im Zeitplan, sagte Reithofer der „Wirtschaftswoche“. BMW brauche seine Submarke i, um die durchschnittliche CO2-Emission seiner Autos zu senken. „Vielleicht schaffen wir mit konventionellen Technologien 120 Gramm. Aber dann ist Schluss, dann ist technisch alles ausgereizt. Um bis 2020 auf die für BMW vorgeschriebenen 101 Gramm in der EU zu kommen, brauchen wir Elektroautos.“

Laut Reithofer muss BMW ab 2020 eine „fünfstellige Zahl pro Jahr“ an E-Autos absetzen, um über die ganze Flotte hinweg den geforderten CO2-Grenzwert in der EU zu erreichen. Strafzahlungen wegen Überschreitung der Grenzwerte seien für BMW „keine Option“. Eine staatliche Kaufprämie für E-Fahrzeuge muss es nach Ansicht Reithofers nicht geben. Er fordert aber von der EU bei der Berechnung des Flottenverbrauchs eine stärkere Gewichtung der E-Autos.

Von

dpa

Kommentare (9)

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ebax

05.01.2013, 23:17 Uhr

Einfach mal das Auto nicht immer vorm Rasensprenger parken und den Gurt locker ziehen. Das dürfte für jedes Fahrzeug reichen.

LieschenMueller

05.01.2013, 23:45 Uhr

Wer ein Elektroauto von BMW kauft, senkt den durchchnittlichen CO2-Ausstoß von verkauften BMWs und ermöglicht BMW damit, anderen Leuten weiter CO2-Schleudern zu verkaufen. Das lässt doch nur einen Schluss zu: Kein umweltbewusster Mensch darf einen iBMW kaufen!

Hans

06.01.2013, 03:57 Uhr

Dieses Runterfahren der Produktion dient wohl dazu, die Tageszulassungen möglichst schnell abzuverkaufen. Danach dürfte die Rabattschlacht weiter gehen. Vielleicht nicht mehr so Aggressiv.

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