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08.01.2008

11:38 Uhr

Privatisierung

Slowenien lockt deutsche Investoren

VonOliver Stock

Osteuropa hat das Interesse zweier großer deutscher Unternehmen geweckt: Die Privatisierung des Bahn- und Telefonnetzes reizt die Deutsche Telekom sowie die Deutsche Bahn zum Einstieg. Doch auch wenn teils schon konkrete Pläne vorliegen, haben diese Geschäfte doch ihre Tücken.

WIEN. Die Privatisierung ehemaliger Monopolbetriebe in Slowenien ruft deutsche Unternehmen auf den Plan: Über ihre ungarische Tochter Magyar Telekom will die Deutsche Telekom auf dem slowenischen Markt Fuß fassen. Magyar Telekom hat deswegen in der vergangenen Woche ein Angebot für 49,13 Prozent der Aktien des größten Telekom-Betreibers des Landes, Telekom Slovenije, abgegeben, der sich noch mehrheitlich in Staatsbesitz befindet.

Bei einem Börsenwert von rund 2,6 Mrd. Euro dürfte das Angebot die Summe 1,5 Mrd. Euro kaum unterschreiten. Der Kurs des slowenischen Unternehmens steigt seither gegen den Trend am Markt.

Interesse bekundet auch die Deutsche Bahn an ihrem slowenischen Pendant: Die Eisenbahn des Landes wird möglicherweise gemeinsam mit dem Hafen Koper sowie der Spedition Intereuropa zum Verkauf angeboten. Eine Entscheidung darüber soll in den nächsten drei Monaten fallen.

Bereits im vergangenen Jahr ist die Bayerische Landesbank in dem südosteuropäischen Land aktiv geworden: Durch den Kauf der österreichischen Hypo-Group Alpe Adria besitzt sie nun eine Bankengruppe, die im Bankgeschäft in Slowenien auf drei Prozent Marktanteil kommt und beim Leasinggeschäft mit 40 Prozent Marktanteil deutlich die Nase vorn hat.

Das kleine Land, das seit Jahresbeginn als erster osteuropäischer Staat für ein halbes Jahr den EU-Ratspräsidenten stellt, rückt damit stärker in den Fokus deutscher Investoren. Deren Interessenlage ist unterschiedlich. Bei der Telekom geht es darum, ein Gegengewicht zum stagnierenden Geschäft auf dem Heimatmarkt zu schaffen. Osteuropa, wo die Deutsche Telekom eben schon in Ungarn, aber beispielsweise auch in Kroatien, der Slowakei, Tschechien und Polen aktiv ist, bietet sich durch den Verkauf von Staatsbetrieben, von denen viele jetzt privatisiert werden, dazu an. Expandieren will Telekom -Chef Rene Obermann vor allem im Mobilfunkgeschäft und das vor allem in Regionen, in denen die Deutsche Telekom wie in Teilen Osteuropas schon vertreten ist. Ob die Deutschen in Slowenien nun tatsächlich zum Zuge kommen, ist ungewiss. Sechs andere Wettbewerber, unter ihnen auch Finanzinvestoren, sind ebenfalls in die engere Auswahl der Bewerber gekommen.

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