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22.11.2015

08:10 Uhr

Privatjet-Projekt von Robert Bass

Mister Überschall

VonThomas Jahn

Seit 15 Jahren hegt Robert Bass einen Traum: ein privates Überschallflugzeug zu bauen. Mit Hilfe von Airbus kommt der Amerikaner dem Ziel näher. Schon 2023 könnte man in vier Stunden von New York nach Frankfurt fliegen.

Das von dem Texanischen Milliardär Robert Bass gegründete Unternehmen Aerion will zusammen mit Airbus ein Überschall-Jet für Superreiche bauen. PR

Überschall-Jet

Das von dem Texanischen Milliardär Robert Bass gegründete Unternehmen Aerion will zusammen mit Airbus ein Überschall-Jet für Superreiche bauen.

New YorkRobert Bass ist in seinem Leben schon oft unterschätzt worden. In seiner Familie stand er lange im Schatten seines Bruders Sid Bass, der das Vermögen der texanischen Sippe vermehrte. In den 50er-Jahren hatten die Brüder einiges an Öl-Geld geerbt; unter der Regie von Sid Bass wurden aus den 50 Millionen Dollar viel mehr. Die Hackordnung drückte sich damals auch in der Lage ihrer Büros aus: Das von Sid lag im 33. Stock des Gebäudes in Fort Worth, das von Robert war eine Etage darunter.

Aber Robert Bass machte sich selbständig, gründete die Private Equity Firma Oak Hill Capital und verdiente sich in den 80er und 90er-Jahren eine goldene Nase. Heute ist der 68-Jährige mit einem Vermögen von fast drei Milliarden Dollar ein gemachter Mann.

Mit diesen Flugzeugen heben Geschäftsleute ab

Platz 10

Citation II - 18.957 Starts
Der Flugzeugbauer Cessna ist gleich fünfmal in den Top 10 der Business-Flugzeuge in Europa vertreten. Den Anfang macht die Citation II. Zusammen mit ihrem Nachfolgemodell Citation Bravo verlor der zweistrahlige Jet aber 9,4 Prozent aller Abflüge. Die Citation II ging Ende der 70er-Jahre erstmals in die Luft.

Quelle: Die Rangliste basiert auf Angaben von WINGX Advance. Das Marktforschungsinstitut hat dafür die Daten der europäischen Luftverkehrskontrolle Eurocontrol für 2014 ausgewertet.

Platz 9

Challenger 600 - 23.847 Starts
Im Jahr 1978 schickte Bombardier die erste Version des zweistrahligen Jets an den Start. Seitdem hat sich die Challenger zu einem der beliebtesten Privatjets gemausert. Zusammen gab es für die Flugzeuge der 600er-Reihe 2014 allerdings Einbußen – die Starts gingen um 4,2 Prozent zurück.

Platz 8

PC-12 - 24.316 Starts
Der Turboprop-Flieger ist der Gewinner unter den Business-Flugzeugen 2014. Die PC-12 des Schweizer Herstellers Pilatus legte bei den Abflügen in Europa um 17,1 Prozent zu. Der Zuwachs ist aber zum Großteil damit zu erklären, dass das finnische Militär die PC-12 verstärkt zur Sicherung der Grenzen mit Russland einsetzt, hat WINGX Advance analysiert.

Platz 7

Citation CJ2 - 25.394 Starts
Der Businessjet des US-Flugzeugbauers Cessna ist seit dem Beginn des Jahrtausends auf dem Markt. Um 0,5 Prozent nahmen die Abflüge in Europa zuletzt zu. Mit knapp 800 Stundenkilometern geht es mit der Citation CJ2 knapp 3000 Kilometer weit.

Platz 6

Citation Jet - 26.794 Starts
Der Citation Jet und das Nachfolgemodell CJ1 von Cessna waren 2015 in Europa weniger gefragt. Die Abflüge nahmen um 5,5 Prozent ab. Beim CJ1 wurde vor allem die Elektronik verbessert, zudem wurde der Businessjet effektiver. Seit 2011 wird er jedoch nicht mehr produziert.

Platz 5

Citation Mustang - 27.470 Starts
Die Klasse der „Very Light Jets“ liegt voll im Trend. Daher ist es auch nicht verwunderlich, dass die Citation Mustang zu den Gewinnern 2014 in Europa zählt. Der kleinste Jet der Citation-Reihe - maximal fünf Passagiere finden darin Platz - legte bei den Starts um 10,3 Prozent zu.

Platz 4

Falcon 2000 - 27.594 Starts
Die zweimotorige Maschine gehört zu den Klassikern des französischen Dassault-Konzerns. Er wird in verschiedenen Varianten ausgeliefert, die sich hinsichtlich ihrer Konfiguration unterscheiden. 2014 gingen die Abflüge des Business-Flugzeugs leicht um zwei Prozent zurück.

Platz 3

Hawker 700-900 - 34.372 Starts
Unter dem Dach des US-Konzerns Raytheon begann bereits in den 60er-Jahren die Entwicklung des zweistrahligen Businessjets. Nach etlichen Weiterentwicklungen gehören die Hawker-Modelle heute unter dem Dach von Beechcraft zum Cessna-Hersteller Textron. Die Jets werden aber nicht mehr gebaut, es sind nur noch Update-Programme verfügbar. 2014 gingen die Starts leicht um 3,8 Prozent zurück, doch das reicht für das Treppchen in Europa.

Platz 2

Super King Air 200 - 51.991 Starts
Eines der beliebtesten Business-Flugzeuge in Europa ist eine Turboprop-Maschine: Auf Platz zwei der Rangliste findet sich die Super King Air 200 von Beechcraft (gehört zum Cessna-Hersteller Textron) wieder. Die erste King Air hob bereits in den 60er-Jahren ab. Trotz eines Rückgangs bei den Starts um 2,1 Prozent 2014 ist die Flugzeugreihe nicht wegzudenken.

Platz 1

Citation Excel - 54.051 Starts
Spitzenplatz verteidigt: Die Citation Excel (und ihre Weiterentwicklungen XLS und XLS+) von Cessna ist das gefragteste Business-Flugzeug des Kontinents. Seit dem Jahr 1998 werden die Flieger ausgeliefert, die maximale Flugstrecke der aktuellsten Version beträgt knapp 3500 Kilometer. 2014 wuchs die Anzahl der Starts leicht um 0,1 Prozent.

Doch statt sich zur Ruhe zu setzen, verfolgt der medienscheue Mann seit 2000 einen kühnen Plan: ein privates Überschallflugzeug zu bauen. Die Idee fesselte ihn damals so sehr, dass er sich fünf Sachbücher aus dem Luftfahrt-Lehrprogramm der Stanford University holte. Mit der Lektüre kam er zu der Überzeugung, dass solch ein Flieger nicht nur ökonomisch sinnvoll zu bauen ist, sondern dass dafür auch ein Markt existiert.

Und wieder wurde Bass nicht für ganz voll genommen. Ein Milliardär suche seine Spielwiese, lautete das Vorurteil. Aber der Texaner ließ sich nicht beirren, gründete vor einem Jahrzehnt Aerion und steckte seitdem mehr als 100 Millionen Dollar in das Projekt.

Jetzt müssen alle Skeptiker Kreide fressen: Der Luft- und Raumfahrtkonzern Airbus kooperiert mit Aerion. Vor wenigen Tagen legten die beiden Unternehmen einen Zeitplan für den sogenannten AS2 vor. Demnach soll die Konstruktion des Fliegers im Jahr 2018 beginnen, für 2021 sind die ersten Flugtests vorgesehen. Und ab 2023 sollen betuchte Kunden in nur vier Stunden von New York nach Frankfurt fliegen können.

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