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30.08.2011

13:07 Uhr

Probleme bei BYD

Warnschuss für die Elektro-Pioniere

VonFlorian Brückner

Auf dem Höhepunkt der Autokrise wurden neue Autobauer wie Build Your Dreams noch als Heilsbringer gefeiert. Doch der Lack ist ab, BYD steckt in Problemen. Ein Warnschuss für alle Newcomer. Ein Kommentar.

Ein Arbeiter sitzt vor einem Logo des chinesischen Autobauers BYD (Build Your Dreams). Reuters

Ein Arbeiter sitzt vor einem Logo des chinesischen Autobauers BYD (Build Your Dreams).

Build Your Dreams, das war ein Autobauer, der auf dem Höhepunkt der Autokrise alle Trümpfe in der Hand zu haben schien. Der weltgrößte Hersteller von Lithium-Ionen-Batterien ist im Besitz der großen Schlüsseltechnologie fürs Elektroauto. Im Vergleich zu dem dynamischen Konzern aus dem chinesischen Powerhouse Shenzhen sah die deutsche Konkurrenz aus Wolfsburg oder Untertürkheim einfach nur alt aus. Das galt nicht nur für BYD, sondern auch für all die anderen Newcomer, die mit dem Elektroauto ihr Glück versuchen wollen. Die Botschaft war klar: BYD, Coda Automotive, Fisker, Tesla und Co - das ist die Zukunft. Daimler, General Motors und der Rest der Autoestablishments - das ist die Vergangenheit. Das Bild war einfach - und damals schon falsch.

Heute zeigt sich, wie schwierig der Einstieg in die Autoindustrie ist - und wie alltäglich die Probleme. Das Tagesgeschäft bricht weg, der Absatz stagniert, der Gewinn schrumpft. BYD ist nicht auf Wachstumskurs, BYD kämpft gegen den Niedergang. Und wie bei allen anderen Unternehmen in ähnlich kritischen Lagen gilt auch für die Chinesen: Von Zukunftsvisionen und kühnen Plänen allein wird niemand reich, ganz im Gegenteil. Und während nun ausgerechnet der gefeierte Newcomer von einst wohl Stellen abbauen muss, stellen die von Teilen der Öffentlichkeit als Auto-Dinos abgestempelten Platzhirsche wieder ein. Mehr noch: Während BYD den Export des wichtigen Elektroautos e6 nach Europa und USA verschieben muss, schaffen zum Beispiel Nissan und General Motors mit Leaf und Volt/Ampera Fakten.

Und nicht nur BYD sieht dabei ein bisschen alt aus. Auch Tesla und Fisker, zwei besonders prominente Vertreter der Elektro-Pionier-Fraktion, müssen jetzt ihre Ankündigungen in die Tat umsetzen. Je schneller desto besser, denn ihr Vorsprung schmilzt dahin. Wenn die Newcomer jenseits von Kleinserien nicht bald Autos für den Massenmarkt auf die Straße setzen, dann werden sie gegen die Marktmacht der etablierten Autobauer kaum noch eine Chance haben. BYD ist ein Warnschuss und ein Weckruf zugleich, und das nicht nur für die Riege der neuen Autobauer, sondern auch für den amerikanischen Steuerzahler. Denn sowohl Tesla als auch Fisker sind beide mit großzügigen Staatshilfen ins Rennen gegangen. Die Internationale Automobilausstellung in Frankfurt und die Reaktionen des Publikums auf die neuen Modelle wird also für die beiden Autobauer spannend. Für BYD hat sich diese Frage schon geklärt. BYD ist nicht auf der IAA mit dabei.

Kommentare (1)

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Pendler

30.08.2011, 21:20 Uhr

oje
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