Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

08.07.2014

04:08 Uhr

Probleme für Exporteure

Airbus-Chef fordert gezielte Euro-Abwertung

ExklusivDer Kampf der EZB gegen „eine Inflation, die es gar nicht gibt“, schade Europas Industrie. Fabrice Bregier fordert deswegen eine gezielte Abwertung der Währung für bessere Geschäfte – genau wie in Japan oder den USA.

Fabrice Bregier, Chef von Airbus: „Die Amerikaner und die Japaner setzen gezielt ihre Währung ein, um ihre Industrien zu fördern.“ Reuters

Fabrice Bregier, Chef von Airbus: „Die Amerikaner und die Japaner setzen gezielt ihre Währung ein, um ihre Industrien zu fördern.“

ParisDer Chef der Airbus-Zivilsparte, Fabrice Bregier, fordert eine gezielte Abwertung des Euro. „Ich kann das Gerede in Europa nicht mehr hören, dass so etwas nicht möglich sein soll“, klagt Brégier im Interview mit dem Handelsblatt. Angemessen sei ein Kurs von 1,20 bis 1,25 Dollar je Euro, und nicht 1,36 wie aktuell. Dann könne jeder, der in Europa produziert, gut exportieren.

„Die Amerikaner und die Japaner setzen gezielt ihre Währung ein, um ihre Industrien zu fördern“, sagt Bregier. Die EZB versuche hingegen „eine Inflation zu bekämpfen, die es gar nicht gibt“. Widerstand gegen seine Forderung kalkuliert der Airbus-Chef ein. „Mir ist auch klar, dass solche Forderungen den ein oder anderen schockieren könnten“, sagt Bregier.

Airbus ist das wichtigste Gemeinschaftsunternehmen der europäischen Industrie. Der Flugzeughersteller hat 90 Prozent seiner Kosten in der Eurozone, verkauft aber 90 Prozent seiner Produkte in Dollar. „Steigt der Euro um einen Cent gegenüber dem Dollar, fehlen uns 100 Millionen Euro im Ergebnis“, sagt Bregier.

Bregier deutete zudem an, dass Airbus bei der am Montag kommender Woche beginnenden Luftfahrtshow in Farborough weitere Milliardenaufträge einsammeln dürfte. Auch in diesem Jahr werde der Flugzeugbauer wieder mehr Aufträge als Auslieferungen aufweisen, so Bregier.

„Unser Orderbuch wird also weiter anwachsen.“ Zudem prüft Airbus intensiv, das mehr als zwanzig Jahre alte Großraumflugzeug A330 mit neuen Triebwerken auszustatten. „Große Kunden sagen uns, dass wir deutlich über 1000 Exemplare der A330neo absetzen könnten“, sagt der Airbus-Chef.

Kommentare (8)

Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.  Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.

Herr Woifi Fischer

08.07.2014, 08:06 Uhr

Airbus-Chef fordert gezielte Euro-Abwertung
Was war von diesem Franzosen, anderes zu erwarten, er plappert jeden Mist der Französischen Regierung nach.
Ich bin für die Auflösung von Airbus.

Herr Herr Kroker

08.07.2014, 08:28 Uhr

Die ezb kämpft gegen inflation? Echt ? Sie sollte es, das stimmt. Wer sich die Zinsen ansieht, dm ist jedoch klar, das tut sie gar nicht. Damit ist zeigt die Forderung des Airbuschefs, wie glaubwürdig er ist.

Herr Markus Bullowski

08.07.2014, 08:33 Uhr

Abwertung bedeutet Umverteilung von Unten nach Oben: Gut für die Exportindustrie, aber schlecht für Geringverdiener die einen verhältnismäßig großen Teil ihres Einkommens für Heizen und Mobilität ausgeben müssen.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×