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11.11.2012

17:22 Uhr

Produkteinstellung

Hipp gibt Verbraucherschützern nach

Nach der Kritik von Verbraucherschützern nimmt der Kindernahrungshersteller Hipp laut Medienberichten zuckerhaltige Instant-Tees aus dem Sortiment. Das Unternehmen spricht von „übler Nachrede“.

Der Babykosthersteller Hipp hat seine von Verbraucherschützern kritisierten gezuckerten Kindertees vom Markt genommen. dapd

Der Babykosthersteller Hipp hat seine von Verbraucherschützern kritisierten gezuckerten Kindertees vom Markt genommen.

Pfaffenhofen/BerlinDer Babykost-Hersteller Hipp nimmt nach Medien-Informationen seine zuckerhaltigen Instant-Tees vom Markt. Er reagiere damit auf einen Streit mit der Verbraucherorganisation Foodwatch, berichtete die Berliner Tageszeitung „Tagesspiegel“ (Montag). „Wir haben das Produkt eingestellt, und ab November gibt es einen neuen zuckerfreien Tee“, zitiert das Blatt Firmenchef Claus Hipp. Das im bayerischen Pfaffenhofen ansässige Unternehmen war am Sonntag für eine Stellungnahme nicht erreichbar.

Foodwatch hatte den hohen Zuckergehalt der Hipp-Tees als schädlich für Kleinkinder kritisiert und Hipp im Sommer den „Goldenen Windbeutel“ für den größten Etikettenschwindel des Jahres verliehen. Der Schmähpreis soll Werbelügen entlarven. Hipp erhielt die Auszeichnung laut Foodwatch, da das Unternehmen die Tees als geeignet für Kinder ab dem zwölften Lebensmonat angepriesen habe. Obwohl Hipp den Tee jetzt nicht mehr anbietet, halte der Unternehmer die Kritik der Verbraucherschützer für ungerechtfertigt, schreibt der „Tagesspiegel“.

Der Zuckergehalt in den Tees habe in etwa dem einer Apfelschorle entsprochen, die aus zwei Teilen Wasser und einem Teil Saft gemischt worden sei. Man habe die Verbraucher aber nicht verunsichern wollen, erklärte Hipp seinen Schritt. „Die üble Nachrede ist immer stärker als der Werbeaufwand“.

Kommentare (6)

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Account gelöscht!

11.11.2012, 18:16 Uhr

Nun, wenn Hipp die Kritik als "ungerechtfertigt" bezeichnet, hat er offensichtlich nicht verstanden, worum es hier geht. Wenn er nicht bald einsieht, dass es hier um alle seine zuckerhaltigen Baby-"Lebensmittel" geht, könnte es ein böses Erwachen geben. Mehr und mehr Eltern merken langsam, dass Zucker eben nicht "geeignet" ist.
1. Zucker ist kein natürliches tägliches Lebensmittel. Es entspricht nicht unserer Natur, diese Mengen zu uns zu nehmen.
2. Zucker ist "ungeeignet", weil es als Nebenprodukt Säuren im Mund unserer Kinder erzeugt, die die Milchzähne zerstören und den Kindern die natürliche schmerzfreie Zusichnahme von fester, zu kauender Nahrung verleiden.

Wenn Hipp jetzt versuchen sollte, den Zucker durch irgendeinen der erlaubten Zuckerersatzstoffe zu ersetzen, wurde auch nichts verstanden. Die Kinder werden dann eben dadurch an unnatürlich "süße" Lebensmittel gewöhnt und mögen "geeignete" Lebensmittel nicht mehr.

"Hilfe, sollen wir dann Fencheltee herstellen?" Oh, mann, wäre das denn wirklich so abwegig? Sind nicht alle Kinder mit Fenchel- oder Früchtetee gut aufgewachsen? Und welches freudige Gesicht war dann zu sehen, wenn es danach einen Apfel zu essen oder eine Möhre zum Knabbern gab!

Verstaendnisloser

11.11.2012, 18:31 Uhr

@RCF: Artikel wirklich gelesen? Zitat: "Der Zuckergehalt in den Tees habe in etwa dem einer Apfelschorle entsprochen, die aus zwei Teilen Wasser und einem Teil Saft gemischt worden sei."

Ich habe nicht wirklich Probleme damit, meine Kinder Apfelsaftschorle zum Trinken zu geben.

Sapere_aude

11.11.2012, 18:48 Uhr

Die entscheidende Botschaft dieses Schrittes ist doch folgende:
Es geht nicht darum, ob die Aktion von Foodwatch berechtigt ist oder nicht, sondern darum, dass die Medienmacht von Foodwatch so stark ist, dass es für einen Mittelständler wie Hipp wirtschaftlich nicht lohnt, den nötigen Werbeaufwand zu betreiben, um das nach Auffassung des Unternehmens bedenkenlose Produkt weiter zu verkaufen.
Es ist ein Machtkampf, der zugunsten der stärkeren Medienmacht gewonnen wird, mehr nicht.
Die Folge ist relativ einfach.
Mittelständler in Deutschland werden ihre Produkte immer stärker von öffentlichen Kampagnen abhängig machen - oder Marktanteile abgeben oder beides.
Das Leben für sie wird jedenfalls erheblich schwerer werden.
Wer davon profitiert, ist klar.

In Zukunft können Sie ja dann Ihren Instanttee von Nestlé kaufen -

und Foodwatch kann vergeblich gegen den multinationalen Riesen Nestlé anstänkern und das Handelsblatt kann daraus Kapitalismusschelte zaubern und alle trinken dabei ihren mit Glukose-Fruktose gezuckerten Diät-Tee.

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