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19.04.2012

09:11 Uhr

Produktion in Mexiko

Audi-Werk soll unter zwei Milliarden Dollar kosten

Um auf dem US-Markt zu wachsen, schafft Audi zusätzliche Produktionskapazität in Übersee. Konzernchef Rupert Stadler bleibt dabei aber vorsichtig. Das neue Werk in Mexiko soll nur Mindestgröße haben.

Bisher wird der Audi Q5 in Ingolstadt produziert. Bald könnte er in Mexiko hergestellt werden. dpa

Bisher wird der Audi Q5 in Ingolstadt produziert. Bald könnte er in Mexiko hergestellt werden.

HamburgDie VW -Tochter Audi will für ihr neues Werk in Mexiko weniger als zwei Milliarden Dollar ausgeben. Die Investitionen seien günstiger, sagte Konzernchef Rupert Stadler am Donnerstag in Hamburg. Der mexikanische Wirtschaftsminister Bruno Ferrari hatte von rund zwei Milliarden Dollar gesprochen. Auch in Konzernkreisen war zunächst von dieser Größenordnung die Rede.

Vorstand und Aufsichtsrat von Audi hatten am Mittwochabend den Bau eines neuen Werkes in Mexiko beschlossen, um von dort den wichtigen US-Markt zu beliefern. In Mexiko soll der in den Vereinigten Staaten besonders gefragte Geländewagen Q5 vom Band laufen, wie Stadler bestätigte. Das Modell wird bislang in Ingolstadt und in China produziert.

Das Werk werde eine Kapazität von 150.000 Fahrzeugen im Jahr haben - dies gilt in der Branche als Mindestgröße. Die Fabrik sei ausbaufähig, sagte Stadler. Den genauen Standort verriet der Audi-Chef nicht. „Wir wollen intelligent verhandeln.“

Wo das neue Werk entsteht, soll im Laufe des Jahres festgelegt werden. VW baut in Mexiko bereits Autos in Puebla sowie Motoren in Silao. Mit dem neuen Werk macht sich Audi von Wechselkursschwankungen unabhängiger.

Die Ingolstädter fahren derzeit einen ehrgeizigen Expansionskurs und wollen dem bayerischen Rivalen BMW die begehrte Marktführung im Premiumsegment entreißen. Daimler haben sie bereits hinter sich gelassen. Um an die Spitze zu rücken, muss Audi auch in den USA, dem zweitgrößten Pkw-Markt der Welt, mehr Autos verkaufen, wo die Marke den beiden direkten Konkurrenten noch hinterherfährt.

Überlegungen aus dem Konzern hatten zunächst einen Ausbau der Volkswagen-Fabrik in Chattanooga im US-Staat Tennessee vorgesehen. Audi-Chef Rupert Stadler hatte in einem Reuters-Interview im Dezember bereits Sympathien für Mexiko erkennen lassen und dabei eine größere Flexibilität und niedrigere Lohnkosten in dem mittelamerikanischen Land hervorgehoben.

Stadler erklärte nun, ausschlaggebend für die Entscheidung zugunsten Mexikos seien zudem die gute Infrastruktur und das Freihandelsabkommen gewesen. Die Konzernmutter VW baut in Mexiko bereits Autos in Puebla sowie Motoren in Silao.

Vorstand und Aufsichtsrat der VW-Tochter gaben am Mittwoch grünes Licht für den Bau der Fabrik.

Von

rtr

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