Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

20.09.2012

12:02 Uhr

Produktionsausfälle

Anti-japanische Proteste belasten Toyota

Brennende Autohäuser, ruhende Produktionsbänder: Der Streit um eine Inselgruppe zwischen Japan und China wird für die japanischen Autobauer zum Desaster. Volkswagen könnte zum Profiteur der Proteste werden.

Wütende Demonstranten haben ein Nissan-Autohaus im chinesischen Qingdao verwüstet. Reuters

Wütende Demonstranten haben ein Nissan-Autohaus im chinesischen Qingdao verwüstet.

TokioDie jüngsten Proteste in China haben Japans Autobauer bislang schätzungsweise 250 Millionen Dollar Umsatz gekostet. Experten von IHS Automotive taxierten den Produktionsausfall auf dem Festland bis Donnerstag auf etwa 14.000 Fahrzeuge, nachdem viele Fabriken wegen der Demonstranten die Bänder stilllegten. Die Ausfälle könnten noch steigen: Toyota und Honda teilten mit, dass einige Werke weiterhin geschlossen bleiben müssen.

Insbesondere für den weltgrößten Autobauer Toyota könnte der politischen Konflikt unangenehme Langzeitfolgen haben. Elf Prozent des weltweiten Umsatzes erwirtschaften die Japaner in China. Ein Imageschaden auf dem größten Automarkt der Welt dürfte die Absatzzahlen nachhaltig belasten - und den Konkurrenten GM und Volkswagen einen Vorteil im Kampf um die Autokrone bescheren.

Die größten Autohersteller in China

Methodik

Einmal pro Quartal erstellen die Wirtschaftsprüfer von Ernst&Young ein Ranking der größten Autokonzerne nach Absatz. Wie die Autohersteller in China abgeschnitten haben. (Daten: 2. Quartal 2012)

Platz 10

BMW - 79.000 verkaufte Fahrzeuge

China gehört für die Münchener zu den wichtigsten Märkten der Welt. Im Vergleich zum Vorjahr konnte der Absatz im zweiten Quartal um satte 25 Prozent zulegen.

Platz 9

Peugeot-Citroën - 100.000 verkaufte Fahrzeuge

Während der Heimatmarkt schwächelt, können die Franzosen in Fernost ihre Verkäufe ausbauen - wenn auch schwächer als die Konkurrenz. Der Absatz legt um neun Prozent zu.

Platz 8

Kia- 120.000 verkaufte Fahrzeuge

Die Koreaner können auch im Nachbarland ihren Erfolgskurs fortsetzen. Mit einem Wachstum von 26 Prozent gehören sie zu den erfolgreichsten Volumenherstellern in China.

Platz 7

Ford - 156.000 verkaufte Fahrzeuge

Ein fünftel des Absatzes machen die US-Amerikaner in China. Im Jahresvergleich legten die Verkäufe im Reich der Mitte um 16 Prozent zu.

Platz 6

Honda - 179.000 verkaufte Fahrzeuge

Die Japaner sind der wachstumsstärkste Hersteller im Ranking. Der Umsatz kletterte im Jahresvergleich um satte 69 Prozent. Die Folgen der Flutkatastrophe scheinen überwunden zu sein.

Platz 5

Hyundai - 188.000 verkaufte Fahrzeuge

Wesentlich schwächer läuft das Geschäft dagegen für die koreanische Konkurrenz. Während Hyundai weltweit stark wächst, legten die Verkäufe in China im Jahresvergleich nur um vier Prozent zu.

Platz 4

Toyota - 231.000 verkaufte Fahrzeuge

Das Ziel ist klar: Der weltgrößte Autohersteller der Welt will auch im chinesischen Markt zurück auf die Spitzenplätze. Dem eigenen Anspruch wird Toyota mit einem Wachstum von 57 Prozent im zweiten Quartal fast schon wieder gerecht.

Platz 3

Nissan - 344.000 verkaufte Fahrzeuge

Doch im chinesischen Markt ist ein japanischer Konkurrent sogar noch stärker als Toyota. Weil das Wachstum mit 16 Prozent im Verhältnis schwächer ausfällt, schrumpft der Vorsprung.

Platz 2

Volkswagen - 666.000 verkaufte Fahrzeuge

Für keinen deutschen Hersteller ist der chinesische Markt wichtiger als für VW. Fast ein Drittel der Autoproduktion wird in China verkauft. Mit einem Wachstum von 19 Prozent blasen die Wolfsburger zum Angriff auf die Spitze.

Platz 1

General Motors - 672.000 verkaufte Fahrzeuge

Doch die Spitzenposition in China können immer noch die US-Amerikaner verteidigen - wenn auch knapp. Mit einem Wachstum von 14 Prozent bleibt der Konzern in China führend.

Erste Effekte sind bereist sichtbar: Der Anteil der japanischer Automarken im chinesischen Markt soll dieses Jahr auf 22 Prozent fallen, schätzt die China Passenger Car Association (CPCA). Erstmals könnten die deutschen Marken mit einem Marktanteil von 22,5 Prozent vorbeiziehen. Allein im letzten Monat musste japanische Marken einen Umsatzrückgang hinnehmen, während deutsche, amerikanische und südkoreanische Marken um zehn Prozent zulegten.

Japan und China streiten weiter

Video: Japan und China streiten weiter

Ihr Browser unterstützt leider die Anzeige dieses Videos nicht.

Experten sind dagegen unterschiedlicher Meinung, ob die japanischen Unternehmen auch langfristig mit Absatzeinbußen rechnen müssen. Koichi Sugimoto von BHP Paribas meint, dass es nicht verwunderlich wäre, wenn die Chinesen sich nun Herstellern aus anderen Ländern zuwenden würden. Dagegen meint der Marktexperte Michael Dunne aus Hongkong, dass die Spannungen zwischen den beiden Völkern nichts Neues seien. Dies habe die Chinesen bislang nicht davon abgehalten, Millionen von japanischen Autos zu kaufen. „So sehr sie ihre Flagge lieben, sie lieben ihr Geld noch mehr“, sagte er.

Größter Autobauer: Toyota stößt General Motors wieder vom Thron

Größter Autobauer

Toyota stößt GM wieder vom Thron

Nach nur einem Jahr hat sich Toyota wieder zum größten Autobauer der Welt gemacht.

China und Japan streiten sich über eine Gruppe unbewohnter Inseln, wo große Rohstoff-Vorkommen vermutet werden. Am Wochenende waren in vielen chinesischen Städten anti-japanische Proteste ausgebrochen. Dabei forderten die Demonstranten zum Teil eine Kriegserklärung oder die Tötung von Japanern. Ein Autohaus von Toyota in Qingdao ging in Flammen auf. Auch japanische Fahrzeuge von Chinesen wurden angegriffen. Am Donnerstag schien sich die Lage beruhigt zu haben. Die Beziehung zwischen beiden Staaten ist bis heute von der japanischen Besatzung im Zweiten Weltkrieg geprägt, während der Millionen Chinesen getötet wurden.

Die größten Automärkte der Welt

Platz 7

Russland - 1,41 Millionen Neuzulassungen (Stand: 1. Halbjahr 2012)

Der russische Markt gehört zu den am stärksten wachsenden Automärkten der Welt. Die Zahl der Neuzulassungen stieg im ersten Halbjahr um Vergleich zum Vorjahr um 14 Prozent.

Platz 6

Indien - 1,48 Millionen Neuzulassungen (Stand: 1. Halbjahr 2012)

Auf der indischen Halbinsel wachsen die Zulassungszahlen rasant, insbesondere bei Kleinwagen. Satte 13 Prozent betrug das Wachstum allein im ersten Halbjahr - ein Ende ist nicht absehbar.

Platz 5

Brasilien - 1,63 Millionen Neuzulassungen (Stand: 1. Halbjahr 2012)

Der Automarkt im größten Land Südamerikas schwächelt im ersten Halbjahr etwas stärker als erwartet. Die Zulassungszahlen schrumpften um 0,4 Prozent.

Platz 4

Deutschland - 1,64 Millionen Neuzulassungen (Stand: 1. Halbjahr 2012)

Auch wenn der deutsche Automarkt nur um ein Prozent im ersten Halbjahr wuchs: Damit erobern die Deutschen den vierten Platz zurück.

Platz 3

Japan - 2,53 Millionen Neuzulassungen (Stand: 1. Halbjahr 2012)

Die Japaner haben die Tsunami-Katastrophe hinter sich gelassen. Kein Automarkt legte im ersten Halbjahr stärker zu. Insgesamt stiegen die Zulassungszahlen im ersten Halbjahr um 57 Prozent.

Platz 2

China - 6,42 Millionen Neuzulassungen (Stand: 1. Halbjahr 2012)

Das rasante Wachstum in China verliert langsam an Fahrt. Trotzdem legte auch der chinesische Markt im ersten Halbjahr um neun Prozent zu.

Platz 1

USA - 7,25 Millionen Neuzulassungen (Stand: 1. Halbjahr 2012)

Die Amerikaner haben die Lust am Autokauf wiederentdeckt. Im ersten Halbjahr legten die Verkaufszahlen um 15 Prozent zu.

Kommentare (1)

Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.  Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.

toeasyway

20.09.2012, 15:58 Uhr

Im Krieg läuft die Propagandamaschine wie geölt und die meisten Nachrichten sind falsch.
Die Proteste sind vom KP-Regime inszeniert. Dessen Meldungen 1 zu 1 zu übernehmen, um daraus Kapital zu schlagen, ist schon selten pervers.
Wenn's um die Oligarchen in Rußland geht, findet man eine Pipipankband oder einen namenlosen Blogger vom Dienst, mit denen man die Headlines füllt, um daraus Massendemonstrationen abzuleiten und einen allgemeinen Unmut. Bei der Mördertruppe in China, die auf dem Tianmenplatz 10.000 Demonstranten kaltblütig umgelegt hat, weil die gegen die Diktatur und für Demokratie auf die Straße gegangen sind, geht man dann doch mit den Mördern ins Bett.

Ebenso pervers, wie die Financial Times Deutschland, die heute ein großangelegtes Ablenkungsmanöver von den wirklichen Faschisten startet, um sich rein zu waschen, und die nun die Armut mit Faschismus gleichsetzen.
Faschismus ist abhängig vom Großkapital! Ohne dieses kein jenes!

http://www.epochtimes.de/china-anti-japan-demonstrationen-von-kpch-inszeniert-961919.html

http://blogs.wsj.com/chinarealtime/2012/09/16/photos-anti-japanese-protests-sweep-china/tab/comments/

Die Menschen in China sind den deutschen Bloggern geistig himmelhoch überlegen. Und sie haben etwas, was den Deutschen völlig abgeht: Anstand und Mut!
Da fällt der überhebliche mainstream sowieso glatt unten durch.




Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×