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05.08.2011

12:14 Uhr

Produktionsverfahren

VW setzt auf Baukastenstrategie

Die Autowelt ist im Umbruch: Einführung von Elektroautos, Billiglohnkonkurrenz aus Asien und steigende Rohstoffpreise. VW will mit einer neuen Produktionsstruktur die Zukunft bestehen: Kernstück ist der „Modulare Querbaukasten“ über die Marken hinweg.

Boden, Achsen, Lenkung, Sitzgestelle und die Motor-Getriebe-Einheit: In Zukunft sollen die bei Modellen von VW, Audi, Skoda und Seat gleich sein. Quelle: dpa

Boden, Achsen, Lenkung, Sitzgestelle und die Motor-Getriebe-Einheit: In Zukunft sollen die bei Modellen von VW, Audi, Skoda und Seat gleich sein.

WolfsburgDie globale Autobranche bricht auf zu neuen Ufern. Der Wettstreit um die Käufergunst findet dabei großteils in den aufstrebenden Schwellenländern statt. Die Autoindustrie wird sich in den kommenden zehn Jahren stärker wandeln als in den fünfzig Jahren zuvor, prophezeit Audi-Chef Rupert Stadler. Allein die VW-Tochter Audi will die Zahl ihrer Modelle bis 2020 von heute etwa 38 auf 50 erhöhen. Ein zentrales Steuerungsinstrument sieht die Konzernmutter Volkswagen dabei in einem neuen Produktionsverfahren.

Der „Modulare Querbaukasten“ soll mindestens 43 Modelle von Volkswagen und Audi, Skoda und Seat mit gleichen Bauteilen bedienen: Boden, Achsen, Lenkung, Sitzgestelle und die Motor-Getriebe-Einheit. Europas größter Autobauer will damit flexibler werden, auf veränderte Käuferwünsche schneller reagieren und rund 30 Prozent Kosten sparen. Produktionsvorstand Michael Macht spricht von einem „Meilenstein.“ Autoexperten sagen, der Erfolg der Autobauer wird sich auch daran entscheiden, wer die beliebtesten Kleinwagen verkaufen kann. Und in den Zukunftsmärkten werde ein günstiger Preis ein wesentlicher Faktor sein. In Westeuropa gilt der Automarkt als weitgehend erschöpft, in Ländern wie Indien, Russland, Brasilien und ihren benachbarten Regionen dagegen sehen die Auguren noch riesiges Wachstumspotenzial.

An den neuen Kleinwagen aber verdienen die Autobauer pro Fahrzeug weniger als bei Oberklassemodellen und Luxusschlitten. Die neuen Zukunftstechnologien, wie der Elektroantrieb, verschlingen zusätzlich große Summen für Investitionen. Die Hersteller müssen daher die Produktion so günstig wie möglich zu gestalten. VW-Chef Martin Winterkorn weiß: „In der Autoindustrie hat der den längeren Atem, der von der Kostenstruktur her
besser dasteht.“ Die Baukastenstrategie stelle das auch für die Zukunft sicher. Bei Audi wird bereits mit einem Baukasten gearbeitet, die künftige Tochter Porsche entwickelt einen Baukasten für Sportwagen, der größte aber ist der Modulare Querbaukasten MQB. Nach seiner Einführung im nächsten Jahr soll er über Autoklassen und Markengrenzen hinweg in einigen Jahren bis 3,5 Millionen Konzernautos mit gleichen Bauteilen versorgen. „Es ist mehr als eine neue Fahrzeug-Technologie, es ist ein strategisches Instrument“, sagt VW-Entwicklungschef Ulrich Hackenberg in Wolfsburg.

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