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07.04.2014

12:39 Uhr

Produktpiraterie

Maschinenbauer verlieren Milliarden durch Fälschungen

Die deutschen Maschinenbauer beklagen, dass illegale Kopien ihrer Anlagen für immer größere Verluste sorgen. Allein im vergangenen Jahr entstand ein Schaden von 7,9 Milliarden Euro. Die meisten Plagiate kommen aus China.

Maschinenbau: Vor allem die Hersteller von Holzbearbeitungsmaschinen sind von Plagiaten betroffen, gefolgt von Textilmaschinen und Landtechnikherstellern. dpa

Maschinenbau: Vor allem die Hersteller von Holzbearbeitungsmaschinen sind von Plagiaten betroffen, gefolgt von Textilmaschinen und Landtechnikherstellern.

HannoverDie deutschen Maschinenbauer müssen sich immer stärker gegen illegale Kopien ihrer Anlagen wappnen. Der Branchenverband VDMA bezifferte am Montag auf der Hannover Messe den Umsatzverlust allein für das vergangene Jahr auf schätzungsweise 7,9 Milliarden Euro. „Ein Umsatz in dieser Schadenhöhe würde der Maschinenbauindustrie knapp 38.000 Arbeitsplätze sichern“, sagte VDMA-Präsident Reinhold Festge. Nach einer Umfrage unter rund 340 Mitgliedsunternehmen seien vor allem die Hersteller von Holzbearbeitungsmaschinen im Visier, gefolgt von Textilmaschinen und Landtechnikherstellern.

Insgesamt seien 71 Prozent der Maschinen- und Anlagenbauer von den illegalen Kopien betroffen. Dies sei ein neuer Höchstwert. In der letzten Umfrage vor zwei Jahren hätten dies 67 Prozent der Befragten erklärt. Plagiatsweltmeiter ist den Firmen zufolge weiter China. Doch auch aus Deutschland kämen immer mehr Fälschungen. Knapp ein Viertel der Befragten zeige mit dem Finger auch auf deutsche Wettbewerber.

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Vorne mit dabei seien auch Hersteller aus der Türkei und Indien. Kopiert würden nicht nur einzelne Komponenten und das Design. „Gut die Hälfte der Unternehmen klagt über Kopien ganzer Maschinen.“ Zu allem Überfluss habe jedes vierte Unternehmen auch noch mit ungerechtfertigten Reklamationen durch Plagiate zu kämpfen.

Hilfe erhofft sich die überwiegend mittelständisch geprägte Branche mit fast einer Million Beschäftigten vom Verfassungsschutz. Der Verband will künftig enger mit dem Bundesamt zusammenarbeiten. Eine entsprechende Vereinbarung wollte der VDMA noch am Montag auf der Messe mit dem Verfassungsschutzpräsidenten Hans-Georg Maaßen unterzeichnen. Die Behörde soll den Maschinenbaufirmen beim Schutz ihres Know-hows mit Rat und Tat zur Seite stehen.

Von

rtr

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